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2014_Zither-Mag_3

Leidenschaftlicher Einsatz für Zither und Volkskunst Hans Eder, Gründer und Leiter der Erzgebirgsgruppe Hohndorf, ist im Alter von 77 Jahren gestorben „Musik ist eben meine große Liebe - vor allem die Zither- musik“, pflegte Hans Eder zu sagen. Am 26. Juni 2013 ist der Zithervirtuose, Kom- ponist, Ensembleleiter und Zitherlehrer im Alter von 77 Jahren gestorben. Geboren am 25.Januar 1936 in Hohndorf/Erzgebirge be- gann er mit acht Jahren, das Zitherspielen zu lernen. Nach zweieinhalbjährigem Unterricht debütierte er mit dem Solostück „Ein Som- merabend am Gardasee“ von Willi Hintermeier im Jahresabschlusskonzert des Zitherclubs Hohndorf. Als sich der Zitherclub auflöste, gründete sich 1957 die „Ins- trumentalgruppe Hohndorf“, deren Leitung Hans Eder bald übernahm. 1960 gründete er zur Instru- mental- eine Gesangsgrup- pe, die gemeinsam die in der DDR sehr bekannte „Erzge- birgsgruppe Hohndorf“ bil- deten. Ein Markenzeichen des Ensembles war es, die erzgebirgische Volksmusik mit zeitgemäßen neuen Lie- dern und Instrumentalstü- cken zu ergänzen. Die Lieder und Arrangements schrieb Hans Eder, der eine berufs- begleitende Ausbildung am Robert-Schumann-Konser- vatorium in Zwickau in Har- monie- und Satzlehre sowie in Gehörbildung und En- sembleleitung absolvierte. Über 90 Kompositionen und Bearbeitungen stammen aus seiner Feder. Die Gruppe Hohndorf war beim Publikum vor allem durch den unverwechselbar homogenen Stimmklang der Sängerinnen und die hohe Qualität der instrumenta- len Arrangements beliebt. Mit dem Ensemble bestritt Hans Eder unzählige Veran- staltungen, errang bei Wett- bewerben Gold- und Silber- medaillen sowie den Titel „Hervorragendes und ausge- zeichnetes Volkskunstkollek- tiv der DDR“. Für sein kultu- relles Engagement erhielt er die Auszeichnung: „Preis für künstlerisches Volksschaffen der DDR, II. Klasse“. Hans Eder, Bergmann im Hauptberuf, meisterte die Auftritte, unterstützt von Ehefrau Edith und Toch- ter Eva, in der Freizeit. Und nicht nur das. Als nach mei- nem Entschluss, unbedingt Zither lernen zu wollen, mein Vater bei ihm vorsprach, nahm er mich bereitwillig für sechs Jahre als Schülerin an. 1981, inzwischen 45 Jahre alt, machte er als Berufs- musiker weiter. Nun war vor allem sein Einsatz als Zithersolist gefragt, u.a. im Tourneeprogramm der Kon- zert- und Gastspieldirektion. So führten ihn seine Auftrit- te in die Tschechoslowakei, nach Ungarn, Moskau, aber auch durch das gesamte Ge- biet der DDR. Nach der politischen Wen- de 1989 nahm Hans Eder eine Festanstellung als Zithersolist im Kurhaus in Schwangau an. Diese Zeit zählte, so seine Aussage, zu den schönsten seines Lebens. Obwohl er jetzt in Oberbayern lebte, hielt er seiner erzgebirgischen Hei- mat die Treue. Alljährlich spielte er bei der „Lichtlohmd“ in seinem Heimatort Hohndorf. Mit 72 Jahren beendete er seine hauptberufliche Tätigkeit als Musiker, ohne aber gänz- lich auf das Zitherspielen zu verzichten. Im Gegenteil: Bei der Vorbe- reitung eines Jubiläumskon- zertes des Mandolinen- orchesters Schwalmstadt lernte er am Gardasee die Mandolinistin Johanna Ger- ning kennen, seine spätere Lebensgefährtin. Beide ge- stalteten als Duo „Hanna und Hans“ noch viele Veran- staltungen. Jetzt ist es an uns, die Zither in der von ihm gewohnten Qualität weiter klingen zu lassen. Bei dieser Aufgabe bleibt er uns Vorbild, Ansporn und freudige Erinnerung zu- gleich. Sabine Badstübner, Foto: privat Gedenken ZITHER SZENE |71

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