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2013_Zither-Mag_1

wusste ich, jetzt bin ich angekommen.“ An dieser Einschätzung hat sich bis heute nichts geändert. Denn dort traf er „viele liebe Leute“, wie er sagt, und vor allem einen anderen angehenden Holzbildhauer, seinen jetzigen Partner Stefan Wunsch. Die beiden merkten sofort, dass in ihnen dieselbe kreative Un- ruhe steckt. 2007 eröffneten sie die gemeinsame Werkstatt. Die ersten Jahre waren hart, die Investitionen in Werkzeug und Maschinen hoch und die Bildhauer in geschäftlichen Dingen ziemlich unerfahren. „Wir haben ziemlich viel aufs Lehrgeldkonto eingezahlt“, schmunzelt Kuthan. „Aber in- zwischen sind wir klüger.“ Mittlerweile gibt es einen Kun- denkreis, der die Arbeit der beiden schätzt. „Jetzt kann ich alles verbinden: Musik, Theater, Schnitzen.“ Und nicht zu vergessen: Akrobatik, weshalb die beiden Bildhauer auch täglich Krafttraining machen. Erstaunlich, dass er bei einem so dichten Programm über- haupt noch zum Musikmachen kommt. Aber Zither spielt er schon seit seinem 11. Lebensjahr, und am Hackbrett hatte er sich sogar schon in der Grundschule versucht. Sein Lehrer war Roman Messerer, ein lei- denschaftlicher Volksmusikant. Kuthan traf eine saubere Entscheidung: Mit der Zither spielte er Volksmusik, seine Liebe zum Punk lebte er an der Gitarre aus. „Ich habe schließlich auch die volle Wucht der Großstadt abgekriegt.“ Und Skateboardfahren, was er wie das Zitherspielen inzwischen seit 25 Jahren macht, stand beidem nicht im Weg. An der Trennung der musikalischen Bereiche hält Kuthan bis heute ziemlich strikt fest, einschließlich der Kleiderordnung. Nie, sagt er, würde es ihm einfallen, auf einem Heimatabend etwas anderes als Volksmusik zu spielen und damit den vorgege- benen Rahmen zu sprengen. „Aber verschiedene Kulturen müssen sich ja nicht ausschließen“, findet er. Nur die Stil- richtungen trenne er genau. Was er mit seiner Kunst erreichen will? „Ich möchte die Leute was spüren lassen.“ Dazu eigne sich Musik hervorra- gend. Und sein eigener „Geigerzähler“, mit Hilfe dessen er Kunst beurteilt, schlägt auch nur an, wenn er etwas spürt. Auf andere Bewertungen verzichtet er. „Das will ich nicht.“ Bei den meisten Stücken, die die Kerschbam-Zithermusi spielt, handelt es sich um Bearbeitungen überlieferter Wei- sen oder sie sind von den Musikern neu geschrieben. „Ich mache beides leidenschaftlich gern“, sagt Kuthan. Andreas Waldschütz, der in Wall als selbständiger Geigenbauer ar- beitet, ist allerdings derjenige, der die Stücke setzt und sich um die stiltechnische Qualität kümmert. „Er ist über- haupt der Mann, der uns in Form bringt“, sagt Kuthan. Er selbst sei wohl eher der freigeistige Pol im Quartett. „Aber wir hauchen alle gemeinsam den Stücken Leben ein.“ Aber wenn ein Verein Ansagen wünscht, übernimmt das – wundert vermutlich nieman- den mehr – auch Kuthan, der dann die anderen „kecken Jünglinge“ in fast kabarettisti- scher Manier vorstellt. Einen Überblick zu halten über die verschiedenen Besetzun- gen, in denen er Zither spielt, ist nicht so einfach. Neben der Kerschbam Musi zithert er auch seit 2004 in der Biergriagl Musi, in der Waldschütz zur Gitarre greift und Lokomotivbau- er Joseph Denk aus Tegernsee den Kontrabass spielt. Die Nie würde es ihm einfallen, auf einem Heimatabend etwas anderes als Volksmusik zu spielen „Ich möchte die Leute was spüren lassen“

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