Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

2013_Zither-Mag_2

Klemens Kleitsch

Klemens Kleitsch Seit wann bauen Sie E-Zithern und was hat Sie dazu veranlasst Seit 2009. Im Gegensatz zu kompliziert zu bedienenden E-Zithern sollte ein möglichst einfach handhabbares Instru- ment entwickelt werden. Wie lange dauerte die Phase von der ersten Entwicklung bis zum verkaufs- fertigen Instrument? Zwei Jahre. Was ist aus Ihrer Sicht der entschei- dende Unterschied bei Entwicklung und Bau einer E-Zither im Vergleich zu akustischen Instrumenten? Derselbe wie bei Konzert- und E-Gi- tarre. Die E-Zither braucht genügend Masse für einen langen und leisen Ton im Gegensatz zum impulsiven und kräf- tigen Ton meiner akustischen Zithern. Welche spezifischen Schwierigkeiten hatten Sie beim Bau Ihrer E-Zithern zu bewältigen? Haben Sie sich von der Bautechnik anderer E-Instrumente (z.B. E-Gitarren) beeinflussen lassen? Weder noch. Die Schwierigkeit bestand darin, ein einfaches, gut funktionieren- des Tonabnehmersystem zu finden. Haben Sie während der Entwicklungs- phase mit Musikern zusammengear- beitet? Gab oder gibt es eine Instanz für ein Feedback während der Ent- wicklungsphase und in der Jetztzeit? Georg Glasl und seine Studierenden haben die Instrumente während der Entwicklungsphase getestet und ge- spielt. Aus welchen musikalischen Bereichen kommen Ihre E-Zither-Kunden, in wel- chen musikalischen Genres werden Ihre Instrumente eingesetzt? Meine E-Zitherkunden kommen aus allen Bereichen der Musik. Nur die- jenigen, die nur Alte Musik spielen, gehören nicht dazu. Durch ihren sehr ausgeglichenen Klang und neutralen Ton plus die optionale Dämpfungsein- richtung für die freien Saiten eignen sich die E-Zithern für Neue Musik, Jazz, Volksmusik, Folklore, Salonmusik. Interessanterweise sind sie klanglich den „herkömmlichen Zithern“ ähnli- cher als meine Akustik-Zithern, die übrigens auch mit dem selben Tonab- nehmersystem ausgestattet werden können, ohne dabei ihre Klangeigen- schaften einzubüßen. Sehen Sie noch Entwicklungspoten- tial? Gibt es Ideen für Modifikation, Veränderung oder Weiterentwicklung der Instrumente? Grundsätzlich können Entwicklungen und Modifikationen von der E-Gitarre übertragen werden: Zum Beispiel Mi- di-Ausgänge für das Griffbrett. STECKBRIEF Große E-Zither, 37-saitig Form: Unregelmäßiges Fünfeck Gewicht: ca. 7 kg Tonabnehmersystem Griffsaiten: Nano Mag Tonabnehmersystem Freisaiten: Nano Flex Aufbau des Solidbodys: hohl Regeltechnik: Shadow 2-Kanal Preamp Dämpfung: Optional Preis: 3.900 Euro mit Dämpfung Kleine E-Zither, 31-saitig Form: Unregelmäßiges Fünfeck Gewicht: ca. 5 kg Tonabnehmersystem Griffsaiten: Nano Mag Tonabnehmersystem Freisaiten: Nano Flex Aufbau des Solidbodys: hohl Regeltechnik: Shadow 2-Kanal Preamp Dämpfung: keine Preis: 2.400 Euro Das meint ein Kunde Ich spiele seit 2011 eine E-Zither von Klemens Kleitsch, die ich gegenwärtig hauptsächlich in meiner Arbeit als Mitglied des Decoder Ensembles für aktuelle Musik (Hamburg) einsetze. Sie ist Teil meiner täglichen mu- sikalischen Praxis geworden, auch in Kombination mit analoger und digitaler Live-Elektronik. Mit der E-Zither ist das dynamische Zusammenspiel von Konzertflügel, Klarinette, Stimme, Schlagzeug und Live-Elektronik (die Grundbesetzung von Decoder) völlig unproblema- tisch. Tontechniker sind immer wieder begeistert, wie gut das Instrument klingt, auch wenn es über höher dimensionierte Anlagen verstärkt wird, und wie einfach die E-Zither im Gesamt-Mix zu händeln ist. Man muss kaum Modifikationen anwenden, um einen satten, raumfüllenden Klang selbst in großen Konzertsälen und Clubs zu erhalten. Da ich seit Jahren auch akustische Zithern von Kleitsch spiele, liegt mir das Modell beson- ders gut in der Hand, zudem war ich von der schlichten Bauweise und dem klaren Konzept schnell überzeugt. 2012 setzte ich das Instrument in meinem Werk „Seu- ring | Schalter“ für E-Zither, Elektronik und Orches- ter ein, einem Kompositionsauftrag der Hamburger Philharmoniker, bei dem ich selbst den Solisten-Part übernahm. Dort konnte das Instrument auch gegenüber dem großen Klangapparat bestehen. Von Vorteil ist der eingebaute Pedalmechanismus, der ein präzises Zwi- schendämpfen bei Akkordfolgen, bzw. unerwünschtes Mitschwingen der Freisaiten verhindert. Darüber hin- aus kann diese technische Vorrichtung auch als Effekt eingesetzt werden, um einen Pizzicato- oder Etouf- fé-ähnlichen Klang zu erzeugen. Als Teil der Formation Gebrüder Teichmann & Leopold Hurt ist die E-Zither für mich eine große Erleichterung im Zusammenspiel mit DJs und Electronica-Künstlern. Sie ermöglicht ein kreatives Arbeiten auch mit höheren Lautstärkepegeln, da lästige Feedbacks von vornherein ausgeschlossen sind. Leopold Hurt, Komponist und Zitherspieler E-ZITHERN IM TREND |59

Pages