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2014_Zither-Mag_3

Neuerscheinungen Im Zauberwald der Klänge Elvira Schlegelmilch Zitherschule für Kinder Preis: 15 Euro (plus Versandkosten) zu bestellen unter elviraschlegelmilch@yahoo.de Phantasie erwünscht Elvira Schlegelmilchs klug aufgebaute Zitherschule Der Titel „Im Zauberwald der Klänge“ lässt schon etwas Außergewöhnliches erwarten, denn es ist nicht nur eine Zitherschule mit trockenen Lerninhalten, sondern die Kin- der werden immer wieder angeregt, neben ihrer Zither auch ihre Phantasie spielen zu lassen. Elvira Schlegelmilch hat das Heft für Kinder ab sechs Jahren geschrieben und daher für diese Altersgruppe passend auch immer das Selbermachen geschickt mit eingebaut: Die Schü- ler sollen Texte und Geschichten erfinden, Noten schreiben oder können die Schwarz-Weiss-Grafiken ausmalen. Am ganzen Aufbau des Schulwerks lässt sich ablesen, dass eine routinierte und professionelle Zitherlehrerin am Werk war. Gleich am Anfang des Heftes fällt ein gutes Beispiel da- für ins Auge: Eine Abbildung vermittelt dem Schüler, dass die Haltung der rechten Hand so sein soll, dass ein Mäu- schen seine Höhle darin findet. Ein geschickter methodi- scher Trick, wunderbar. Der weitere Verlauf besteht aus einer ausführlichen Einfüh- rung des Anschlags der leeren Griffbrettsaiten, bis schließ- lich die Begleitsaiten d, f und c vorgestellt werden. Von da an findet eine Verquickung beider Bereiche statt. Kurz gesagt: Ein wunderbares Schulwerk, das in der Praxis sehr gut einsetzbar ist. Wir freuen uns schon auf die Fortset- zung in Band 2. Petra Hamberger Coole Zeid Zither-Manä Label: Ziro-Records Katalog-Nr.: DWM 0020 EAN: 4 250663 900209 Preis: 15 Euro Unverwechselbar authentisch Mit Zither Manä im Wechselbad der Stile Um es gleich ganz marktschreierisch vorwegzunehmen: Man- fred Zick alias Zither-Manä ist ein echtes Chamäleon, denn er beherrscht ein erstaunlich breites und spartenübergreifendes Spektrum unterschiedlichster Stilarten. In seiner neuen CD „Coole Zeid“ wechselt der Zither-Manä zwischen dem kratz- bürstigen Raffele (einer in Tirol verbreiteten Variante der Scherrzither mit meist drei Spielsaiten und ohne Bordunsai- ten), der Quint-, Diskant- oder Altzither und greift sogar noch in die Saiten der Elektro-Zither. Begleitet vom Mundharmonikaspieler Ferdl Eichner, dem Gi- tarristen Frank Schimann und dem Drummer Thomas Bittner, singt, spielt oder rappt er auf launige, mitunter deftig kritische Weise Pop-Rock-Songs im Stile der frühen Achtzigerjahre, un- konventionelle Landler, Balladen in der Tradition bayerischer Liedermacher, skurrile Folksongs, bayerische Bluesmutanten und Gstanzln. Eine an Goethes Erlkönig erinnernde Schau- erballade („The Mary of The Wild Moor“) fehlt ebenso wenig wie eine bitterböse Persiflage auf die Bayern verherrlichende König-Ludwig-Idylle. Kein Genre ist vor ihm sicher; hier voll- mundig, dort vor Klischees triefend, mal vor Kraftsprüchen trotzend, mitunter völlig aus der Art geraten, überzeugen die meisten Nummern dieser Produktion durch ihre unverwech- selbare Authentizität. Weniger geglückt hingegen sind rein englischsprachige Song wie etwa „Fields of Athenry“. Erwähnt werden sollten auch die Live-Ausschnitte, in denen Manfred Zick für die jüngeren Hörer vielleicht etwas altvä- terlich im Stile eines klassischen Conférenciers charmant scharfsinnige Distichons von prominenten Frauen über Män- ner im Allgemeinen und Ehemänner im Besonderen vorträgt oder Beamtenstilblüten zum Besten hält. Zum einen wirken die Live-Einspielungen im gekonnten Wechselbad der Stile wie humorige Spracheinlagen, zum anderen vermitteln sie den Eindruck, man erlebe den Zither-Manä gerade live im eigenen Wohnzimmer. Gerade durch diese farbenprächtige und genreübergreifende Mischung, in der selbst die Eurovisionshymne und die deut- sche Nationalhymne schadlos zu Schaden kommen, ist Man- fred Zick und seinem Team ein im besten Sinne des Wortes perfektes Entertainment gelungen, das über die Grenzen der Zitherwelt hinaus ein breites, über Bayern hinausgehendes Publikum ansprechen könnte, sofern dies nicht ohnehin schon geschehen ist. Fredrik Schwenk 60 | MAGAZIN

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