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2014_Zither-Mag_3

Wie man einen Zwiefachen musiziert? Die Spielweise ist ganz einfach und folgt fast immer dem glei- chen Ablauf. Man beginnt in einer Tonart und wechselt dann in die Unterquinttonart und wieder zurück. Dieses Hin- und Herwechseln wird circa drei bis fünf Mal wiederholt und dann in der 2. Tonart beendet, zum Beispiel C-F-C-F. Bei einer ge- mischten Bläserbesetzung mit Klarinetten und Trompeten ist es üblich, dass die Holz- bzw. Blechbläser jeweils eine Tonart übernehmen und die letzte Wiederholung zusammen spielen. Unter Umständen wechselt man bei mehrteiligen Zwiefachen auch bei den einzelnen Teilen. Oder es handelt sich um einen gesungenen Bairischen. Dann wird er zum Beispiel einmal vorgespielt, in der 2. Tonart gesungen und am Schluss noch einmal nachgespielt. Die Anzahl der Wechsel hängt von der Strophenzahl ab oder ob der Zwiefache für ein Konzert oder für einen Volkstanz gedacht ist. Bei reinem Vortrag hält man sich eher kurz, um Langeweile zu vermeiden, wohingegen man auf dem Tanzboden den Tänzern durch die längere Wie- derholung die Chance gibt, den Taktwechsel zu verstehen. Warum ich Zwiefache so gerne mag? Einer der wichtigsten Gründe ist wahrscheinlich, weil ich damit aufgewachsen bin. Sie sind mir seit meiner Kindheit vertraut. Es macht großen Spaß, sie zu musizieren und mich durch ihren Melodienreichtum und ihre taktwechselnde Viel- falt musikalisch auszudrücken. Keiner ist wie der andere und je mehr man kennt, desto leichter und schneller versteht man das rhythmische Modell unbekannter Zwiefacher, sowohl als Musikant als auch als Tänzer. Also, nur Mut! Sie beißen nicht. Simone Lautenschlager ist die Nachfolgerin von Sepp Horn- steiner im Studiengang Volksmusik an der Hochschule für Musik und Theater München und eine Volksmusikantin der jungen Generation. Sie pflegt die Traditi- on, entwickelt sie aber mit ästhetischem Gespür in unsere Zeit fort. Studiert hat sie Klarinette und Volksmusik am Richard- Strauss-Konservatorium. Neben der klassischen Ausbildung interessierte sie sich früh für Volksmusik, betrieb Feld- forschung und war wissenschaftliche Mitarbeiterin am Münchner Institut für Volkskunde. Musikalisch war und ist sie vielseitig unterwegs. Derzeit spielt sie beim Niederbayerischen Musikanten- stammtisch und bei der Singermaschin. Literatur: Felix Hoerburger: Die Zwiefachen - Gestaltung und Umgestaltung der Tanzmelodien im nördlichen Altbayern, Berlin, 1956, Neuauflage 1991, Laaber-Verlag, Laaber Abb. 4: „Teifl, du dürrer“, Volksgut; „ Namenlos“, aus Felix Hoerburger, Die Zwiefachen, S. 140, Nr. 6 WISSEN |41

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