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2013_Zither-Mag_2

ders hervorheben möchte ich das starke Engagement, das der DZB im Laufe vieler Jahre und unter verschiedenen Präsiden- ten immer wieder der Bundesakademie mit ihren Zitherseminaren und berufs- begleitenden Fortbildungen entgegenge- bracht hat. Die Zithermusiktage des DZB, von1964an(damalsnochalsBundeskon- gress) bis heute durchgeführt, stellten jahrzehntelang die einzige Standortbe- stimmung für das Instrument und seine Vertreter dar. Dass der Verband nach so langer Zeit heute eine andere Ausrich- tung haben muss und im Hinblick auf den derzeitigen Stand der Entwicklung auch haben kann, ist positiv zu sehen. Der Ge- nerationswandel stand lange an und ist heutemitdemausdemNachwuchslängst hervorgegangenen Vertretern möglich. Nach den Zithermusiktagen 2000 in Was- serburg sprach mich der damalige DZB- Präsident Rudi May darauf an, ob ich mir vorstellen könnte, im Bundesmusikaus- schuss als Berater und bei der Entwick- lung neuer Ideen mitzuwirken. Nachdem ich so viele Jahre mit demDZBverbundenwar, sagte ich zu. Ich mochte Rudi May, der DZB und die Zither waren seine Welt, eine Herzens- sache, und er hat dem Verband alles ge- geben, was aus seiner Sicht möglich war. Neuen Ideen ist man im Bundesmusik- ausschuss jedoch, vorsichtig ausgedrückt, stets sehr zurückhal- tend begegnet. Auch damals war ein junges Team engagiert dabei, Ideen einzubringen und umzusetzen: Mi- riam Vanneste-Vratz, Betina Aleithe, Tomy Temerson, Ralf Colin. Nachdem es sich aber zeigte, dass meine Mitarbeit und die des Musikausschusses sich praktisch nur auf die Gestaltung der Zithermusiktage be- schränkten, habe ich nach den Zithermu- siktagen 2007 in Hanau meine Mitarbeit eingestellt. Die Neue Musik war im DZB geduldet, fand darüber hinaus jedoch wenig Zu- stimmung. Für Hanau hatte man mich gebeten, an der Gestaltung des Pro- grammheftes mitzuhelfen. Die Schwierig- keiten in Zusammenarbeit mit den „Alt- vorderen“, die eine professionelle Arbeit unmöglich machten, brachten mich dem Austritt aus dem Musikausschuss näher. Außerdem hatte ich damals das Konzert „Musik unserer Zeitgenossen“ organisiert. Drei Komponisten, für die die Zither Neu- land waren, schrieben neue Werke zur Ur- aufführung: Stefan Hippe, Hubert Hoche, Matthias Kaul. Ich trug meine Kompositi- on „Zymba“ für Mandoline und Zither bei, die bereits vorher bei einem Internationa- len Mandolinensymposium uraufgeführt worden war. Wolfram Breckle und das Stuttgarter Querflötenquartett spielten Helmut Bornefelds „Orpheum“. Von DZB- fernen Konzertbesuchern erfuhr ich po- sitive Aussagen. DZB-Verbandsvertreter dagegen äußerten sich nicht. Man hat nicht mal den jungen Interpreten, Johannes Schubert, Wolfgang Hubert, Axel Rüdiger und der Mandolinistin Gertrud Weyhofen ein of- fizielles Dankeschön entgegen gebracht. Im „Saitenspiel“ wurde das Konzert nicht besprochen, so als hätte es nicht statt- gefunden. So viel zur Wertschätzung der Neuen Musik im DZB nach einem durch- aus beeindruckenden Programm mit er- folgreichem Engagement junger Zither- spieler (DZB-Mitgliedern!). Die Fortbildungen an der Bundesakade- mie wurden mit großem Engagement, personell, zeitlich, finanziell, durchge- führt. All die hervorragenden Gastdozen- ten aufzuzählen würde den Rahmen des Beitrags sprengen. Mit den meisten war ich freundschaftlich verbunden, für alle Beteiligten war es eine fruchtbare Zeit. Stellvertretend sei Georg Glasl erwähnt, der in einem Kurs seine Übertragung ei- ner Violoncello-Suite von Johann Sebasti- an Bach vortrug. Zur vergleichenden In- terpretation hatte ich Professor Hamann, namhafter Cellist und Leiter der Cello- Klasse an der Musikhochschule Trossin- gen, gebeten. Eine Studentin spielte die Suite auf ihrem Cello, und es fand eine sehr gründliche, detaillierte Gegenüber- stellung der beiden Instrumente und der Interpretationen statt, die den ansonsten eher konservativen Cello-Professor zu ei- ner ungewöhnlichen Hochachtung für die Zither veranlasste. Das sind solch kleine herausragende Er- eignisse, die in Erinnerung bleiben und von denen es eine ganze Menge gab, die den Teilnehmern der Fortbildungsver- anstaltungen vermittelten, was Musik ist und wo innerhalb dieser Musik der Mit der „Solo-Zither in der bayerischer Volksmusik“ beschäftigten sich die Teilnehmer dieses Seminars, das 1991 in Bad Aibling stattfand. Die Leiter waren Ludwig Englmei- er (1. von links) und Johannes Popp (2. v.l.).In der Mitte steht Rudi Knabl. Foto: privat Der Generationswandel steht schon lange an AUSSENANSICHT 19

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