Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

2014_Zither-Mag_2

Zusammenpacken nach dem Auftritt ganz gemütlich anzugehen, die Nach- wuchsmusiker plauschen untereinan- der, ebenso die Lehrer. „Die Jugend- lichen sind begeistert dabei“, erzählt die 28-Jährige über das Orchester. „Sie üben ihre Sachen daheim.“ Gemeinsam geprobt wird dann in Gras- sau, denn Ziel ist, dass sich die Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen zehn und 16 Jahren über ihre eigene Region hinaus kennenlernen und den Horizont erweitern. Noch befindet sich das Orchester in der Anfangsphase – was nicht bedeutet, dass Irmi Auer keine Pläne damit hätte. Der nächste Auftritt folgt bei der Landesgarten- schau in Deggendorf. Irmi Auer steht noch am Anfang, anders als Brigitte Amasreiter aus Mühldorf, die sich am Nachmittag ein- findet. Die 66-Jährige hat ein langes Leben als Zitherlehrerin hinter sich. Seit 40 Jahren unterrichtet sie, der Ehrenpreis, den sie am Abend des Zithertags erhält, ist wohl ver- dient. Amasreiter schreibt auch Stücke selbst, ganz auf ihre Schüler zuge- schnitten. Lehrer wie Lisbeth Geng- hammer aus Chieming, die ebenfalls im Museum unter- wegs ist, arbeiten gern mit ihren Noten. „Wo ist der Zahn vom Löwenzahn?“, sagt Genghammer, das habe sie mit Kin- dern einstudiert. Offenbar hat Amasrei- ter den richtigen Ton getroffen, denn die jungen Musiker mögen das Stück. Eines, sagt Amasreiter, habe sie wäh- rend der Laufbahn als Lehrerin immer beherzigt: „Jedes Menschenkind ist anders.“ Jedes lerne anders, sei auf andere Weise zu motivieren. Prägend sei für sie der schlechte Unterricht gewesen, den sie selbst als Kind hatte. „Das wollte ich nicht. Ich bin froh, dass ich die Ausbildung am Konservatorium gemacht habe. Sein Handwerkszeug muss man studieren.“ Ihre Maxime lautet: „Musik ist in jeder Lebenssitu- ation gut“. Und das Motto funktioniert am Zithertag und vermutlich an vie- len anderen Tagen auch. Völlig unab- hängig davon, ob draußen die Sonne scheint oder es in Strömen regnet, wie an diesem späten Nachmittag am Schliersee. Seit drei Jahren spiele ich jetzt. Das mit den Fingern geht schon. Mir gefällt der Klang der Zither. Zweimal pro Halbjahr spiele ich in der Schule vor, im Ignaz-Gün- ther-Gymnasium in Rosen- heim. Dort bin ich auf dem musischen Zweig. Dafür muss ich viel üben. Aber mit der Zither bin ich der Exot unter den anderen Schülern. Thomas Linke, 12 Jahre, Bruckmühl REPORTAGE |29

Seitenübersicht