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2013_Zither-Mag_2

Ein Urgestein des Zitherclubs Oßweil Herbert Breckle war 65 Jahre im Verein aktiv Am 21. Februar 2013 starb im Alter von 84 Jahren un- ser langjähriges Mitglied Herbert Breckle. Mit ihm haben wir einen Menschen verloren, der sein ganzes Leben der Zither gewid- met hat, ein Urgestein des Zitherclubs Oßweil. In die- sem Jahr wäre er für 65 Jah- re aktiver Mitgliedschaft im Zitherclub Oßweil ge- ehrt worden. Er war bereits ein engagiertes Mitglied im Vorverband des Deutschen Zithermusik-Bundes und somit ein aktiver Zeitzeuge des Zitherbundes. Von Anfang an war er als zuverlässiger Spieler im Ver- ein aktiv und durchlief alle Stimmen des Orchesters. Die Basszither faszinierte ihn am meisten, so dass er die letzten Jahrzehnte ein fester Bestandteil des tiefen Basses wurde. Von 1961 bis 1987 war er erster Vorsitzender des Zitherclubs Oßweil. In die- sen 26 Jahren, die er diesem anspruchsvollen Ehrenamt widmete, hat Herbert sehr viel erreicht. Bereits 1963 setzte er bei der Stadtver- waltung durch, dass auch der Zitherclub den Zuschuss für kulturelle Vereine er- hielt. 1966 wurde der Stadt- verband der Gesang- und Musikvereine gegründet und der Zitherclub wurde unter der Führung von Her- bert Breckle sofort Mitglied. Auch beim Marktplatzfest in Ludwigsburg war der Zither- club seit dem ersten Fest 1972 dabei. Die ersten drei Jahre lediglich mit einem Programm auf der Bühne, von 1975 an jedoch mit ei- nem eigenem Stand, dem „Heurigenstadel“. Wenn es etwas zu organi- sieren, zu basteln, zu bauen oder durchzusetzen galt, konnte man sich auf Her- bert Breckle verlassen. Es war ihm immer wichtig, den Zitherclub Oßweil über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt zu machen und bei wichtigen Veranstaltungen vertreten zu sein, um auf den Zitherclub aufmerksam zu machen. 1986 erhielt er für sein eh- renamtliches Engagement und für 25 Jahre als Vor- sitzender des Zitherclubs Oßweil die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg durch den Oberbürgermeis- ter der Stadt Ludwigsburg überreicht. Seit 1987 war er Ehrenvor- sitzender des Zitherclubs Oßweil. Dieser Titel hatte seine volle Berechtigung: Denn es war eine Ehre, Herbert Breckle in unserer Mitte zu haben, ihn bei un- seren Ausschusssitzungen nach seiner Meinung fragen zu dürfen und immer wieder auf seinen reichen Erfah- rungsschatz zurückgreifen zu können. Herbert hat sein gesamtes Leben dem Zither- club Oßweil gewidmet. Wir werden ihn immer in Erin- nerung behalten. Sabine Stanjeck Abschied von Rolf Kogel Zitherclub Gerlingen trauert um seinen Gitarristen Rolf Kogel, geboren 1933, wuchs in Stuttgart/Feuer- bach auf und lernte Ende der 1940er Jahre bei den Naturfreunden Gitarre spielen. Über unseren Ver- einsgründer, Franz Egl- seder, kam er 1950 zum Zitherclub „Heimatklang“ Gerlingen, wo er seine Fä- higkeiten auf der Gitarre erweitern und verfeinern konnte. Zwischen 1951 und 2011 nahm er an allen Jah- reskonzerten sowie vielen anderen Konzerten des Zitherclubs aktiv teil. Für seine 50-jährige Mitglied- schaft wurde er 2000 mit der Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet. Mit der Gründung seiner Familie zog Rolf Kogel nach Nellmersbach im Kreis Waib- lingen. Trotz der weiten Fahrtstrecke von mehr als 100 Kilometern nach Gerlin- gen besuchte er zuverlässig die wöchentlichen Probe- abende. Erst nach seinem 61. Jahreskonzert verabschiede- te er sich 2011 von uns als aktives Vereinsmitglied. Rolf war nicht nur ein wichtiges Mitglied im Orchester. Viele Jahre leitete der ausgebilde- te Wanderführer alle Verein- sausflüge. Darüber hinaus war er Hauptakteur bei in- ternen Veranstaltungen und Festen. Sein immer wieder humorvoll in Szene gesetz- tes Lied vom „Russischen Sa- lat“ wird allen in Erinnerung bleiben. Rolf Kogel starb am 13.Janu- ar 2013 nach kurzer schwe- rer Krankheit. Mit ihm ver- liert der Zitherclub einen zuverlässigen, hilfsbereiten Freund. Er wird uns fehlen. Lothar Zimmermann Ein ausgezeichneter Pädagoge Walter Schindler leitete 28 Jahre die Musikschule Chemnitz Walter Schindler, 1930 gebo- ren, studierte an der Hoch- schule für Musik in Weimar das Fach Zither, war von 1965 bis 1993 Direktor der Musikschule Chemnitz und leitete bis 1993 das von ihm gegründete Jugendsinfonie- orchester. Er war in der DDR ein führender Zitherpäda- goge, bis die Regierung die Zither aus den Hochschu- len mit der Begründung verbannte, sie sei kein Kon- zertinstrument. Auch die Ausbildung an Musikschulen wurde dezimiert, Schindler durfte von 40 Schülern nur sechs behalten. Er studierte ein zweites Mal, wählte das Fach Querflöte. Als ich 1988 mein Studium am Konservatorium Zwickau begann, wurde mir Walter Schindler als Lehrer für die praktische Ausbildung zu- geordnet. Ich lernte einen Mann kennen, der nicht nur ein ausgezeichneter Pädago- ge, sondern ein ganz beson- derer Mensch war. Gewis- senhaftigkeit, unendliche Geduld und Zielstrebigkeit waren seine Eigenschaften. Seine große Liebe zur Zither spornte mich an, begeistert übernahm ich seine Lehr- methoden und sein großes Ziel, die Zither „hoffähig“ zu machen. Am 13. Januar 2013 haben wir mit Walter Schindler ei- nen Menschen verloren, der trotz seiner Erfolge beschei- den blieb, gerne beratend zur Seite stand und immer Rat wusste. Für mich ist sehr schmerzlich eine Verbindung gerissen - ich verdanke ihm unendlich viel. Christine Höfer Gedenken ZITHER SZENE |87

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