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2014_Zither-Mag_2 - Selbstporträt - Beständiges Bestreben im Wandel der Zeit

120 Jahre Bochumer Zitherorchester

Zither im Revier? Was heutzutage oft Verwunderung auslöst, war einst allgegenwärtig. Die Verbreitung der Zither von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts an war zwar ein nahezu gesamtdeutsches Phänomen, der von starker Arbeiterzuwanderung geprägte „Goldene Westen“ stellt dabei jedoch eine Besonderheit dar. Zur Kohle ge- hörten Stolz, Kameradschaft und auch die Feierabendmusik. Neben Schre- bergarten und Taubenschlag prägten daher auch die Musikvereine die Kultur des Reviers. So beanspruchen Akkor- deon, Bandoneon und Zither für sich, das „Klavier des Bergmanns“ gewesen zu sein. Allein in jeder Stadt gab es mehr als ein Dutzend Zithervereine, im Stadtteil Langendreer sogar einmal fünf Vereine zeitgleich. Das Ruhrgebiet wies also einst die deutschlandweit größte Dichte an Zithervereinen auf. In diesem Kontext steht die Gründung unseres Vereins im Jahre 1894 unter dem Namen „Zitherclub Alpenrose zu Langendreer“. Entscheidend dafür, dass wir unser 120-jähriges Jubiläum feiern können, ist die Entwicklung des Vereins in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhun- derts. Karl Abe, erster Vorsitzender des 1948 gegründeten Deutschen Zithermu- sik-Verbandes mit Sitz in Bochum-Lan- gendreer, übernahm zunächst das Dirigentenamt im Verein. Ihm folgte 1954 Hans Ludwig, der grundlegende Ausbildungen in Musiktheorie und Diri- giertechnik genossen hatte, geschätzter Zitherkomponist und auch Dirigent des Verbandsorchesters war. Möglicherwei- se wurde durch diese beiden der Grund- stein gelegt für die Bedeutung des Vereins innerhalb der westdeutschen Zither-Szene und für die nachhaltige Orchesterarbeit. In diesem Zusammenhang ist auch Hans Krasser zu nennen, der über Jahrzehn- te als Konzertmeister die Entwicklung mitgestaltete und auch viele der heute aktiven Zitherspieler ausbildete. Durch die Verpflichtung von professionellen, nicht mit der Zither verbundenen Musi- kern als Dirigenten in den letzten zwei Dekaden des 20. Jahrhunderts wurden neue Impulse für die Entwicklung des Orchesters gesetzt. Fred Witt, Hans Boll und Detlef Tewes erreichten heraus- ragende Erfolge für das Orchester und das Instrument, unter anderem bei den Teilnahmen am Deutschen Orchester- wettbewerb. Nach der Jahrtausendwende, unter Frédéric Jenniges als Dirigent, wurde der Wechsel zur jüngeren Generation in den verantwortlichen Positionen weiter vorangetrieben. Die Kontinuität der gu- Beständiges Streben im Wandel der Zeit Neue Herausforderungen für das Bochumer Zitherorchester zum 120-jährigen Jubiläum Ein schmuckes Foto aus der Gründungszeit des Zitherclubs Al- penrosezuLangendreer.DasBIlddürfteum1902entstandensein.

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