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2014_Zither-Mag_3

Das Archiv des Zitherverbands Seit 2001 wird der Bestand in Trossingen aufgebaut Der Anfang war bescheiden: Mit dem Neubau der Biblio- thek an der Bundesakademie Trossingen in den Jahren 2000 bis 2001 erhielten der DZB undandereMusikverbändeim Kellergeschoss Regalflächen zugesprochen. Damit war die Grundlage für das Notenar- chiv des DZB gelegt. Die Bun- desakademie lieferte auch gleich den ersten Bestand: die gesammelten Notenkisten, die nicht in die eigene Bibliothek übernommen wurden. | Sammlung wächst schnell | Nach ersten Aufrufen im Saitenspiel trafen Notensen- dungen aus Nachlässen und Haushaltsauflösungen in der Bundesakademie ein. Recht schnell nach der Einrichtung des Archivs durch Rudi und Irmgard May sowie Ralf Colin stellten sowohl Rudi May als auch Michael Brandlmeier ihre privaten Sammlungen an Zeitschriften dem Archiv zur Verfügung. Später folgten der komplette Notenbestand aus den Nachlässen von Toni Göß- wein und Willi Meder. | Wissenschaftliche Anfragen | Seit seiner Einrichtung er- hält das Archiv immer wie- der Notensendungen aus dem gesamten deutschspra- chigen Raum. Parallel dazu erreichen für wissenschaft- liche Arbeiten das Archiv immer wieder Anfragen zu Noten, Komponisten, Zeit- schriften. Denn die Einrich- tung in Trossingen ist die einzige Ansprech- und Fund- stelle für Zeugnisse und Be- lege aus der Zithergeschichte Deutschlands. Personell war die Betreuung des Archivs nicht einfach zu lösen. | Aufwendige Erfassung | Inzwischen ist es gelungen, Roswitha Blocher als Vorort- Ansprechpartnerin zu ge- winnen. Gertrud Wiegele aus München übernahm es, die Materialien zu erfassen und zu archivieren. Eine aufwen- dige Arbeit, die ihr unzähli- ge Wochenenden im Archiv einbrachte und noch genü- gend Nacharbeit zu Hause verlangte. Doch durch die eh- renamtliche Zusammenarbeit ist es gelungen, dem Verband ein gut dokumentiertes und lebendiges Archiv zur Verfü- gung zu stellen. | 5000 Notenausgaben | Das aktuelle Bestandsver- zeichnis weist knapp 5000 Notenschriften aller Epochen und Komponisten sowie na- hezu vollständige Jahrgänge aller Verbandszeitschriften seit 1896 auf. Dazu kommen eine Vielzahl an Konzertpro- grammen der Zithervereine, diverse Tonträger, aber auch die Zeugnisse der verbandsar- beit: Protokolle der Vorstands- arbeit seit Rudi May, zum Teil noch aus der Zeit von Ulrich Oesterle. Während der Bundesdelegier- tenversammlung am 15. und 16. März in Trossingen findet erstmals ein Tag des offenen Archivs statt, um interessier- ten Bundesdelegierten den Bestand und die dort geleiste- te Arbeit vorzustellen. Getrud Wiegele wird auch einen Vor- trag halten. Ralf Colin Goldenes Dirigentenjubiläum Franz Walser leitet seit 50 Jahren ein Zitherorchester 1954 trat dem Zitherbund Heidenheim ein Zwölfjähri- ger bei, musikalisch so be- gabt, dass er sich mit Zither und Gitarre damals bereits ein Taschengeld erspielen konnte. Inzwischen, 60 Jah- re später, wissen die Mitglie- der des Orchesters längst, welch glücklichen Fang sie damals gemacht hatten. Nachdem Franz Walser erst die Vereinsjugend im Mu- sikausschuss vertreten hat- te, wurde ihm mit gerade mal 21 Jahren der Dirigen- tenstab in die Hand gegeben. Seit einem halben Jahrhun- dert führt er ihn erfolgreich und zur vollsten Zufrieden- heit des Orchesters. Wöchentlich legt er 90 Kilo- meter zurück, um (s)ein Lai- enorchester anzuleiten. Er macht dies mit großem Wis- sen, viel Humor und dem pä- dagogischen Geschick eines erfahrenen Schulmusikers. Unter seinem Dirigat wur- den und werden Repertoires erarbeitet, in denen sich so- wohl Alte Musik und Klassi- sches als auch traditionelle Stücke und Volksmusik fin- den. Nicht zu vergessen sei- ne beliebten Bearbeitungen bekannter Swingnummern und lateinamerikanischer Titel, die auch von anderen Orchestern übernommen werden. Hier fließen die Vorlieben des Tanzmusikers Walser ein, der nebenberuf- lich viele Jahre als Gitarrist in namhaften Ensembles un- terwegs war. Ob als Dozent bei regionalen Zitherlehrgängen, als Juror für „Jugend musiziert“, als Dirigent und Gitarrist bei Konzerten des Orchesters und bei Gastauftritten, bei Rundfunk- und Fernseh- aufnahmen – die Zahl von Walsers musikalischen Ein- sätzen für den Zitherbund Heidenheim hat in 60 ak- tiven Jahren die Zahl 250 längst überschritten. Nicht erwähnt sind hier die ge- meinsamen Erlebnisse im „Rahmenprogramm“ des Ver- eins, die das harmonische Miteinander aber verstär- ken. An dieser Stelle auch ein Dank an Ulrike Walser, die nicht nur das Engage- ment ihres Mannes mitge- tragen, sondern auch ihre eigenen Talente in den Ver- ein, etwa als Schriftführerin, eingebracht hat. Die Spieler des Zitherbundes Heiden- heim bedanken sich herzlich bei ihrem „Franz“ und wün- schen sich sehr, dass die er- folgreiche Zusammenarbeit andauert. Brigitte Hergesell / Foto: privat Jubiläen ZITHER SZENE |69

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