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2013_Zither-Mag_1

dazu. Inzwischen spielt sie so gut, dass sie als Geigerin im Orchester des Leonhardi-Ensembles e.V. Höhenkirchen und im Jugendsinfonieorchester der städtischen Sing- und Mu- sikschule München mitwirkt. Auf dem Klavier musiziert sie zu Hause gern vierhändig mit Alexandra, die im Hauptfach Klarinette lernt und ebenfalls ein musisches Gymnasium in München besucht. Gemeinsam fahren die beiden Mädchen jeden Morgen um sie- ben mit der S-Bahn in die Stadt. „Damit es in der Früh kein Gedränge gibt“, ist auch der morgendliche Ablauf bei Familie Höpfl genau geregelt. Claudia steht um 5.45 Uhr auf. Alexand- ra und sie sind die ersten im Bad, dann folgen die Eltern, die beiden Brüder, Markus, neun Jahre, Franz, sieben Jah- re, und schließlich die vierjährige Regina. „Die Eltern haben mich schon immer sehr unterstützt“, sagt Claudia. Und sie ist froh, dass der Papa sie auf jeden Wettbewerb begleitet und da genau weiß, wie er sich zu benehmen hat, damit er die Nerven der angespannten Tochter nicht noch mehr reizt. Neben ihren diversen Instrumentalstunden und dem anstren- genden Gymnasium ist die Siebzehnjährige seit drei Jahren als Jungstudentin bei Georg Glasl an der Hoch- schule für Musik und The- ater in München. Sie weiß noch genau, was sie zur Aufnahmeprüfung spielte: Die Sonate in g-Moll von Silvius Leopold Weiss und eine Etüde von Peter Suitner. Über den Unterricht dort gerät sie regel- recht ins Schwärmen. „Ich lerne hier unglaublich viel und vor allem viel Neues. Ich kann experimentieren und ausprobie- ren, was man alles aus dem Instrument herausholen kann.“ Und durch die ständige Ermunterung „trau ich mich inzwi- schen auch selber viel mehr.“ Was ihrer Meinung nach eine gute Zitherspielerin ausmacht? Claudia überlegt nicht lang. „Immer wieder neue Stücke spielen, auf keinem Fall auf dem Gewohnten stehenbleiben und sich darauf ausruhen.“ Ihre Tage sind mehr als ausgefüllt. Schule, Üben, Musikun- terricht, Konzerte - bleibt da noch Zeit für andere Interes- sen? „Wenig“, gibt die Siebzehnjährige zu. Aber sie hat gute Freundinnen und Freunde, die Verständnis zeigen, wenn sie wegen der Musik kaum Zeit hat. „Natürlich treffen wir uns und manchmal gehe ich auch aus. Und wenn ich nicht zu müde bin, lese ich gern. Historische Romane am liebsten oder Geschichten aus anderen Kulturen.“ Ja doch, Musik hört sie auch und zwar nicht nur von den Komponisten, deren Werke sie spielt. Favoriten sind Abba, Take That, die Ärzte und auch A-ha. „Die haben alle einen eigenen Musikstil mit Ohrwurm- charakter“, erklärt sie ihren Musikgeschmack. Was ihre Zukunft betrifft, so steht zunächst einmal das Abi- tur an. Und dann? „Will ich in jedem Fall Musik studieren und gern auch Konzerte spielen.“ Aber eigentlich plant sie Zitherlehrerin zu werden, darüber ist sie sich vor noch gar nicht so langer Zeit klar geworden. „Wenn ich Kindern und Jugendlichen das Instrument nahebringen und sie dafür begeistern könnte, würde mich das freuen“, sagt sie. Und natürlich möchte sie irgendwann auch eine Familie haben, mit zwei, drei Kinder, klar. Claudia lacht. „Ich bin einfach sehr bodenständig und gar nicht der coole Typ.“ Claudias Berufsziel: Zitherlehrerin Mit ihrer Schwester Alexandra (links) spielt Clau- dia gern vierhändig Klavier. Seit sieben Jahren lernt sie auch Geige. 12 | PORTRÄT

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