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2014_Zither-Mag_2

ten Orchesterarbeit konnte auch durch weitere Erfolge bei den Orchesterwett- bewerben bestätigt werden. Dass wir beim Bundeswettbewerb 2012 als das einzige Zitherorchester vertreten waren, sorgte bei den Verantwortlichen, die dem Instrument geneigt sind, für Bestürzung. Die Präsenz des Instrumentes in diesem Wettbewerb mit einer eigenen Kategorie ist leider wohl Geschichte. Die Zeit um das Jubiläum zum 120-jäh- rigen Bestehen steht für uns unter dem Stern weiteren Wandels. An die beruflichen Zwänge, aber auch an das erweiterte Einzugsgebiet der Spieler angepasst, wurde die Probenarbeit um- gestellt auf monatliche Halbtagspro- ben. Nach dem Tode Wilhelm Dreyers, der dem Orchester über 50 Jahre mit seiner Kneipe eine Herberge war, konn- te jüngst ein neues Vereinslokal gefun- den werden, das die Bedürfnisse der Orchesterarbeit unterstützt. Die Ein- bindung zweier Schüler von Karin Kä- ser in das Orchester gibt weitere Moti- vation. Trotzdem muss die Aufgabe der Gewinnung und Ausbildung weiterer, insbesondere junger Zitherspieler auf den Prüfstand gestellt werden. Nicht zuletzt wollen wir aber auch die Konzertgestaltung an die Erwartungen der modernen Zuhörer anpassen. Unser vergangenes Projektkonzert „folk music at its best“ mit Silvia Schumacher an der Harfe war ein erster Schritt in eine ähnliche Richtung. Nach dem Festkon- zert zum Jubiläum soll ein schwung- volles, rhythmusgeladenes Programm erarbeitet werden, in dem auch Werke für Zitherorchester und Akkordeon erklingen. Geplant ist, solche Projekt- konzerte dann an anderen Orten in der Region zu wiederholen, auch um dem Vergessen des Instrumentes im Ruhrge- biet entgegenzuwirken. In diesen Wandel hinein wurden wir zu- letzt vor die Aufgabe gestellt, einen neu- en Dirigenten für die Arbeit mit uns zu begeistern. Bei unserer intensiven Su- che stießen wir auf Raphael Thöne, der bereits erste Berührungen mit dem Inst- rument hatte und sofort Interesse an ei- ner Zusammenarbeit zeigte. Dr. Raphael Thöne ist Komponist und Musiktheoreti- ker und leitet das Institut für Jazz, Pop und Rock an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover. Seine Professionalität machen die Arbeit mit ihm erfrischend neu. Erste Proben mit ihm lassen auf eine vielversprechende Zusammenarbeit hoffen. Das Jubiläumskonzert am 26. Oktober steht unter dem Zeichen, die Vielfältig- keit des Orchesters zu präsentieren. Ne- ben der Ouvertüre d-Moll von Heinrich Buchecker und swingender Melodien unseres ehemaligen Dirigenten Fred Witt erklingt ein zweisätziges Werk von Fritz Pilsl. Ein Highlight dürfte die Sin- fonia concertante von Johann Friedrich Edelmann für Cembalo und Zitheror- chester sein, bei der Raphael Thöne den Part des Solo-Cembalos übernehmen wird. Bei dieser Gelegenheit wird auch eine Komposition von Thöne für Zither- quartett uraufgeführt. Schließen möchten wir mit einem Satz Dirk Gebhardts, nachzulesen auf unse- rer Internetseite: „Wenn Freunde einen Musikverein über 100 Jahre so erfolg- reich erhalten können, so spricht dies für deren Gemeinschaftssinn, für die Freude an der Musik, für die Harmonie innerhalb des Vereins, für die Bereit- schaft zur intensiven Probenarbeit und für die Bereitschaft, sich immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen.“ Annette Demuth, Wolfgang Hubert Raphael D. Thöne geboren in Moers, studierte Komposition an der Robert-Schumann-Hochschule und Musiktheorie an der Folkwang-Hochschule Essen. Aufführungen im Rahmen der Night of Film Music, Auftragsarbeiten für die Orchesterakademie NRW sowie die Ensemblia 2005, Mitarbeit an der Kammeroper „Der Herr Ge- vatter“, Hörspielmusik für den SWR (RSO Stuttgart), und die Arbeit als Arrangeur und Orchestrator für die Berliner Musikproduktionsfirma dasDUR komplet- tieren seine Arbeit als Komponist, Arrangeur, Pianist und Dirigent. Zudem ist er Hochschuldozent für Mu- siktheorie, Arrangement und Komposition und Leiter des Instituts für Jazz | Rock | Pop an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Repro: Uwe Wolski Den 120. Geburtstag merkt man dem Bochumer Zitheror- chester nicht an. Foto: Uwe Wolski SELBSTPORTRÄT |55

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