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2013_Zither-Mag_2

Wünsche KG

Wünsche KG Seit wann bauen Sie E-Zithern und was hat Sie dazu veranlasst? Wir bauen seit ca.13 Jahren E-Zithern, anfänglich als halbakustische Instru- mente und seit 2006 auch mit Solid- body. Das erste Instrument dieser Art entstand im Rahmen meiner Diplom- arbeit an der FH für Musikinstrumen- tenbau. Das verwendete Prinzip der Piezo-Einzeltonabnahme geht auf den Elektroniker Karlheinz Bormann aus Braunschweig zurück. Er war selbst Zitherspieler und hatte beruflich die besten Kenntnisse, um ein System, das direkt auf die Zither zugeschnitten war, zu entwickeln. Wie lange dauerte die Phase von der ersten Entwicklung bis zum verkaufs- fertigen Instrument? Von der Planung bis zur ersten Auslie- ferung dauerte es länger als 3 Jahre (inkl. eingebauter MIDI-Funktion). Die Entwicklung läuft jedoch neben der Produktion stetig weiter. Was ist aus Ihrer Sicht der entschei- dende Unterschied bei Entwicklung und Bau einer E-Zither im Vergleich zu akustischen Instrumenten? Der größte Unterschied ist, dass man sich als Instrumentenbauer sehr inten- siv mit dem Gebiet der Elektrotechnik auseinandersetzen muss, um die Schal- tungen besser verstehen zu können. Welche spezifischen Schwierigkeiten hatten Sie beim Bau Ihrer E-Zithern zu bewältigen? Haben Sie sich von der Bautechnik anderer E-Instrumente (z.B. E-Gitarren) beeinflussen lassen? Der Solidbody der E-Gitarre war der einzige Einfluss, ansonsten ist das Prin- zip der Tonabnahme bei allen Saitenin- strumenten identisch. Das größte Prob- lem war, dass es keine passenden Teile für die Zither gab. Tonabnehmer und Platinen werden daher speziell angefer- tigt. Eine weitere Herausforderung war der Einbau des umfangreichen Systems in das Instrument. Haben Sie während der Entwicklungs- phase mit Musikern zusammengear- beitet? Gab oder gibt es eine Instanz für ein Feedback während der Entwick- lungsphase und in der Jetztzeit? Neben dem Techniker Karlheinz Bor- mann unterstützten uns uns Musiker und Musikerinnen aus Deutschland und Österreich, wie z.B. Edith Trieb, Michal Müller, Jörg Lanzinger und der „Zither-Manä“. Von ihnen erhielten wir hilfreiche Anregungen. Aus welchen musikalischen Bereichen kommen Ihre E-Zither-Kunden, in wel- chen musikalischen Genres werden Ihre Instrumente eingesetzt? Unsere Kunden kommen aus allen musi- kalischen Bereichen, von der Volksmusik bis hin zu Jazz und Pop. Man kann unse- re Instrumente sehr gut an die Bedürf- nisse des jeweiligen Genres anpassen. Sehen Sie noch Entwicklungspotential? Gibt es Ideen für Modifikation, Verän- derung oder Weiterentwicklung der In- strumente? Es wird ständig eine Weiterentwicklung in kleinen Schritten geben, z.B. bei den Tonabnehmern und elektronischen Bauteilen. Die momentane Elektronik funktioniert jedoch schon sehr gut. STECKBRIEF Form: Serienmodell in Psalterform, auf Wunsch auch in anderen Formen erhältlich Gewicht: ca. 5,6 kg ohne Kasten mit Kasten ca.11 kg Mensurlänge: 43,5cm - 45cm Griffmensur und auch als Alt- oder Basszither Tonabnehmersystem Griffsaiten: Piezo oder Piezo, kombiniert mit magnetischem Tonabnehmer Tonabnehmersystem Freisaiten: Piezo Aufbau des Solidbodys: Verschiedene Hölzer mit zusätzlichen Versteifungen Regelungstechnik: Im Instrument eingebaut und es können alle vier Bereiche (Griff, Begleit, Bass und Kontra) getrennt in Klang und Laut- stärke geregelt werden. Jeder Tonabnehmer wird auf die gleiche Lautstärke angepasst, um einen ausgewogenen Klang zu erreichen. Dämpfung: Auf Wunsch möglich Spezielle Saiten: Nylonsaiten mit geringerer Spannung Sonstige Ausstattung: Zwei Ausgänge Klin- ke 6.3, Stromversorgung über Netzteil oder 9V Akku Preis: 3500 Euro 3850 Euro mit zusätzlichem magnetischen Ton- abnehmer für das Griffbrett Das meint ein Kunde Jeweils ein Klinkenausgang von Griffbrett- und Frei- saiten ist an einen Verstärker anschließbar. Die Ein- stellmöglichkeiten direkt an der Zither sind gigantisch. So ist die Lautstärke von Griff- und Freisaiten getrennt regelbar. Auch die Höhen, Mitten und Bässe sowohl von Griffbrett und Freisaiten sind jeweils getrennt re- gelbar. Manchen Zitherspieler, der keine Erfahrung mit Elektronik hat, könnte diese Vielzahl von Reglern ab- schrecken. Doch wer sich einmal durchgebissen hat, kann dann so fein nachregeln. Die Zither hat keinerlei hörbaren Brumm. Das bei verstärkten Akustik-Zithern oft deutlich hörbare 'Ne- bensprechen' ist bei dieser E-Zither kaum hörbar, denn es gibt kein Schallloch mehr. Dies ist wichtig, wenn man den Griffkanal mit Effekten belegt. Da die Zither keinen Resonanzkörper hat, fängt sie auch bei extremer Lautstärkeneinstellung kaum von selbst zum Schwingen an. Was besonders wichtig ist: Mit meinen Voreinstellun- gen klingt diese E-Zither immer noch wie eine Zither, nicht wie eine Gitarre. Natürlich ändert sich das bei Einsatz von Effekten; dann wird jede Zither gitarrenähnlich klingen. Für Rock, Blues, aber auch für alles andere ist diese Zither optimal geeignet. Ich bin seit drei Jahren begeistert. Manfred Zick alias Zither-Manä 60 | E-ZITHERN IM TREND

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