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2013_Zither-Mag_1

wurde am 15. November 1948 im Wohnzimmer eines Häuschens gebo- ren, das sein Vater aus dem Bauschutt der Hitlerkasernen auf dem Obersalz- berg zusammengewerkelt hatte. Georg hieß in der Nachbarschaft Schorschi und lernte beizeiten Zither spielen. Für seine ersten Auftritte beim Kaffeekränz- chen des örtlichen Konsumladens und bei Heimatabenden wurde er mit Wie- nerwürstl und Limo belohnt. Später lernte er Posaune beim Ersten Posau- nisten des Reichenhaller Kurorches- ters und spielte ganz manierlich in der Schuldixieband, als ihn mit achtzehn die Lungentuberkulose für ein Jahr aufs Lager warf. Im Sanatorium brachte er sich das Gitarrespielen bei und schrieb erste Songs. Er studierte Medizin und arbeitete 17 Jahre lang in Stadt- und Landpraxen, Forschungsinstituten und Krankenhäusern. Dann wechselte er die Branche und fabriziert seit zwanzig Jahren Schallplatten, Bühnenprogram- me, Musiktheaterstücke und 2011 auch noch ein Buch. Lebt in Murnau und München. Drei Kinder von zwei Frauen, aber nicht vorbestraft. Kein Gebrauch illegaler Drogen, keine nennenswerten Perversionen. Georg Ringsgwandl so gut wie nie vorkommen. A: Taubstumme, bei denen man den guten Eheverlauf darauf zurückführt, dass die Gatten wenig voneinander hören. B: Angehörige bestimmter Sekten, von de- nen einige zwar auseinander wollen, sich wegen der Angst vor ewiger Verdammnis aber nicht trauen, und schließlich die Gruppe C: Familien, in denen der Mann Zither spielt. Der Grund für die Haltbarkeit solcher Ehen ist einfach. Die Frauen sagen: „Warum soll ich mich von einem Mann trennen, der Zither spielt?“ Nehmen wir an, eine Frau arbeitet in der KFZ-Schadenregulierungs- stelle einer großen Versicherungsfirma, ihr Sachgebiet sind die Buchstaben L bis R. Sie ist eine robuste Bürokraft, ihr wird nichts geschenkt. Es ist halb fünf, den ganzen Tag pflügt sie schon durch die Blechschäden ihrer Klientel, die Buchstaben L, M und N sind erledigt, gerade hat sie die Schublade O herausgezogen. Sie könnte noch einmal vier Stunden im Büro bleiben, um auch P, Q und R wegzuputzen, entscheidet sich aber anders. Verstaut die Akten im Stahl- schrank, fährt den PC runter, nimmt die Handtasche und rauscht mit dem Lift in die Tiefgarage. Sie weiß nämlich, dass ihr beim Nachhausekommen, wenn sie vor- sichtig den Schlüssel im Schloss dreht und die Wohnungstür einen Spalt weit öffnet, ihr anheimelnde Zithermusik entgegen klingt. In diesem Augenblick fällt die Last des Geschäftstages von ihr ab wie einem Bergsteiger der schwere Rucksack beim Betreten der Gipfelhütte. Die krätzigsten Juristinnen sollen beim Klang der Zither schon weich geworden sein und schnur- rend ihren Mann gefragt haben: Kann ich dir etwas kochen? Was möchtest du trin- ken? Hast du etwas zu stopfen, wo gibt’s einen Knopf anzunähen? Alles wegen der meditativen Ruhe, die jede verzaubert, der die Gnade zuteil wird, bei den Klängen ei- ner Zither verharren zu dürfen. Foto: Kerstin Groh „Na„Nachhchhaltaltigig musmusiziiziereerenn“ istst inin eieinerner etwetwasas länlängergerenen FasFassunsu g iin Gn Geore gg RinRingsggsgwanwandlsdls BuBuchch „Da„Das LLebeeben un ndnd SchSchlimlimmermeres.es. HiHilfrlfreiceichehe GesGeschichichtch en“n“ (Ro(Rowohwohltlt VerVerlaglag 202011)11) ererscschiennen.en

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