Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

2014_Zither-Mag_3

Eduard Giuliani Daydreams Wer sich gerne in weichen stim- mungsvollen Harmonien wiegen möchte, ohne sich dabei die Finger wund zu üben, dem sei gerade Eduard Giulianis Daydream ans Herz gelegt. Giuliani, der seine Ausbildung auf der Zither am Tiroler Landeskonser- vatorium in Innsbruck begann und später mit einem Horn- und Schul- musikstudium an der Salzburger Mu- sikuniversität Mozarteum fortsetzte, ist Mitglied in verschiedenen Kam- mermusikensembles, u. a. im Bläse- rensemble Tubae Mirum und beim Kammerorchester InnStrumenti. Dar- über hinaus ist er auch als Chorleiter, Arrangeur und Komponist hervorge- treten. Außerdem unterrichtet er im Tiroler Landesmusikschulwerk. | Melancholische Stimmung | Das mit cantabile überschriebene, dreiteilige Charakterstück Daydream ist das erste aus einem Zyklus von insgesamt sieben Stücken für Zither Solo, die 2009 beim Psal- teria-Verlag in Innsbruck erschienen sind. Vor allem im ersten, zwischen dorisch und äolischem d-Moll pendelnden Teil klingt - vielleicht vom Komponisten beabsichtigt - von Ferne die do- rische Begleitung der zweiten Gymnopédie von Eric Satie an, was durch die melancholische Stimmung der teils unterhalb der Begleitakkorde gesetzten Melodie unterstützt wird. Zu- nächst eher pendelartig, entwickelt sich die Harmonik gegen Ende des ersten Teils mitunter chromatisch, ehe der Mittelteil im helleren G-Dur ausschließlich zwischen Tonika und Moll- subdominante wechselnd, mit Synko- pen durchbrochenem Satz eine neue rhythmische Struktur einführt und diese bis zur Wiederkehr des ersten Ab- schnittsbeibehält.Anstelleeinesreinen Da Capo-Abschnitts hätte man sich als Spieler und als Zuhörer eine kleine, aus dem vorhandenen Material gewonnene Variation gewünscht. In der vorliegen- den Version nicht über seine romanti- schen Vorbilder hinausgehend, reicht das schöne Stück nicht an die erwähnte Gymnopédie heran, auch wenn die klei- ne Coda mit jazzig bitonal gefärbten Dur-Sextakkorden im Kleinterz-Zirkel über G-Dur beinahe Stil brechend das Werk wirkungsvoll zu Ende führt. | Mehrteilige Ballade | Auf Daydreams folgen zunächst Happy Hour, ein jaz- zig fröhliches Stück und eine durch Tempokontraste dem romantischen Vorbild nachempfundene mehrteilige Ballade. Im vierten Stück, eine Ostinato bezeichnete Etüde steht das Üben von Triolen in den Freisaiten im Vordergrund, während das fünf- te Stück nicht nur mit seinem Titel Elfenlied, sondern auch in seiner feinen, mixolydisch in A gehaltenen Melodie an so manches nordisch geprägte lyrische Stück von Grieg er- innert. Melodico, ein mit cantabile überschriebenes Stück, pendelt zwischen 2/4- und 6/8 Takt und bedient abermals eine vom Jazz geprägte Harmonik, während mit dem virtuo- sen letzten Stück, dem Preludio, entfernt Bachs Präludien aus dem Wohltemperierten Klavier anklingen. Fredrik Schwenk Eduard Giuliani Daydreams 7 Stücke für Zither solo Schwierigkeitsgrad 3 Psalteria-Verlag Innsbruck (Austria), 2009 Verlagsnummer: PS KS 4, Preis: 14.50 Euro 58 | REPERTOIRE

Seitenübersicht