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2013_Zither-Mag_1

D ie Geschichte ist schnell erzählt: Mitten in einem Bergdorf, umgeben von dem gro- tesken Karneval der Hotels, Skilifte und Après-Ski-Hüt- ten, steht Destinas elterliches Haus, in dem sie ihr Leben mit Warten auf Hanno, ihren Geliebten, verbringt. Der hatte sich vor Jahren aufgemacht, um einen Gletscher im Alleingang zu besteigen. Erst knapp sechzig Jahre später soll sie ihn wieder sehen. Auch Florinda, das gemeinsame Kind, das den Vater nie zu Gesicht bekommen hat, ist wie ihre Mutter zum Warten verurteilt. Doch sie kämpft mit aller Wut und mit allen Mitteln gegen Destina an – und gegen die Zeit, die ihr da- vonläuft. Aufgepumpt von der Sehnsucht nach Liebe und aufgefres- sen von der Gier nach Leben, verbeißen sich die beiden Frauen ineinander; Erwartungen werden bis zum Anschlag ausgereizt, Momente changieren zwischen Stillstand und Gewaltausbruch und schlagen um in bizarre Komik. Erst am Ende wird die Liebende ihren Verlobten wieder sehen – als Gletscherleiche, die im Zug der Gletscher- schmelze zum Vorschein gekommen ist. Eine naheliegende Idee, diese Geschichte mit alpenlän- disch konnotierten Musikinstrumenten in Verbindung zu bringen – möchte man meinen. Dass dem nicht so sein wird, dafür sorgen die Beteiligten an diesem Projekt, das am 11. Juli in der Reaktorhalle in München uraufgeführt werden wird. Allen voran die drei jungen Damen Katharina Müller (Kom- position), Rheinhilde Gamper (Zither) und nicht zuletzt die Autorin Margareth Obexer, die sich bereit erklärt hat, an der Einrichtung ihres erfolgreichen Stückes Gletscher in eine Textvorlage für ein bühnentaugliches Musiktheater mitzu- wirken. Zu den Zithern - einschließlich einer E-Zither, die Gletscher eine musiktheatralische Uraufführung als Master-Projekt an der Hochschule für Musik und Theater München Maxi Obexer wurde in Brixen, Süd- tirol, Italien geboren. Sie lebt in Ber- lin als Autorin von Theaterstücken, Hörspielen, Erzählungen sowie Essays und Reportagen. Seit 2010 hat sie eine Gastprofessur für Szenisches Schrei- ben an der Universität der Freien Küns- te in Berlin. Levin Handschuh, geboren 1986, studiert Sprech- und Musiktheaterregie an der Hochschule für Musik und The- ater München bei Prof. Cornel Franz. Vor seinem Studium war er in der freien studentischen Szene in Erlangen als Re- gisseur tätig. Stefan Wehmeier: Ronahi, 2010 (Ölfarbe, Sand auf Leinwand) Foto: Siegfried Wameser, VG Bildkunst Bonn 76 | HOCHSCHULNACHRICHTEN

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