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2013_Zither-Mag_1

vertraut wie das Instrument, das sie schon lang zuvor kannte. Denn die Mutter ist ebenfalls Musikerin, spielt Gitarre und singt beim Feldkirchner Dreigesang. Wenn der Dreigesang zu Hause im Wohnzimmer für die Auftritte probte, war stets eine Zither dabei. Claudia fand deren Klang so faszinierend, dass für sie nie ein anderes Instrument zur Debatte stand. Wirk- lich nicht? „Harfe vielleicht noch“, räumt Claudia ein. Doch dieses Instrument fanden die Eltern zu groß und unhandlich. Auch wenn sie die Zither durch volksmusikalische Klän- ge kennenlernte, spielte sie von Anfang an auch alte Musik und zeitgenössische Stücke. „Ich finde es schade, wenn die Zither so klischeehaft oft in die volksmusikalische Schublade gesteckt wird“, sagt sie. Für sie ist die Zither ein vielseitiges Instrument, geeignet für die unterschiedlichsten Stilrichtun- gen und für alle möglichen Besetzungen. Was sie besonders schätzt an ihrem Instrument? Claudia überlegt. Den weichen, melodischen Klang vielleicht oder die Möglichkeit, „ganz zart und leise“ und dann wieder „laut und kraftvoll“ spielen zu können. Bevorzugte Komponisten oder eine Lieblingsstilrichtung? Claudia schüttelt den Kopf. „Schön muss es halt klingen, nicht allzu disharmonisch.“ Dass man sie je zum Üben hätte antreiben müssen, nein, daran kann sie sich nicht erinnern. Aber noch genau daran, wie es war, als die Familie an Weihnachten „Stille Nacht“ anstimmte und sie den Gesang zum ersten Mal auf der Zither begleitete. „Nur mit den paar Tönen, die ich bis dahin konnte, das war schön.“ Als sie auf ein musisches Gymnasium nach München wechselte, war ihren Mitschülern die Zither ziemlich fremd. „Die spielen alle Geige, Flöte und Klavier.“ Inzwischen aber fiebern ihre Freundinnen und Freunde nicht nur mit, wenn Claudia auf Wettbewerben unterwegs ist. „Sie haben längst mitgekriegt, dass man auf der Zither auch Bach und Mozart spielen kann. Jetzt finden sie das Instrument richtig cool, halten es für was ganz Besonderes“, freut sich Claudia. Seit der fünften Klasse nimmt sie regelmäßig an Musikwett- bewerben teil, 2010 gewann sie beispielsweise den ersten Preis beim Roland-Zimmer-Wettbewerb. Weil sie aber auch noch etwas lernen wollte, „was alle anderen spielen“, begann sie vor sieben Jahren mit Geige. Vor drei Jahren kam Klavier „Schön muss es klingen, nicht allzu disharmonisch“ Die Musikerin mit dem coolen Instrument Claudia Höpfl, Bundessiegerin im Wettbewerb Jugend musiziert 2012, hat ihre Freunde längst von den besonderen Qualitäten der Zither überzeugt von Sigrid Hofstetter PORTRÄT |11

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