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2014_Zither-Mag_2

war ein phantastisches Erlebnis“, sagt Helmut Knoll. Musiker verschiedener Altersklassen, verschiedenste Stilrich- tungen, das will auch Petra Hamberger an diesem Tag hören. Gerade hilft sie ihren Schülern, die im Behamhof ihren Auftritt hatten, beim Einpacken. Die Musiklehrerin aus Höhenkirchen hat- te vor einigen Jahren die Idee, einen Zithertag zu veranstalten. „Es gibt ja schon lange einen Geigentag, aber für Zither gab es nichts“, sagt sie. Über Max Klein wurde dann vor einigen Jahren der Kontakt zu Markus Wasmeiers Mu- seum hergestellt – und ziemlich schnell ist der Zithertag zur Tradition gewor- den. Alljährlich würden am Abend ein Ehrenpreis und die Auszeichnung „Goldene Zither“ verliehen, berichtet Hamberger. Ausgesucht werden die Preisträger von einer Jury, der Wasmei- er, Vertreter des Deutschen Zithermu- sik-Bunds und die Geschäftsführung des Museums angehören. Dieses Jahr pausiert die Goldene Zither allerdings, doch einen Ehrenpreis wird es geben. Zuvor geht es den ganzen Tag über um eines: „Jeder darf hier alles spie- len, mein Wunsch ist, dass Offenheit herrscht“, sagt sie und weist daraufhin, dass Zither keineswegs nur ein alpen- ländisches Instrument ist, wie so viele meinen. Auch in Hamburg und Berlin habe es einst große, aktive Zither-Sze- nen gegeben, erzählt sie. In Sachen Offenheit gibt Rosalyn Sabo am frühen Nachmittag eine kleine Lehrstunde im Behamhof, der an die- sem Tag als Talentschuppen der Jugend vorbehalten ist. Die Musiklehrerin aus Waldkraiburg und Chefin des Ensemb- les „ZitherRausch“ zählt vor. 1, 4, 6, und 1, 4, 7, 6. „Wer hat es erkannt?“ fragt sie. Und ergänzt: „Nein, das ist keine Telefonnummer.“ Sie gibt den Takt vor, bis auch die Zuschauer mitwippen und ihnen klar wird, was der Nachwuchs da spielt: Smoke on the Water von Deep Purple. Nicht gerade bekannt als Zither-Hit, aber – geht doch. Am Info-Tisch nebenan freut sich An- nette Bliemetsrieder über die Einlage, die so gut ankommt. Den Nachwuchs für das Instrument Zither zu begeistern, das ist das große Anliegen von Bliemets- rieder, der Vorsitzenden des DZB-Lan- desverbands Bayern-Süd. Erstmals ist der Verband beim Zithertag als Organi- sator mit dabei und hat ein umfangrei- ches Kinder- und Jugendprogramm auf die Beine gestellt. „Wir haben 40 Kinder angemeldet, die wir betreuen, und wir finanzieren unter anderem Geschenke, Bastelmaterial und Fahrtkosten“, sagt Bliemetsrieder. Ziel ist es, die Zither als Instrument wieder bekannter zu ma- chen. Und wenn sie nicht schon selbst auftreten, können die jungen Besucher, Schon zwei Mal war ich hier in Schliersee. Wir haben im- mer viel Spaß. Zither spiele ich schon seit acht Jahren. Mir gefällt, dass es ein selte- nes Instrument ist, auf dem man modern und bayerisch spielen kann. Ich will auf jeden Fall dabeibleiben. Theresa Mayer, 14 Jahre, Siegsdorf Im Behamhof ist beim Auftritt der jungen Zither- spieler kein Platz mehr frei. Irmengard Auer (hinten links), die vor kurzem das Jugendorchester gegrün- det hat, freut sich über das Interesse. Es bleibt auch Zeit für Fachgespräche (Bild rechts): Georg Glasl, Präsident des Zither-Bunds, und Brigitte Amasreiter, Trägerin des Ehrenpreises 2014. Und auf allen We- gen vor und im Museum trifft man auf Musiker, die ihre Instrumente schleppen. Fotos: Sigrid Hofstetter 26 | REPORTAGE

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