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2013_Zither-Mag_2

Die Installation am Wendelstein ist ein EnsemblevonselbstklingendenZithern: jedem Instrument ist ein sogenannter Transducer angebracht, ein spezieller Lautsprecher, der den Klang lediglich als Schwingung überträgt und damit den Korpus der Zither als Resonanzkör- per verwendet. Somit werden die Inst- rumente zu Lautsprechern, über die ein Arrangement von Zithertönen zu hören ist, die eine Bearbeitung in spezieller Weise erfuhren: Klänge wurden von Zithern aufgenommen, ein Klang wird über die einzelne Zither als Resonanz- körper abgespielt, mit Kontaktmikro- fon aufgenommen, die Aufnahme wird über die Zither abgespielt und wieder aufgenommen - ein Kreislauf beginnt. Am Ende mehrerer Durchgänge steht ein von der Eigenresonanz der jeweili- gen Zither stark angereicherter Klang. In der Wendelsteinhöhle baut sich ein Gewebe von verschiedenen Klängen auf, aus welchem einzelne an bestimm- ten Punkten hervortreten, wenn sie mit ihrer ganz eigenen Klangeinfärbung auf auf das Instrument mit der entspre- chenden Eigenresonanz treffen. Die Zither war mir als Musikinstrument schon von frühester Kindheit an ver- traut: Mein Vater - von Beruf Schmied - spielte in seiner freien Zeit die Zither. Die Musik meiner frühen Jahre war volksmusikalisch geprägt, dann bei den Regensburger Domspatzen tauchte ich in die Welt der klassischen Musik ein. Über das Studium der Musikwissen- schaft hin, meine Jahre als Berufssän- ger im Bereich der Chor- und Ensemb- lemusik hindurch bis zu meiner jetzigen Tätigkeit im Bereich der Klangkunst und Klanginstallation - immer beschäf- tigten mich Resonanzen, Klänge und Klangfarben und das fast lupenartige Hinein-Zoomen in einen Klang. Die Zither, in meiner musikalischen (Hör-)Welt immer präsent - ob nun im Kontext von Alter Musik, Volksmusik, aber auch zeitgenössischer oder elek- tronischer Musik - tritt nun mit der Arbeit dia-materiell (klangserie II) - zither am Wendelstein wieder in den Vordergrund, ich hole ihren intimen Klang für mich und die Zuhörer ganz nah heran. Die Klanginstallation leuchtet in den zarten, manchmal fragilen Klang ver- schiedener Zitherinstrumente hinein, sie reduziert sich auf Klangeigenschaf- ten, geht detailliert ins Kleine und weitet sich doch wieder ins Große aus, wenn beim Hören auf das Ensemble selbstklingender Zithern weitergreifen- de Zusammenhänge und -klänge erfahr- bar werden. Alois Späth ganztägig dia-materiell (klangserie II) – zither Eine Installation im Höhlendom am Wendelstein FESTIVAL |41

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