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2013_Zither-Mag_1

Jugend musiziert, Ernst-Volkmann-Preis, Roland-Zimmer-Jugendwettbewerb

Lisa Weinzierl Die Mutter spielte das Instru- ment. Aber das gab nicht den Ausschlag. Erst als es auch noch eine Freundin damit auftauchte, hörte Lisa Weinzierl aufmerksa- mer hin. „Die hat zwar furchtbar rumgestopselt, aber mir gefiel das sehr gut.“ Von da an wusste sie, welches Instrument sie lernen wollte: Zither. Damals war sie neun Jahre alt. Dieser Tage wird sie 18, spielt im- mer noch Zither und hat 2012 den 3. Preis bei Jugend musiziert im Bundeswettbewerb gemacht. Am Wettbewerb nahm sie nur wegen einer Wette teil. Ihr Bruder hatte behauptet, er könne zwar mit Klavier an Jugend musiziert teilnehmen, Lisa aber mit ihrer komischen Zither nicht. „Ich wette, ich kann doch“, sagte Lisa und suchte sich erst einmal eine Lehre- rin, die sie auf den Wettbewerb vorbereitete. Petra Hamberger versuchte im Eiltempo, Literaturlücken mit Lisa zu schießen. Erfolgreich, wie die Platzierung zeigt. „Die Wette habe ich gewonnen“, kommen- tiert Lisa trocken. Die Zielstrebigkeit der Irschen- bergerin zeigt sich auch an an- derer Stelle. An der Geigenbau- schule in Mittenwald absoviert sie gerade die Ausbildung zur Zupfinstrumentenmacherin. Hochinteressant sei das, sagt sie. „Ich lerne un- glaublich viel.“ Ihre Instrumentenwahl hat sie nie bereut. „Zither ist viel cooler als andere In- strumente.“ Und viel bequemer als Geige, die sie neben der Gitarre wegen der Ausbildung ebenfalls lernt und bei der man sich, findet sie, dauernd verrenken muss. Seit dem Winterse- mester 2012/13 ist sie Jungstudentin an der Hochschule für Musik und Theater München. „Da merk ich krass, was mir noch alles abgeht.“ Aber das dürfte für Lisa Weinzierl kein Hin- derungsgrund, sondern eher ein Ansporn sein. Text Sabine Reithmaier, Foto Sigrid Hofstetter Fabian Eicke Die Redewendung bezieht sich eigentlich auf Ähnlichkeiten zwischen Eltern und ihren Kin- der: „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.“ Manchmal passt sie auch auf Lehrer und Schüler: Fabian Eicke ist genauso musikbegeistert und verfolgt die eigenen Ziele genauso konsequent wie sein Lehrer Axel Rüdiger. Der Gymnasiast aus Kassel begann seine mu- sische Laufbahn klassisch: im Musikgarten, dem sich musikalische Früherziehung an- schloss. Dort lernte er Rüdiger und das Instru- ment kennen. „Das war wie Liebe auf den ers- ten Blick“, sagt Fabian und meint die Zither. Seitdem nimmt er Unterricht bei Rüdiger und freut sich auf jede musikalische Heraus- forderung. Schon als Achtjähriger nahm er erfolgreich am regionalen Wettbewerb „Ju- gend musiziert“ teil, wurde aber wegen sei- nes Alters nicht weitergeleitet. Dafür holte er später jede Menge Trophäen nach Hause: 2. (2008) und 1. Platz (2010) beim Roland-Zimmer-Wettbe- werb. 2006 bis 2012 gewann er bei den hessischen Landeswett- bewerben „Jugend musiziert“ die ersten Plätze, 2012 belegte er den 3. Platz beim Bundes- wettbewerb. „An erster Stelle steht der Spaß“, meint der 15-Jährige, der sich nicht auf eine Musik- richtung festlegt, sondern sich in allen Stilen erprobt. Er lässt sich nicht auf Erfolg drillen, sondern er will sein Zitherspiel ausbauen, perfektionieren, ständig neue Klänge entde- cken. Dafür eignet sich auch das Ensemble, in dem er unter der Leitung von Axel Rüdiger mitspielt. Mit Zither, Geige, Gitarre und di- versen Perkussionsinstrumenten wird vorwie- gend Volksmusik aus der ganzen Welt gespielt. Manchmal versucht sich das Trio (Fabian Ei- cke, Lotta Ring, Wolfgang Beisert) auch an Jazz. Die Arrangements liefern Lehrer und Schüler. Spätestens da wird die geistige Ver- wandtschaft der beiden deutlich. Text Giedre Beckert, Foto: Werner Jirschitzka Jugend musiziert Der Wettbewerb existiert seit 1963 und ist die größte Veranstaltung für musizie- rende Jugendliche. Für viele Talente galt und gilt „Jugend musiziert“ als Sprung- brett für eine musikalische Karriere. 2012 haben sich deutschlandweit 21778 Teil- nehmer an den verschiedenen Kategorien für Blas-, Streich-, Tasten-, Zupfinstru- mente und Schlagwerk beteiligt. Veranstaltungsturnus: Der Wettbewerb findet jedes Jahr in drei Phasen statt: Regional-, Landes- und Bundeswettbewerb. Jeder Teilnehmer startet im Regionalwettbewerb und wird bei sehr guter Leistung zum Landes- wettbewerb weitergeleitet. Dort treffen sich die Besten des jeweiligen Landes, von ihnen werden die Besten für den Bundeswettbewerb nominiert. Wegen der hohen Teilnehmerzahlen führt der Veranstalter die einzelnen Kategorien in einem dreijährigen Turnus durch. Für Zitherspieler heißt das: 2013 Duo-, Trio- oder Quartett-Wertung, 2014 nichts, 2015 Solo-Wertung usw. Veranstaltungsorte: Die Regionalwettbewerbe finden meist an Musikschulen in den Landkreisen statt. Die Orte für Landes- und Bundes- wettbewerb wechseln jedes Jahr. Termin: Regionalwettbewerbe im Januar und Februar, Landeswettbewerbe um Ostern, Bundeswettbewerb um Pfingsten. Literatur: Das Programm soll mindestens zwei vollständige Werke oder Sätze aus zwei unterschiedlichen Epochen (Renais- sance, Barock, Klassik, Romantik, neue Musik) enthalten. Altersgruppen und Auftrittszeit: AG 1 a (6-7 Jahre), AG 1 b (8-9 Jahre), AG 2 (10-11 Jahre): 6 bis 10 Min. AG 3 (12-13 Jahre), AG 4 (14-15 Jahre), AG 5 (16-17 Jahre), AG 6 (18-19 Jahre): 10 bis 20 Min. Preise: UrkundenundGeschenke,imLandes-und Bundeswettbewerb dotierte Sonderpreise Veranstalter: Deutscher Musikrat gemeinnützige Pro- jektgesellschaft mbH „Jugend musiziert“ München, Trimburgstr. 2, 81249 München Anmeldeschluss: 15. November Infos und Anmeldung: www.jugend-musiziert.org Petra Hamberger Preisträger im Kurzporträt Jugend musiziert – Bundeswettbewerb 2012 WETTBEWERBE |13

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