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2013_Zither-Mag_2

Annette Bliemetsrieder

Dass es so schwierig werden würde, hatte sich Annette Bliemetsrieder nicht gedacht. Im März war sie während einer turbulenten Versammlung des DZB-Landesverband Bayern in Regens- burg zur neuen Vorsitzenden gewählt worden - der Posten war nach dem Rücktritt Karl Sieblers bereits geraume Zeit vakant. „Ich dachte, ich arbeite mich ein, dann läuft es schon.“ Doch da weder der zweite Vorsitzende, der die Geschäfte geleitet hatte, noch der musikalische Leiter - beide traten bei dem Treffen in Regens- burg zurück - ein Interes- se an einer harmonischen Übergabe hatten, kämpfte sie sich wochenlang durch Akten, Briefe und Mails, um einen Überblick über die Situation im Verband zu gewinnen und zu ver- suchen, manches wieder zurückzuholen, was die ehemalige Vorstandschaft plötzlich als ihr Eigentum beanspruchte, etwa die mit Landesverband-Mit- teln finanzierte Internet- seite. Ein Ende der Auseinandersetzungen ist noch nicht in Sicht. Trotzdem ist die 51-Jährige aus Brannenburg über- zeugt, dass sie die Anfangsschwierigkeiten bald überwunden hat. „Das wird schon“, sagt sie in ihrer gelassenen Art. „Dann hoffe ich, dass ich mich der eigentlich wichtigen Arbeit zu- wenden kann.“ Was dazu zählt? Da fallen Annette Bliemetsrieder sofort meh- rerePunkteein:„DieJugendverstärktindenVerbandeinbezie- hen“, sagt sie. „Der Überalterung entgegenwirken.“ Und darauf schauen, dass die Zither mit all ihren musikalischen Facetten in der Öffentlichkeit präsentiert wird. „Funktioniert natürlich nur, wenn man ein Team hat, das mitzieht.“ Das hat sie aber inzwischen. Denn abgesehen von Schatzmeister Kurt Hart- wig ist die Mannschaft komplett ausgewechselt und deutlich verjüngt. Zweite Vorsitzende ist die junge Zitherlehrerin Elisa- beth Biller aus Lenggries, als Jugendreferentin ist Irmengard Auer zurückgekehrt. Die musikalische Leitung hat der Komponist Leopold Hurt übernommen, der bei dieser Aufgabe von Rosalyn Sabo unterstützt wird. „Mit so viel toller Unterstützung kann eigentlich nicht mehr viel schiefgehen“, sagt Annet- te, die sich weniger als Vorsitzende denn als Team-Koordinatorin sieht. MitderZithererstmalsinBerührungkam Annette Bliemetsrieder, als ihre Mutter von einem Onkel ein Instrument erbte. Eigentlich sollte ihr Bruder das Zupfen lernen, für Annette war das Hackbrett vorgesehen. Aber die da- mals Zehnjährige bestand auf der Zither und setzte sich durch. Brav arbeite- te sie sich durch die drei Bände der Albrechtschule. Dann fand ihr Lehrer, sie könne genug und brau- che keinen Unterricht mehr. Annette Bliemets- rieder lacht, als sie davon erzählt. „Ich wusste gar nicht, dass es noch eine andere Zithermusik gibt.“ Seit damals aber spielt sie in verschiedenen Volks- musikbesetzungen – mit zweien davon ist sie auch bei Zither am Berg zu hören – und war auch bei der Wiedergründung des Zitherclubs Brannenburg bereits aktiv dabei. „Heuer fei- ern wir schon unser 40-jähriges Jubiläum.“ Irgendwann lernte sie Sabine Huber, die derzeitige DZB-Ju- gendreferentin, kennen, die sie nicht nur den Bassschlüssel lehrte und ihre Handhaltung korrigierte, sondern sie auch auf die Seminare in Trossingen aufmerksam machte. An der Bundesakademie absolvierte sie einen B-Kurs. Seither unter- richtet sie privat. Vor einem halben Jahr hat sie die Leitung des Rosenheimer Zitherclubs (13 Zithern, vier Gitarren) über- nommen. Annette Bliemetsrieder zählt nicht zu den Frauen, die viele Worte verlieren. „Ich rede nicht gern bloß g‘scheit daher, son- dern ich bin eine, die hinlangt und arbeitet.“ Daran besteht nicht der leiseste Zweifel. Sabine Reithmaier Ein neues Team packt an Annette Bliemetsrieder, die neue Vorsitzende von Bayern-Süd, versucht den zerstrittenen Landesverband in ruhigere Gewässer zu steuern PROFIL |89

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