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2013_Zither-Mag_2

A ußenansicht, Peter Hoch über 50 Jahre DZB, so war mein Beitrag, um den Georg Glasl mich ange- fragt hatte, angekündigt. Nun, „Außenan- sicht“ trifft nicht ganz zu, da ich, es muss von2001angewesensein,alsMitglieddes Bundesmusikausschusses durchaus an einer „Innenansicht“ teilhatte. Auch wa- ren es nicht 50 Jahre, mit denen ich mit dem DZB in Kontakt stand. Mein Engage- ment mit dem und für den DZB bestand von 1974 bis 2008, knapp 34 Jahre, über die ich berichten kann – immerhin eine lange Zeit. In meinem Bericht muss ich mich auf gewisse „Eckdaten“ und meine Erinnerung beziehen, da mir die Zeit für genauere Recherchen und auch umfang- reichere Unterlagen fehlen. Im August 1974 begegnete ich erstmals Zitherspielern. Dr. Hans-Walter Berg, Direktor der Bundesakademie für mu- sikalische Jugendbildung in Trossingen, hatte mich gefragt, ob ich als Gastdozent der Bundesakademie bereit wäre, mit jungen Musikern Neue Musik zu erar- beiten. Die Einladung nach Trossingen klang interessant. Anstoß für die Anfra- ge hatten wohl meine Konzepte Neuer Musik gegeben, die ich im Schott Verlag veröffentlicht und bereits mit Profi- und Amateurmusikern praktiziert hatte. In Trossingen fand ich zu meinem Erstau- nen Zitherspieler vor. Es mögen etwa 30 überwiegend junge Leute gewesen sein, ein ganzes Haus voll. Ich lernte den Präsidenten des DZB, Dr. Dr. Jacob Bayer kennen, ein liebenswür- diger älterer Herr, und eine Reihe von Verbandsfunktionären und Gastdozenten: Lili Grünwald-Brandlmeier, Wilhelm Me- der, Fritz Wilhelm, Rolf Meyer-Thibaut, Gernot Sauter und Toni Gößwein, der als Jugendreferent im Verband der Motor war für eine beeindruckende Jugendbewe- gung, die, so schien mir, in der bis damals heilen Welt der Zithermusik ein Aufbruch in eine neue Ära darstellte und letztend- lich Beginn einer jahrzehntelangen, bis heute anhaltenden Zusammenarbeit von DZB und Bundesakademie war. Nicht vergessen darf man, was sich be- reits ein Jahr zuvor abzeichnete: Das Zitherquartett Oberhausen hatte ein Werk von Mauricio Kagel uraufgeführt. Und Teilnehmer eines ersten Trossin- ger Zitherseminars hatten unter Lei- tung von Dr. Berg die graphisch notierte Komposition „Styx“ des Griechen Anestis Logothetis in einem spektakulären Son- derkonzert des Bayerischen Rundfunks gespielt. Das waren Marksteine, die ver- bandsübergreifend Aufmerksamkeit und verbandsinterne Unruhe erregten, die sich bei den Zithermusiktagen 1977 in Kassel fortsetzten. Dort führten Wilhelm Meder und Hans Krasser meine Kompo- sition „Kreise“ auf. Geradezu zum Eklat kam es, als im gleichen Programm die Zitherfreunde Pasing unter Leitung von Toni Gößwein, ohne mich in die Planung vorher mit einzubeziehen, man kann sagen, mit gezielter Provokation, mein Stück „Phasen“ aufführten. An das Ein- beziehen des Komponisten in die Vorbe- reitung hatte man damals nicht gedacht, ich stand vor vollendeten Tatsachen, was nicht heißt, dass ich gegen die Auffüh- rung gewesen wäre, insbesondere nicht - Schwieriger Spagat zwischen Anspruch und Wirklichkeit Die Zither ist auf einem guten Weg. Der Verband aber muss den Weg in eine neue Zeit erst noch bewältigen von Peter Hoch AUSSENANSICHT |17

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