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2013_Zither-Mag_2

Ganz Europa zittert

GanzEuropazittert NACHSATZ 95 Z ither ist mein Lieblingsinstrument. Das hängt vermutlich mit meiner Kindheit zusammen, als ich mit mei- ner Mutter ab und zu mit zum Zitherun- terricht gehen durfte. Damals gab es noch überall Zitherclubs, die Stars auf der Zither hießen Rudi Knabl und Anton Karas, er hatte die Melodie für den Dritten Mann, einen Kriminalfilm, der im Nach- kriegs-Wien spielt, geschrieben und gespielt. Ich ging also an der Seite meiner Mutter manchmal, um aufgeräumt zu sein, mit zur Frau Schweinesbein, ihrer Zitherlehrerin, die in Fürstenfeldbruck wohnte und lehrte. Die Frau Schwei- nesbein, eine ziemlich korpulente Person, wohnte unweit der Amper in der Nähe einer Metzgerei. Ich erinnere mich noch genau, wie ich jedes Mal, wenn wir auf dem Weg zur Wohnung der Zitherlehrerin an dieser Metzgerei vorbeika- men, ängstlich in die Auslage schaute, ob die Frau Schwei- nesbein nicht drin hing. Das war mein Erstbezug zur Zither. Heute bedauere ich sehr, nicht selber Zither gelernt zu ha- ben. Der Klang dieses Instrumentes berührt mich, ich assozi- iere damit sofort das Gegenteil eines Gewerbegebietes, einer Start- oder Autobahn. Ihre Begleitung edelt jedes Lied, ver- leiht ihm eine Aura, die der Begleitung einer Gitarre viel voraus hat. Eine Zither klingt autark, sie hört sich auch ohne Begleitung durch ein anderes Instrument noch erstaun- lich voll an. Für die kommerzialisierte Volksmusik ist die Zither Gottseidank ungeeignet. Man kann schlecht damit beim Musikantenstadl mitmarschieren, ein Marsch klingt auf ihr nicht martialisch, sondern nett, wenn das Publikum in einer volkstümlichen Sendung rhythmisch mitklatscht, würde man die Zither gar nicht mehr hören. Das hat sie vor einem volkstümlichen Verschleiß als Al- penkitschinstrument á la Steirischer bewahrt. Monika Drasch, mit der ich ab und zu auf der Bühne ste- he, behauptet, dass man mit einer Zither niemals evange- lische Kirchenlieder spielen dürfe. So was täte nicht zur Zither passen. Ich halte mich da raus, sie muss es wissen, denn sie spielt schon lang und recht gut. Auch wenn im Vergleich zu früher heute viel weniger Leuten dieses Instrument spielen, behaupte ich trotzdem, dass die Zither ein Zukunftsinstrument ist. Das hängt vor allem mit der Finanzkrise zusammen: Ganz Europa zittert. Hans Well Hans Well, der einstige Ideengeber der mittlerweile aufgelösten Biermösl Blosn, war für die meisten der frechen, hintergrün- digen und meist politischen Texte verantwortlich, mit denen sich die drei Well-Buam einen Ruf weit über das Bayernland hinaus erwarben. Inzwischen ist er mit verschiedenen neuen Besetzungen unterwegs. Wer mehr über ihn wissen möchte, der sei auf seine kürzlich erschienene Biographie „35 Jahre Biermösl Blosn” (Kunstmann Verlag) verwiesen.

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