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2014_Zither-Mag_2

ner besorgte seit dem ersten Festival die finanzielle Abwicklung und half bei der Organisation. Unverzichtbar war auch der Beistand des früheren Richard-Strauss-Konservatoriums und, in der Nachfolge, der Hochschule für Musik und Theater München sowie des Kulturzentrums Gasteig. Ohne die Unterstützung dieser Einrichtungen wäre uns bestenfalls das erste Festival geglückt, aber kein weiteres mehr. Sie alle standen und stehen vom Bühnen- arbeiter bis zur Gasteig-Geschäftsfüh- rerin Brigitte von Welser – hinter dem kleinen, aber feinen Festival. Dessen Grundstruktur ist bis heute un- verändert, nur quantitativ haben wir uns enorm erweitert. Die Anzahl der Konzerte bewegt sich zwischen 12 und 16, dazu kommen Workshop und Wett- bewerb. Im Zentrum steht unverändert neue Musik. In den 20 Jahren gab es mehr als 60 Uraufführungen, Werke für Zither in ganz unterschiedlichen Stil- richtungen und Besetzungen. Für ein Festival unserer Größenordnung, das um jeden Euro Zuschuss kämpft und nur ehrenamtlich organisiert wird, ist das eine beachtliche Leistung. Schon das erste Neue Musik-Konzert, mit dem wir 1995 im großen Saal der Hochschule starteten, zählte fünf Ur- aufführungen. Eine übernahmen die Innsbrucker Kollegen Isolde Jordan und Harald Oberlechner, bis heu- te treue Begleiter des Festivals, die anderen vier spielte ich, zum Teil ge- meinsam mit Studierenden und Profis aus der Münchner Musikszene. Unter anderem Violeta Dinescus Kathargos und Fredrik Schwenks „Landscape für Richard Long“, Stücke, die in den fol- genden Jahren viel gespielt wurden. Ein weiterer Komponist, der für Festi- val und Instrument sehr wichtig wurde, tauchte ebenfalls in diesem Konzert auf, allerdings nicht mit einer Urauffüh- rung: Peter Kiesewetter. Der erste Teil seiner Schöpfungsgeschichte „Bereshit“ wurde zwei Jahre später bei Zither 2 zu einem grandiosen Erfolg mit dem Ergeb- nis, dass die Bayerische Akademie der Schönen Künste die Gesamturauffüh- rung übernahm. Auch andere teils groß dimensionierte Werke erlebten in den Festivals ihre Uraufführung und wurden später nachgespielt, etwa die Trilogie des Komponisten Walter Zimmermann und des Philosophen Hannes Böhringer, die bei Zither 3 uraufgeführt wurde. Nachhaltige Wirkung zeitigte auch das Projekt zum „dritten Mann“. Die Urauf- führung bei Zither 4 (2001) endete mit einem Eklat: Die Tür hinter sich zu- knallend verließen einige Zuhörer den Konzertsaal, verlangten ihr Geld zurück. Noch Tage später wetterten Musikfreun- de in bösen Briefen gegen die Auffüh- rung, weil sie ihren „dritten Mann“ ge- schändet sahen, unterstellten mir, die Jugend musikalisch zu verderben. Dabei hatte ich nur sechs junge Komponisten gebeten, sich auf die Spuren des „dritten Mannes“ zu begeben, sich von dessen Befindlichkeiten anregen zu lassen und ihre Assoziationen zu Film oder Film- musik in ihrer eigenen Musiksprache auszudrücken. Den Stücken schadete die Aufregung nicht: Zwei davon – Hel- ga Pogatschars Underground Surround, das das Trio Greifer 2013 beim DZB-Fest- konzerts spielte, und Georg Haiders Or- son Welles’ Schatten - liegen inzwischen sogar als CD-Einspielungen vor. Von Anfang an suchten wir auch nach ungewöhnlichen Auftrittsorten, nach Räumlichkeiten, in denen die Zither bislang nicht zu finden war. In nahezu idealer Weise gelang uns dies bei Zither 4 (2001) mit unter tage, einem Projekt, in dem sich Leopold Hurt erstmals mit Für Zither 5 studierte Daniel Herrmann (oben) mit jungen Zitherspielern aus verschiedenen Ländern hide@park ein. Die Gruppe „Panta rhei” begeisterte das Publikum bei Zither 6. Fotos: Hoiss, Neubauer 32 | INNENANSICHT

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