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2013_Zither-Mag_1

stoff so bearbeitet wie Holz“, erinnert sich Kuthan. Schaum- stoff lässt sich aber nicht schnitzen. Inzwischen weiß er, wie er das Material behandeln muss, aber zeitaufwendig ist es geblieben. Mindestens zwei Wochen mit täglich acht Stun- den Arbeit dauerte es, bis Rudl so adrett war, wie er jetzt in seinem weißen Leinenhemd und Spencer über dem Regal- brett hängt. Ein weiterer Mitbewohner der ungewöhnlichen WG ist Zwurli, ein kleines Phantasietier mit Fuchsschwanz und Vogelfedern, das aber meist nur im Kindertheater mit- spielen darf. Und Nat, der Trucker, der immer über seinem Lenkrad hängt und beim Fahren vor sich hin philosophiert, gehört zu einem ganz anderen Stück. Vieles, was im Pfuschtheater verwendet wird, stammt aus dem Sperrmüll. „Ich verwerte und verwandle gern etwas, was andere weggeworfen haben.“ Nicht alle Theaterstücke, die das Pfuschtheater spielt, sind auf Sprache angewiesen. Manchmal genügt es, wenn Kuthan Zither spielt und auf der Bühne nur die weiß behandschuhten Hände von Veronika Roth und Ste- fan Wunsch zu sehen sind. Die Hände nähern sich einander langsam an, flirten mit- einander, umschmeicheln und umarmen sich. Irgendwann entledigen sie sich der Handschuhe, ganz, ganz langsam, Finger für Finger. „Und ich spiele eine schwermütige, rus- sische Melodie oder einen Tango dazu, was halt zu einem Striptease passt.“ In Freidwerk entstehen aber nicht nur Puppen, Marionet- ten und Heiligenfiguren oder ein holzgeschnitzter Cadil- lac, für den sie 2007 einen Anerkennungspreis des Bezirks Oberbayern erhielten. Um Geld zu verdienen, erfüllen die beiden auch ganz klassische Auftragsarbeiten, verzieren nach vorgegebenen Mustern die Holzrahmen für diatoni- sche Harmonikas. Rund 2000 Stiche und Schnitte bedarf es, bis so ein „Ziach“-Rahmen fertig ist, schätzt Kuthan. Eine ziemlich akribische Arbeit, an der man leicht den Spaß ver- lieren kann, wenn im Akkord geschnitzt werden muss. „Da hängst du ziemlich drin.“ Auch wenn die Werkstatt seit zwei Jahren so viel einbringt, dass er davon leben kann, sein „Brotjob“, wie er es nennt, ist ein anderer. 20 Stunden in der Woche betreut er geistig oder mehrfach behinderte Senioren, die in einer Wohnge- meinschaft leben. „Das möchte ich nicht missen“, sagt er. Erstmals in Berührung mit Behinderten kam er während seines Zivildienstes bei „Gemeinsam leben lernen“, ein Ver- ein, der in München offene Arbeit für behinderte Menschen und deren Familien anbietet. Diese Erfahrungen berührten ihn so tief, dass er sich danach entschloss, Sozi- alpädagogik zu studieren. Zwar hatte er – auf- gewachsen mit Grafiker-Eltern - sich auch an Kunstakademien umgesehen, wurde aber das Gefühl nicht los, dort nicht am richtigen Platz zu sein. „Im Gegensatz zu heute konnte ich da- mals mit abstrakter Kunst gar nichts anfangen“, erinnert er sich. Schon während des Studiums begann er, Theaterstücke zu schreiben und aufzuführen. Daran änderte sich auch nichts, als er erst als Erlebnispädagoge im Kleinwalsertal – „da hat es gut gepasst, dass ich auch Skilehrer bin“ - und später in München mit schwer erziehbaren Kindern arbeitete. 2004 las er zufällig einen Zeitungsartikel über die Münchner Berufsfachschule für Holzbildhauerhandwerk. Spontan be- schloss er sich zu bewerben. „Als ich dort genommen wurde, „Ich verwerte und verwandle gern etwas,das andere weggeworfen haben“ Ob er in seiner Werkstatt bildhauert, mit der Kerschbam Zithermusi spielt (von links Andreas Waldschütz, Barthi Hollinger, Kuthan, Ludwig Biegl) oder Kinder unterhält – Manuel Kuthan ist immer hundert Prozent im Einsatz. 3333333333333333333333333333333888888888888888888888888888 RERERERERERERERERERERERREREEEEEEEEEEEEPOPOPOPOPOPOPOPOPOPOPPOPOOPOOOOPOPOPOPOPPORTRTRTRTRTRTRTRTRTRTRTRTRTRTTRRRTRRTTAGAGAGAGAGAGAGAGAAGAGAGAGAGGAGAGAGAGGAGGGGGGGEEEEEEEEEEEEEEEEEE

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