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2013_Zither-Mag_2

ner, wenn ich sage, dass ich die ganze alpenländische Musik spielen kann.“ Der Vater bestand darauf, dass seine Kinder mitsangen, auch wenn sie die Texte an- fangs nicht verstanden. „Beweg’ deinen Mund“, zitiert ihn Rosalyn und lacht. Aber die vielen Musikantentreffs erleich- terten der Familie die Eingewöhnung in Waldkraiburg. Ihre Eltern hatten sich zunächst in Landsberg niedergelassen, der Vater arbeitete dort als Assistenzarzt. In Waldkraiburg eröffnete er schließlich eine Zahnarztpraxis. Die vielfältige Musikkultur, mit der sie dank ihres Vaters früh vertraut wurde, ist sicher der Grund für Rosalyns Offen- heit den verschiedensten Stilen und Gat- tungen gegenüber. „In unserer Familie war nie eine Musikrich- tung wertvoller als die andere. Wir gingen in jedes Konzert, ins Bett mussten wir nie.“ Vio- line lernte Rosalyn übrigens auch noch, spielte als Zwölfjährige zweite Geige im Stadtorchester. Was ihre Fortschritte auf der Zither be- traf, so gab es einen entscheidenden Ruck,alssieirgendwanndenZither-Manä rocken hörte. „Da wusste ich, es gibt was anderes.“ Sie begann darüber nachzuden- ken, ob sie weiter auf Klavier als Hauptin- strument setzen oder sich nicht doch um einen ausgebildeten Zitherlehrer bemü- hen sollte. Lothar Lägel, dessen Spiel sie ebenfallsbeeindruckte,empfahlihreinen Pädagogen in Chieming. Nicht gerade der nächste Weg von Waldkraiburg aus, vor allem wenn man noch nicht Auto fährt. Doch Rosalyn schaffte es, jede Woche zur Stunde zu kommen. Sie bewarb sich mit Hauptfach Klavier in Zagreb an der Hoch- schule, bestand die Aufnahmeprüfung. „Da habe ich ernsthaft überlegt, ob ich gehen soll.“ Aber dann überwog doch der Reiz, ein Instrument zu spielen, das nur wenige beherrschten. Siemeldetesichim60Kilometerentfern- ten München am Richard-Strauss-Kon- servatorium an, was ihrem Vater besser gefiel, denn da konnte die Tochter täg- lich wieder heimkommen. Rosalyn aber war nach der Aufnahmeprüfung erst ein- mal geschockt. Nicht nur, dass sie das Spielen mit dem Wechselschlagring nicht beherrschte – „das habe ich mir schnell in den ersten Monaten an- trainiert“ – plötzlich war sie auch umgeben von anderen jungen Zitherspielern, die schon Preise bei Ju- gend musiziert eingeheimst hatten. „Ich hatte nichts.“ An ihre Jahre in München erinnert sie sich gern. Der Unterricht bei Georg Glasl, die Projekte, die internatio- nalen Festivals - „da habe ich unglaublich viel gelernt, gerade was es bedeutet, an- dere Leute zu begeistern oder Konzerte zu organisieren“, sagt sie und schwärmt von den intensiven Erfahrungen bei „hide@park“, einem Projekt während des Festivals Zither 5. Junge Zitherspieler aus Slowenien, Italien, Österreich und Deutschland studierten in mehreren Pro- bephasen, die in den einzelnen Ländern stattfanden, ein Stück des Komponisten Volker Nickls gemeinsam ein. Die Urauf- führung fand während des Festivals statt. SchonwährenddesStudiumsunterrichte- te sie regelmäßig. „Im ersten Studienjahr drei Nachmittage die Woche, im vierten Studienjahr vier.“ Über 30 Zitherschüler hatte sie damals. Irgendwann unterrich- tete sie auch samstags. Und merkte, dass sie nicht mehr für sich spielte, sondern sich nur mehr im Unterricht verausgabte. „Das taugt nichts.“ Inzwischen hat sie die Schülerzahl begrenzt, sich selbst einen Zaun gezogen, wie sie es bezeichnet. „Ich nehme nur mehr 20 Schüler an.“ Schließlich braucht sie inzwischen auch Zeit für die eigene Familie. Tochter An- gelina ist acht Jahre alt, spielt gut Kla- vier und – Vater Martin ist ein Sportler - Tennis. Zither hat sie auch ausprobiert. Aber da ist der Begeisterungsfunke von der Mutter auf die Tochter noch nicht Rhythmus ist etwas Elementares in ihrem Unterricht Um noch schneller zu sein, wäre ein Flugzeug ganz praktisch für Rosalyn Sabo, die auf dem Foto oben gerade die Haltung von Johannes korrigiert. Ge- meinsames Grooven macht aber mehr Spaß: (von links) Lisa Spranger, Gitarrist Fabian Wesp, Jasmin Mackedanz , Rosalyn Sabo, Johannes Weiss und Rosalyns Tochter Angelina.

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