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2013_Zither-Mag_2

den Zusammenschluss abgestimmt. Die überwältigende Mehrheit der Zither- spieler stimmte dafür - lediglich beim Süddeutschen Zitherbund gab es zwei Enthaltungen. Bayer gelang es durch diplomatisches Geschick, einen Gesamt- verband ins Leben zu rufen. Am 5./6. Ja- nuar 1963 fand in Frankfurt am Main die Gründungsversammlung statt. Da die „Altverbände“ zum Teil schon vor dem Krieg bestanden und sich regionale Traditionen gebildet hatten, wurde der neue Verband nach Regionen gegliedert, anfangs Landesgruppen, heute Landes- verbände genannt. Die Landesgruppen richteten sich nach den Ländergrenzen innerhalb der BRD. Die Hauptverbrei- tungsgebiete der „Altverbände“ wurden zur Grundlage der Landesgruppen. An- fangs waren es sechs Gruppen, heute sind es zehn Landesverbände, auch weil nach der Wiedervereinigung Sachsen und Thüringen dazukamen. Der neue Verband wollte verschiedene Aufgaben erfüllen, doch alles lief nur langsam an und es bedurfte einiger Jahre der Konsolidierung. Ein nicht zu unterschätzendes Faktum war und ist es bis heute noch immer, dass der Bund nicht homogen ist. Zum einen setzen sich die Mitglieder aus Laien und Fach- leuten zusammen, wobei die Laien die größere Gruppe stellen. Dieses Problem ist eigentlich nicht zu lösen. Die Zusam- menarbeit bedarf des stetigen gegensei- tigen Vertrauens und gelegentlich auch des Gewährenlassens. Denn da der DZB schon der kleinste unter den Laienmu- sikverbänden ist, sollte man die wenigen Kräfte nicht noch dadurch zersplittern, indem man einen „Laien“- und einen „Fachleute“-Verband gründet. Außerdem ist in der Demokratie die Kopfzahl ent- scheidend. Das heißt, öffentliche Mittel werden nach der Größe eines Verbandes vergeben. Da die Kulturhoheit bei den Bundesländern liegt, spielen die Landes- verbände hier eine besondere Rolle. Zum anderen ist der DZB in seiner Orga- nisation nicht homogen. Die Landesver- bände sind teils selbstständige eingetra- gene Vereine, teils vom Bundesverband „abhängige“ Untergliederungen. Die Gründe dafür liegen in der Anzahl der Mitglieder. Und natürlich fehlt es an Ho- mogenität in der Frage, was denn auf der Zither gespielt werden darf. Es ist eine der vornehmsten Aufgaben des Bundesvorstandes, zwischen den Laien und Fachleuten, zwischen Bund- und Landesverbänden und zwischen den verschiedenen musikalischen Vor- stellungen zu moderieren. Alle sollten zu Wort kommen, Brücken zwischen den einzelnen Gruppen sind zu bauen, was durchaus mit Spannungen belastet sein kann, wie sich schon in den An- fangsjahren zeigte. Schon in den ersten Jahren des DZB konnte sich einer der alten Verbandsfürsten mit seiner neuen Rolle nicht so ganz abfinden. Diverse Unzulänglichkeiten seinerseits und von Bundesseite führten zu einem Allein- gang. Es wurde ein eigener Verband im Rhein-Main-Gebiet gegründet, die gera- de begonnene Arbeit im DZB empfind- lich gestört, wenn nicht auf Jahre hinaus untergraben. Die zweite Krise ergab sich in Folge des Kongresses in Kassel 1977 anlässlich der 100-Jahrfeier für den Deutschen Zithermusikverband 1877 e.V. Dort wur- de erstmals ein Konzert veranstaltet, in dem Neue und Alte Musik nebenei- nander standen. Während und nach der Veranstaltung kam es zu tumultar- tigen Szenen, die Gemüter ließen sich nicht beruhigen. Manche sahen den Untergang des Abendlandes eingeläu- tet. In der Folge entschieden sich ei- nige bayerische DZB-Mitglieder, einen eigenen „Zither- und Volksmusik-Lan- desverband Bayern“ zu gründen. Für den DZB-Landesverband bedeutete das damals einen Aderlass von 50 Prozent seiner Mitglieder. Diese Vorgänge sind bedauerlich. Wich- tiger aber sind die Ziele, die sich der Natürlich gab es bei den Besuchen des Zithermusikvereins Bremen in Magdeburg auch gemeinsame Konzerte. Hier ein Foto aus dem Jahr 1963. Foto privat INNENANSICHT |25

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