Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

2014_Zither-Mag_2

Er nimmt die Texte alter Kir- chenlieder und schreibt die Musik neu und dies mit gro- ßem Erfolg. Viele Kirchen- chöre in Tirol und Bayern singen nach seinen Sätzen. Bayerische Barockmusik - so beschreibt er seinen Stil. Werke von Mozart und eigene Kompo- sitionen finden sich auf seinen CDs. Mit der Moderne hat er nicht experimen- tiert, die reizt ihn nicht. „Da lasse ich mich nicht erwischen“, sagt er. Sein Cre- do lautet: Die Musik muss zu unseren Kirchen und zu unserer Kultur passen. Zu einer Hochzeit oder einer Beerdi- gung in einer oberbayerischen Barock- kirche ein Gospel? Das wäre nicht die Richtung von Hans Berger. Er bleibt bei seinen Wurzeln. Drei große Themen sind die seinen: Adventsingen, Marien- singen, Almsommer. Letzterer ist für ihn keine Folklore, dafür kennt er dieses Leben zu gut. Als Bub einer Familie, die zwei Almen besitzt, hat er selbst halbe Sommer auf der Alm verbracht. Dieses Jahr zieht er den „Almsommer“ noch groß auf in der Rosenheimer Stadthalle. Nächstes Jahr will er die Veranstaltung verkleinern und damit dann auf kleinere Bühnen ziehen. Mit der Größe experimentiert er gerne. Sein Ensemble, das er vor gut 30 Jahren gegrün- det hat, ist sehr flexibel – von der Stubenmusi-Besetzung bis zu Chor- und Orchester- konzerten – alles ist möglich. Die Treue zu den Wurzeln hat den Oberaudorfer weit gebracht. Sieben Mal hat er für den Bayerischen Rundfunk das Advents- und Weihnachtssingen gestaltet. Als Zitherspieler reiste er – im Aufrag der Stadt München oder des Bayeri- schen Wirtschaftsministeriums – nach Südamerika. Er komponierte eine Ru- pert-Mayer-Messe, die ihm einen Auf- tritt in Denver bescherte. Auch auf die Galapagos-Inseln ging es oder nach Griechenland. „Selbst habe ich nie eine Reise gebucht“, sagt er. Und was ist jetzt sein Lieblingsinstru- ment? Zither oder Orgel? Beide seien gleichberechtigt für ihn, sagt Hans Ber- ger. Mit einem großen Aber: Die Zither steht an vorderster Stelle, wenn es um Flexibilität geht. „Sie ist derart vielsei- tig und interessant wie kein Instrument sonst.“ Der Klang ist angenehm, das Instrument erlaubt Melodie und Be- gleitung in einem, kurzum, sie klingt immer schön und ist überall einsetzbar, auf der Alm genauso wie bei einem Auf- tritt im Seniorenheim. Definitiv besitzt Hans Berger mehr Zithern als Orgeln: ganze 25 Stück. Er hat sie – bis auf zwei, die gerade nicht im Hause sind - fein säuberlich auf- gereiht auf der langen Bank in seiner Stube und auf den Tischen davor. Sei- ne erste Zither ist darunter, aber auch ein teures Meisterstück. Die eine klingt härter, die andere weicher, voller. Ob Tölzer Schützenmarsch, Mozart, Schla- ger – Hans Berger lässt hören, dass auf der Zither alles gut klingt. Demnächst will er so etwa ein Dutzend Zitherspieler einla- den zu sich in die Stube. Wenn es die Zeit zulässt zwi- schen einem Aufnahmeblock für sein eigenes CD-Label namens Seebach Re- cords, dem Komponieren und kleine- ren „Schanzln” wie dem Auftritt an der Heldenorgel. In der Stube sollen alle Musiker miteinander spielen. Ein Inst- rument bräuchte keiner mitzubringen, schließlich sind genügend vorhanden. Die Musik muss zu unseren Kirchen und unserer Kultur passen. In kleinem Kreis: Das Saitenensemble Hans Berger Foto: Josef M. Redl PORTRÄT |13

Seitenübersicht