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2013_Zither-Mag_2

Peter Ziegler

Peter Ziegler Seit wann bauen Sie E-Zithern, was hat Sie dazu veranlasst? Die erste vollmassive E-Zither habe ich 2012 auf Bestellung von Fabian Steindl hin entwickelt und gebaut. Sie war für mich ein logischer Schritt in Richtung Emanzipation von eingeschliffenen Klanggewohnheiten, verbunden mit neuen instrumentalen Möglichkeiten für das aktuelle Musikleben. Zudem ist die E-Zither besonders attraktiv für den Nachwuchs. Wie lange dauerte die Phase von der Entwicklung bis zum verkaufsfertigen Instrument? Da ich mit dem Nanoflex-System schon bei akustischen Zithern Erfahrungen ge- sammelt hatte, ging das relativ schnell. Von der Planung bis zum ersten fertigen Instrument dauerte es neun Monate. Was ist aus Ihrer Sicht der entscheidende Unterschied bei Entwicklung und Bau einer E-Zither im Vergleich zu akusti- schen Instrumenten? Der größte Unterschied ist mit Sicher- heit der Korpus, der bei einem akus- tischen Instrument leicht und unbe- schwert schwingen soll, während er bei der E-Zither (mit Solidbody) möglichst massiv und „schwingungsarm“ gebaut wird. Welche spezifischen Schwierigkeiten hatten Sie beim Bau Ihrer E-Zithern zu bewältigen? Haben Sie sich von der Bautechnik anderer E-Instrumente be- einflussen lassen? Ähnlich zur E-Gitarre verwende ich eine niedrige Saitenspannung, die zu einem besonders satten Ton führt, verbunden mit einem angenehmen Spielgefühl. Erstes Kopfzerbrechen bereiteten mir lediglich die zusätzlichen elektromagne- tischen Tonabnehmer für das Griffbrett. Haben Sie während der Entwicklungs- phase mit Musikern zusammengearbei- tet? Gab oder gibt es eine Instanz für ein Feedback während der Entwicklungs- phase und in der Jetztzeit? Da ich selbst Zither studiert habe, konn- te ich die erste Entwicklung im Allein- gang bestreiten. Zusätzliche Hilfe erhielt ich vor allem von John Paiva, einem re- nommierten Jazzgitarristen. Er hat mir beigebracht, worauf es klanglich bei den E-Instrumenten ankommt. Aus welchen musikalischen Bereichen kommen Ihre E-Zither-Kunden, in wel- chen musikalischen Genres werden Ihre Instrumente eingesetzt? Die E-Zither findet in allen Stilberei- chen ihren Platz. Je nach Abmischung kann sie wie ein traditionelles Instru- ment oder - im Extremfall - wie eine verzerrte Heavy-Metal-Gitarre klingen. Das Interesse für eine E-Zither er- wacht bei den Kunden meist, wenn ich ihre akustischen Instrumente mit dem Nanoflex-System nachrüste. Sehen Sie noch Entwicklungspotential? Gibt es Ideen für Modifikation, Verän- derung oder Weiterentwicklung der Instrumente? Da quasi jede meiner E-Zithern eine Spezialanfertigung ist, befinde ich mich in einem stetigen Prozess der Weiterent- wicklung. Auf der anderen Seite gibt es auch Fortschritte in der Elektroakustik. Hier sind gerade die aktiven Tonabneh- mersysteme auf dem Vormarsch. Ich den- ke jedoch, dass das Niveau der derzeit auf dem Markt befindlichen E-Zithern bereits sehr hoch ist. Das meint ein Kunde Neben gewissen technischen Anforderungen (z.B. einem Mehrband-Equalizer für die unterschiedlichen Saitenbereiche), die ich an das Instrument stelle, ist für mich ein freies Definieren von Klangeigenschaften auf der E-Zither wesentlich. Die eingebauten Tonabnehmer sowie das MIDI-Interface auf dem 6-saitigen Griffbrett, das mit einem Synthesizer-Modul verbunden ist, er- möglichen mir ein besonders kreatives Arbeiten, un- terstützt durch diverse Effektpedale und einen Looper. Die generierten Klänge kann ich jederzeit im Synthe- sizer speichern, bei Bedarf wieder abrufen und im Laptop weiterverarbeiten. Von der Größe her sollte die E-Zither sich an meiner konventionellen Psalter-Zither orientieren, da ich viel reise und das Instrument im- mer mit an Bord nehmen möchte. Mit einer E-Zither in Psalterform aus solidem Mahagoni hat mir Peter Zieg- ler alle Wünsche erfüllt. Gerade im Zusammenspiel mit dem Synthesizer kann ich mich losgelöst von allen Klischees musikalisch verwirklichen. Gunter Johannes Kalin (Klangforscher und Jazzmusiker) STECKBRIEF Form: Psalterform Gewicht: 6,8 kg Mensurlänge: Standardmäßig 46 cm, auf Kun- denwunsch auch andere Mensuren Tonabnehmersystem Griffsaiten: Je nach Ausführung Shadow Nanoflex, Nanomag oder Humbucker, MIDIsysteme von Roland oder Shadow Tonabnehmersystem Freisaiten: Shadow Nanoflex, auf Kundenwunsch auch gesplittet Aufbau des Solidbodys: Mehrfach hand- werklich verleimtes Massivholz Regelungstechnik: Je nach Ausführung in den Korpus integrierte Steuereinheit mit Volume- und Tone-Regler für Griffbrett und Freisaiten Dämpfung: auf Wunsch filzunterlegte Kon- trasaiten, kein komplettes Dämpfungssystem vorhanden Spezielle Saiten: je nach Kundenwunsch; vor allem niedrige Saitenspannung der Griffbrettsai- ten, zum Teil Spezialsaiten für die elektromagne- tischen Tonabnehmer Sonstige Ausstattung: Integriertes Stimmgerät und MP3-Eingang, komplette Verkabelung im Preis inbegriffen, auf Wunsch Funkübertragung Preis: Standardmodell 3000 Euro E-ZITHERN IM TREND |61

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