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2013_Zither-Mag_1

Der Mond geht auf, die Voegel schweigen - Zur Geschichte der chin. Zithern Guqin und Guzheng

Der Mond geht auf, die Vögel schweigen Zur Geschichte der chinesischen Zithern Guqin und Guzheng / von Ma Li D ie Zitherinstrumente Guqin und Guzheng nehmen neben der zweisaitigen Geige Erhu oder der Kurz- halslaute Pipa, die ebenfalls chinesische Soloinst- rumente mit besonderen Charakteristika sind, kulturge- schichtlich eine besondere Rolle ein. Die Qin, auch Guqin genannt, ist ein gezupftes, meist mit sieben Saiten bespanntes Zitherinstrument, das zwischen 770 bis 477 vor Christus entwickelt wurde. Der Name be- deutet schlicht „Instrument“. Obwohl die Qin fast 3000 Jahre die Musikgeschichte des Landes prägte und reichlich Literatur dafür entstand – rund 3000 Werke sind überliefert - ist sie im heutigen China weitgehend unbekannt. Während europäische Instrumente wie etwa das Klavier von Millio- nen Chinesen gespielt werden, beschäftigen sich nur rund 2000 Menschen landesweit mit der Qin. Ihre geringe Laut- stärke und die eigenartige Klangfarbe eignen sich nicht für ein Massenpublikum, sondern passen besser zu meditativer Zurückgezogenheit. Das Instrument und seine Musik sol- len dem Qin-Spieler helfen, das höchste Ziel zu erreichen: im Einklang mit dem Universum ein wahrhafter Mensch zu werden. Literaten und gebildete Beamte bis hinauf zur Kaiserfamilie erfreuten sich am Spiel der Qin. Mehr als 400 Gedichte preisen das Instrument und bezeugen seine über- ragende Bedeutung innerhalb der chinesischen Kultur. 48 | VERWANDTSCHAFTEN

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