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2014_Zither-Mag_3

Gaby Kiessling

Erfolgreich in vielerlei Hinsicht Seit über 60 Jahren spielt Gaby Kiessling Zither. Die Musikerin, die viel Fröhlich- keit ausstrahlt, hat zwar auch andere Instrumente sowie Gesang gelernt, aber das Zupfinstrument wurde zu ihrer Lei- denschaft. Mit acht Jahren begann zu Hause bei ihrem Vater, Georg Reuther, der Zitherunterricht. Reuther, ein Ver- ehrer Richard Grünwalds, unter- richtete die Tochter nach dessen Zitherschule. Zum ersten Mal auf der Bühne stand sie mit zwölf Jahren in Ludwigshafen. Ende der Siebzigerjahre erfuhr sie von den Lehrgängen in Trossingen, spielte vor und wurde direkt in den B-Kurs aufgenommen. 1981 bestand die technische Zeichne- rin ihre Prüfung als Zitherlehre- rin und entschied sich für einen völlig neuen Lebensweg: Seither unterrichtet sie an der Haßlo- cher Musikschule in der Pfalz. Seit 30 Jahren bildet Gaby Kiessling, die in Böhl-Iggelheim wohnt, erfolgreich junge und äl- tere Schüler an der Zither aus. Manche von ihnen ließ die von der Lehrerin geweckte Leiden- schaft nicht mehr los. Sie wirken bei bekannten Zitherorchestern wie dem Landeszitherorchester Baden-Württemberg oder dem Oßweiler Zitherorchester mit. Andere stehen noch am Anfang der musikalischen Entwicklung, wie der 17-jährige Benedikt Haas, Zitherspieler im Malanders-Quartett. Gaby Kiessling blickt gern auf ihren von Musik geprägten Le- bensweg zurück. Mit siebzehn Jahren lernte sie ihren Mann, Herbert Kiessling, einen Trompeten- und Alphornspieler, bei einem Konzert kennen. Beide standen in verschiedenen Formationen auf der Bühne. Die Liebe zur Musik führte sie zusammen und begleitet bis heute. Das Duo Kiessling trat 20 Jahre zusammen auf, war in lo- kalen Wirtschaften genauso zu hören wie in Monaco. Die Krönung der gemeinsamen Konzerterlebnisse aber war ihre Japan-Tournee 2001. Auf Einladung von Toshito Nai- ko, der Präsidentin des japanischen Zitherverbands, gaben sie zusammen mit der Japanerin neun Konzerte innerhalb von zwölf Tagen. In Aomori, Tokio und Takamatsu fanden sie überfüllte Säle mit aufmerksamen Zuhörern vor. Im Oktober 2002 beglei- tete Gaby Kiesslings Zitherspiel in Ba- den-Baden eine exklusive Abendveran- staltung während eines Staatsbesuchs des ehemaligen US-Präsiden- ten Bill Clinton. Vor einem Jahrzehnt zog sich Herbert Kiessling aus dem ak- tiven Musikleben zurück. Die Zitherspielerin blieb, sie nahm Angebote des Hessischen Staatstheaters in Wiesbaden an, spielte dort die Zither in den Operetten „Im weißen Rössl“ und „Der Vogelhändler“. Für das kommende Jahr ist eine musikalische Umrahmung des „Zerbrochenen Krugs“ von Heinrich von Kleist geplant, der vom Kulturkreis in Neu- stadt an der Weinstraße aufge- führt wird. Notenarrangements für Zither gehörten für Gaby Kiessling zum Lehreralltag, da sie ihren Schülern häufig passende Li- teratur zusammenstellt. Diese Erfahrung kommt dem Kulturkreis zugute, dessen Mitglied die Zitherspielerin ist. Die Musiklehrerin unterrichtet auch auf den Seminaren des DZB-Landesverbandes Mitte. Auf Einladung des damaligen Landesverbandsvorsitzenden Willfried Dér kam Gaby Kiessling zum Deutschen Zithermu- sik-Bund und ist seit 35 Jahren ein aktives Mitglied. Für ihr Engagement erhielt sie bereits die silberne Ehrennadel des Zitherbundes. Dieses Jahr feiert Gaby Kiessling ihren 70. Geburtstag. Sie hat noch viel vor. Gerade hat sie ihre Internetseite ausge- baut, sie stellt ihre Musik in YouTube ein und auch bei Fa- cebook kann man etwas über sie erfahren. Und natürlich unterrichtet sie weiter. Das Einzige, was sie etwas wehmütig macht: Dass ihr Vater all die schönen Momente nicht mehr mit ihr teilen kann. Giedre Beckert / Foto: Klaus Venus Gaby Kiessling bildet seit 30 Jahren Zitherschüler aus. Heuer feiert sie ihren 70. Geburtstag PROFIL |73

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