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2014_Zither-Mag_2 - Repertoire

Five Little Pieces

Harald Oberlechner Five Little Pieces Harald Oberlechner ist in der Zitherszene auf dem besten Wege, weit über die Grenzen Österreichs zum Jazzklassiker zu avancieren. Und dies mit Recht, denn mit seiner stattlichen Anzahl jazziger Stücke trifft er den Nerv besonders derer, die sich - wie er selbst im Vorwort zu seinen jüngst erschiene- nen Five Little Pieces schreibt - über das sichere Terrain der Volksmusik be- reits ein wenig hinausgewagt haben. Wohlgemerkt ein wenig, denn die Gren- zen technischer Anforderungen werden nicht überschritten, die des guten Ge- schmacks ebenso wenig. Dennoch wird sich ein eingefleischter Jazzer wie Die- ter Glawischnig - um in Österreich zu bleiben - wundern, dass Dezennien der Jazzgeschichte an Oberlechners Musik spurlos vorübergingen. Ungeachtet des- sen sind die Stücke für eine noch junge Klientel, die mit dem Jazz erst vertraut gemacht werden soll, vor allem in päda- gogischer Hinsicht unentbehrlich. | Swinging melody | Das erste Stück Ping -Pong führt die für den Swing archetypische Shuffle-Rhythmik ein. Die Ober- stimme verzichtet auf die Freisaiten und konzentriert sich auf eine swinging melody, die in vier mal vier Takten über den gleichbleibenden Freisaiten der Begleitzither variiert wird. Der B-Teil steht in der benachbarten Unterdominante und umfasst zwei viertaktige Einheiten. Nach dem Da-Capo- Abschnitt folgt eine kleine fünftakige Coda, in welcher eine weitere Spielart des Swing, das Bending, verlangt wird. | Sunny Summer | So heißt das zweite, etwas schnellere Stück, das durch die charakteristische Off-Beat-Melodik geprägt ist. Nach einem viertaktigen Intro folgen ein A- und ein B-Teil mit viertaktigen Phrasen. Der besondere harmonische Reiz dieses ersten Abschnitts besteht darin, dass die Tonart F-Dur erst im B-Teil in Erscheinung tritt. In A- und B-Teil bleibt die erste Zither auf die Griffsaiten reduziert. Im folgenden C-Teil werden erstmals Freisaiten miteinbezogen, während die zweite Zither den einstimmigen Melodiepart übernimmt. | Vertrackte Intro | Das dritte Stück, Mary Lou, beginnt mit einer rhythmisch leicht vertrackten Intro, die von beiden Zithern unisono gespielt wird. Der fol- gende Teil ist gegenüber den beiden ersten Stücken harmonisch avancier- ter und spielt mit dem Quintfall. Von Ziffer B an wird die Intro wörtlich wiederholt und es folgen zwei voll- ständige, durch Nebenseptimen-Ak- korde jazzig harmonisierte Quintfall- sequenzen, die von der ersten Zither ausgeführt wird, während die zweite Zither die Harmonik rhythmisch vo- rantreibt. Nach dem Da-Capo des ersten Abschnitts steht am Ende wie- derum eine Coda, die den Quintfall als das beherrschende harmonische Modell des Stückes noch einmal va- riiert und ganz nebenbei eine weitere Swing-Technik, das Slide einführt. | Gleiches Tempo | Walkie-Talkie, das vierte Stück, steht im gleichen Tempo wie Mary Lou, verzichtet jedoch in der Begleitstimme auf Off-Beats. Ohne In- tro führt eine Quintfallsequenz zwei- mal zur eigentlichen Tonika a-Moll. Im zweiten Teil werden erste und zweite Zither quasi vertauscht, während die Har- monik dieses 16-taktigen Abschnitts weniger schematisch als im ersten abläuft Das harmonische Schema des ersten Abschnitts beibehaltend, beschließt ein quasi Da-Capo-Ab- schnitt das mit swinging überschriebene Stück. | Melancholisch | Am Ende folgt der Blues for Isarold, eine Wortkombination aus Isolde (Jordan)und Harald (Ober- lechner), ein langsames, heiter-melancholisches Stück und mit 95 Takten, sofern man das Da-Capo des ersten Abschnitts mitrechnet, längste Stück des Zyklus’. Hier do- miniert die Melodik, die sich über archetypisch ostinaten Akkordserien quasi improvisatorisch abwechselnd in der ersten und zweiten Zither entwickelt. Eine begleitende Playalong-CD, mit beiden Zitherpartien in jeweils unterschiedlichen Tempi aufgenommen, ergänzt den Notenteil. Durch Ausblenden des linken oder rechten Lautsprechers, wodurch jeweils nur eine Stimme zu hö- ren ist, kann die CD auch gut als Karaoke-Version für den Hausgebrauch genutzt werden. Insgesamt sehr gelungene Stücke für den Unterricht, aber auch für den Vortrag im Konzert. Fredrik Schwenk Harald Oberlechner Five Little Pieces Fünf jazzige Übungsstücke für 2 Zithern Schwierigkeitsgrad: 2 – 3 Psalteria-Verlag Innsbruck 2014 Bestellnummer PS KS 3 Preis (inklusive CD): 17 Euro Nur Übungs-CD: 3 Euro 62 | REPERTOIRE

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