Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

2014_Zither-Mag_3

Schritte, durch die Septhaltigkeit, durch die offene Durmoll-Färbung. Wir kennen alle die „Blue Notes“ im Jazz: Intervall- schritte, deren Intonation sich von den gleichnamigen Tonstufen des westlichen Tonsystems unterscheiden. Hier ist ein Beispiel für eine „bluesy“ Passage (siehe Abb. 7): | Kunst und Wissenschaft | Ein Wort zu meiner „Klonierung“: Dur/ Moll und die Weiterentwicklung in eine „kubische Harmonik“ (=Differenzton- harmonik, basierend auf dem kubischen Verhältnis) gaben mir mikrotonale Me- lodie-Ideen. Sie verselbständigten sich sozusagen „traumhaft“ zu meiner Art von „Blues“. Also integriert mein „Clone“ „Al- penharmonik“ mit „Bluesharmonik“, aber auf eine ganz unwissenschaftliche Weise (oder ist es doch eine „Wissenschaft“ über Formen unserer Wahrnehmung?). Ich be- merke, dass die Grenze zwischen „Kunst“ und „Wissenschaft“ inzwischen erheblich verschwommen ist. Wissenschaftler bau- en Maschinen (teils kathedralhaft große wie im CERN in Genf), um die Reaktion der Natur auszutesten. Sie bauen Gedan- kenkonzepte, wie die Natur funktionieren könnte. Künstler bauen auch Maschinen (Musikinstrumente, Kunstobjekte, da- mals auch Kathedralen: Antoni Gaudí und seine Nachfolger immer noch), um Formen von „Reaktionstests“ an sich und dem Publikum zu unternehmen. Und sie bauen ebenso wie die Wissenschaftler Ge- dankenkonzepte, wie Klang- oder visuelle Objekte auf uns wir- ken könnten, oder, in der Schriftstellerei, wie Logik/Unlogik wirken (ich liebe „Unlogiken“ = Logiken einer neuen Ordnung wie in Michail Afanassjewitsch Bulga- kows Roman „Mei- ster und Margarita“). Kunst könnte als Er- fahrungstest am Menschen verstanden werden: Wer der Mensch ist, wie er wahr- nimmt, was „Sprache“ ist etc. Wissen- schaft dagegen versucht, den subjektiven Menschen auszuklammern, bemerkt aber heute immer deutlicher, dass immer die- ser „subjektive Mensch“ die Regeln, die Axiome, die Hypothesen setzt. Abb. 6: Akkord 4 in „Clone" und seine geschrumpfte Formen Abb. 7: „bluesy“ Passage Manfred Stahnke (ganz links) hat das Stück The Alps Blues Clone für Leopold Hurt geschrieben und ihm auch gewidmet. Die Aufnahmen entstanden bei einer Aufführung mit Martin Jaggi. Fotos: privat AUSSENANSICHT |17

Seitenübersicht