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2013_Zither-Mag_1

Nachhaltig musizieren

I n den meisten Tälern wird heute zu wenig Zither gespielt. Frü- her gab es, von Berchtes- gaden bis Eiderstedt, in jedem Haus eine. Die unterdrückten Massen konnten es sich weder finanziell noch vom Geräuschpegel her leisten, in ihren Wohnungen Klavier zu spielen. Bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs war die Zither quasi der Kon- zertflügel der kleinen Leute. Selbst in den Bombennächten erklang sie, um der Zeit im Bunker etwas die Kante zu nehmen. Das Radio setzte der Zither schon schwer zu, aber das Fernsehen, musste man an- gesichts der Entwicklung nach 1945 be- fürchten, bereitet ihr den Garaus. Warum soll sich ein moderner Bub unter stren- gen Ermahnungen monatelang die Finger wund üben, ehe er genügend Hornhaut entwickelt, um et- was halbwegs Er- trägliches spielen zu können, wenn es beim Keyboardkurs viel leichter geht? Niemand zwingt den Knaben zum Noten- lernen, und egal wie tapsig er draufdrückt, die Plastikorgel gibt immer einen Ton von sich. Vielleicht kommt es aber wieder an- ders. Erst kürzlich ein Hoffnungsschim- mer: Die Zither wurde zum offiziellen In- strument beim Klimagipfel in Kopenhagen ernannt. Wenn das letzte Kernkraftwerk abgeschaltet ist, sprach der Umweltkom- missar, wenn kein Wind mehr geht, wenn das Biogas verheizt ist, es Nacht wird und die Photovoltaik ruht, was tun dann die Abertausende in den Hochhäusern? Kein Fernseher geht und kein CD-Spieler, dann sitzen sie im Dunkeln und fürchten sich. N a c h haltig m u s i zieren eine hilfreiche Geschichte von Georg Ringsgwandl Foto: HoHorst Linke, Nürnberg

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