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2013_Zither-Mag_1

N eue Musik sucht sich neue Instru- mente. Oder er- schließt sich alte neu und kombiniert sie in unge- wohnten Besetzungen. Die Konzertrei- he „hellhörig“ an der Hochschule für Musik und Theater München zeichnet seit vier Jahren die Entdeckungsreise nach, begleitet diese Annäherungen, sucht pfiffige Präsentationsformen, verbindet Musik mit Literatur und Malerei. Manche der hellhörig-Konzerte sind in- zwischen so gefragt, dass sie außerhalb der Hochschule wiederholt werden. Dazu zählt die „Landpartie – Musikalische Reise ins Blaue Land“, mit dem Studie- rende des Studiengangs Volksmusik nach einem Gastspiel im Franz-Marc-Museum in Kochel am Samstag, 20. April, um 20 Uhr in Kelheim (Festsaal im Weissen Bräuhaus) zu hören sind. BlauesLand–sonannteFranzMarcund seine Freunde vom Blauen Reiter die Gegend zwischen Murnau und Kochel. Die Künstler waren so begeistert von der Landschaft, dass sie sich im Voralpen- land niederließen. Die in Berlin lebende Else Lasker-Schü- ler (1869 – 1945) teilte die Freude an der Natur nicht. Trotz der Welten, die sie und Marc trennten, entwickelte sich von 1912 an eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden, die zu einer umfangreichen Korrespondenz führte. Auf Marcs poetisch-gemalte Karten antwortete Else Las- ker-Schüler als „Prinz Jus- suf von Theben“ mit Zeichnungen und langen Briefen. Der Komponist Peter Wittrich hat als Grundstock für seine „Szenen aus dem blauen Land“ Zwiefache und einen Ländler gewählt, den er in fünf Varian- ten präsentiert. Im Wandel bleibt die Anbindung an die Tradition gegeben, aus ihr heraus erwachsen die Verände- rungen. In die Musik eingestreut ist eine Lesung aus Marcs und Lasker-Schülers Briefwechsel „Der blaue Reiter präsen- tiert Eurer Hoheit sein Blaues Pferd“. Das darauffolgende „hellhörig“-Konzert am Dienstag, 25. Juni, 20 Uhr in der Black Box, Gasteig, trägt den ungewöhn- lichen Titel In den Wald und heim. Diesen Satz ruft sich ein Fuchspaar im zweiten Akt der Janácek-Oper „Das schlaue Füchslein“ zu. Sehnsucht. Ver- heißung. Abenteuerlust. Gefahr. Derartigen Konnotationen dieses „Zurufs zwischen Füchsen“ spüren hellhörig in diesem von Prof. Jan Müller-Wieland konzipierten Konzert Urauffüh- rungen und Meisterwerke der Moderne nach. Neben Etüden vonGyörgy Ligeti undLucianoBeriofürKlaviersowiederSo- nate für Cello und Klavier von Aribert Reimann und Johannes Kreidlers Stil1 für Zither, Cello und elektronischer Zuspielung werden Werke von Severin Dornier, Sebastian Schwab und Marina Schlagintweit aus der Kompositionsklasse Jan Müller-Wieland uraufgeführt. Die Interpreten sind Studie- rende des Masterstudiengangs Neue Musik. Georg Glasl Hellhörig Neue Musik in ungewohnten Besetzungen: Eine Konzertreihe der Hochschule für Musik und Theater München Franz Marc: Schloss Ried (1914,Tusche, Tinte, Aquarell auf Papier, Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett) Foto: Franz-Marc-Museum ˇ HOCHSCHULNACHRICHTEN |75

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