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2013_Zither-Mag_2

CDs kurz vorgestellt So is hoid D'Housemusi, „So is hoid“ (CD 2013) Preis: 18 Euro Zu beziehen über http://www.housemusi.de Subversiv und zynisch bissig Die aktuelle CD der Band „d'Housemusi“, „So is hoid“ heißt die aktuelle Veröffentlichung von „d'Housemusi“, einer musikalisch-kabarettistischen Drei- Mann-Combo aus Bad Tölz, die beim Wettbewerb um die „Goldene Zither“ 2012 als Preisträger hervorgegangen ist. Die fünfzehn Titel ihrer mittlerweile zweiten CD (inklusi- ve zweier Bonus-Tracks) spielen enorm abwechslungs- und anspielungsreich mit den Stilen, nehmen sich Anleihen aus Pop, Rock oder Punk, schrecken nicht vor ironischen Sen- timentalitäten oder kurzen Ausflügen in die „Russendisko“ zurück und schlagen dabei jedes Mal punktgenau einen Ha- ken, bevor es musikalisch allzu eindeutig wird. Dass die Musiker Sepp Müller, Toni Fischer und Martin Reg- nat auch ihr volksmusikalisches Handwerk beherrschen, beweisen sie bereits in ihrer ausgelüftet und schmissig dar- gebotenen Eingangsnummer. Die Formation setzt überhaupt jede Volkstümelei auf kalten Entzug und bedient sich in ih- ren Songs und kompakten Arrangements eines Instrumen- tariums, das von Zither bis Ziach und von Flöte bis Cajon reicht, oft grundiert von einem sattelfesten Gitarren- oder Schlagzeug-Beat. So wird zum Beispiel eine Adaption klassischer Salon-Li- teratur von Georg Freundorfer - „(Sau)gscheerter“ - eben nicht auf einem traditionellen Instrument, sondern mit ei- ner einschmeichelnd daherkommenden E-Zither dargebo- ten. Der misstrauische Hörer darf sich dabei auch nur kurz in Sicherheit wiegen, denn die buchstäbliche Sau wird bald von einem Drum Set „fast forward“ durchs Dorf getrieben. Jenen, die spätestens an dieser Stelle zu hyperventilieren beginnen, wird in den Erläuterungen zur CD versichert, dass das Arrangement ganz im Sinne des Ur-„Alpenrockers“ Freundorfer eingerichtet wurde: Schließlich habe dieser be- reits zu seiner Zeit Tradition und Pop vorbildlich in Einklang gebracht. Im nächsten Track („Der traurige Trachtler“) geht es dann den volkstümlichen Perversionen des zukünftigen Vor- alpen-Daseins an den Kragen, wenn über sentimentalen Klampfen- und Zitherarpeggien ein futuristischer Abge- sang auf das zum „Cyber-Puff“ verkommene Dorfwirtshaus rezitiert wird. So verwandelt sich der subversive Humor gerne auch mal in zynische Bissigkeit, besonders wenn als Bonustrack dieser CD der Titelsong ein zweites Mal zum Besten geben wird. Da werden die wissbegierigen Fragen der munter drauflos singenden Kindergruppe von einem er- wachsen-lapidaren „so is hoid“ ausgebremst – gewisserma- ßen die bitterböse Variante aller Möchtegern-Weltverbesse- rer-Kinderchor-Songs der letzten Pop-Jahrzehnte. Solche Spitzen gehen jedoch nie auf Kosten der unbändigen Mu- sizierlaune. Man bekommt schnell Lust, die Gruppe einmal live zu erleben. Leopold Hurt Festliches Zitherkonzert aus dem Schloßbergmuseum in Chemnitz CD erschienen im Eigenverlag Preis: 13,50 Euro zzgl. Porto Zu beziehen über Christine Höfer, Zaderastr. 80,08523 Plauen oder per E-Mail unter hoefer.zither@web.de Aus Anlass des 80. Geburtstags von Walter Schindler, dem von 1965 bis 1993 amtierenden Direktor der Musikschule Chem- nitz, haben das Landeszitherorchester Sachsen unter der Leitung von Christine Höfer, Schüler der Zitherklasse Mu- sikschule Vogtland und das vierköpfige Zitherensemble Con- certante eine CD mit dem Titel „Festliches Zitherkonzert aus dem Schlossbergmuseum“ in Chemnitz herausgegeben. Der 16 Titel umfassende Tonträger umspannt einen weiten Bogen unterschiedlichster Stücke aus verschiedenen Epochen und Genres, darunter auch einige Originalwerke der Zitherlitera- tur. Die Werke sind allesamt sehr behutsam einstudiert und vermitteln einen umfassenden Eindruck von der Vielfalt des Repertoires und dem auf hohem technischen Niveau musi- zierenden sächsischen Landeszitherorchesters. Die CD sollte das letzte Geschenk an den mittlerweile verstorbenen Walter Schindler sein. Die bunte Sammlung der Zitherliteratur hat ihn sicher noch erfreut. Fredrik Schwenk ZitherRausch CD erschienen bei FE-Music Preis: 10 Euro zu beziehen über Rosalyn Sabo Linckeweg 11c, D-84478 Waldkraiburg Wer gerne auf eine rasante musikalische Reise durch die Welt geht, dem sei die CD ZitherRausch wärmstens emp- fohlen. Die vier Bundespreisträgerinnen Kathrin Aigner (Kontrabass und Zither), Anna Hundschell (Zither), Mar- git Koziol (Zither), Ramona Lamnek (Gitarre) und die als Coach fungierende Rosalyn Sabo (Zither und Gesang) er- zählen in elf Liedern von fremden Menschen und Ländern wie Kuba, Spanien, Kroatien, Finnland, Ungarn, Chile, Russland, Irland, Israel, Griechenland (Schäferlied) und Argentinien (Tangissimo). Die gelungenen, teils von Rosa- lyn Sabo eingerichteten Arrangements bedienen zwar im Hinblick auf eine länderspezifische Rhythmik und Melodik die klassischen Klischees, überschreiten jedoch in keinem der Titel die Grenzen des guten Geschmacks. Viele Lieder sind im weit gefassten Bereich ethno- und transkultureller Musik verortet. Auch in klangtechnischer Hinsicht ist die CD sehr gelungen. Die kartonierte CD-Box ist unprätenti- ös, das Titelfoto verrät viel von der ungebrochenen Spiel- freude des jungen und dynamischen Damenquintetts. Ein kleines Booklet wäre schön gewesen, um ein wenig mehr über die Hintergründe der Stücke und die Musikerinnen zu erfahren. Fredrik Schwenk MAGAZIN |77

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