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2014_Zither-Mag_2

Neuerscheinungen extended outsait Duo Mirage CD 28777, 2013, ASS LC06219 Aktiv Sound Studio Verlag und Vertrieb A-6500 Landeck, Perfuchsberg 25a Preis: 17,99 Euro Hervorragend musiziert Das Duo Mirage feiert seine 20-jährige Zusammenarbeit Aus Anlass des zwanzigjährigen gemeinsamen Musizierens veröffentlichten Wolfgang Schipflinger, Zither, und Maxi- milian Hechenblaikner, Gitarre, besser bekannt als Duo Mirage eine neue CD mit dem Titel extended outsait. In der vorliegenden Einspielung wirken auch Stefan Juen, Schlagzeug und Werner Unterlercher, Bass, zwei langjäh- rige Freunde des Duos mit. Auf der zwölf Titel umfassen- den Jubiläums-CD sind neben einigen Kompositionen der beiden Duopartner auch Werke von Harald Oberlechner, Bobby Plater, Wolfgang Ruß, Neil Larson und Michael Lan- ger zu hören. Bei einigen der hervorragend musizierten, aber eher glatt arrangierten Titel fühlt man sich an eine schicke dezent ab- gedunkelte Chillout-Lounge in einem großstädtischen Busi- nesshotel erinnert. So bleibt irgendwie der Titel des dritten takes Small Talk im Unterbewusstsein hängen, ohne einen negativen Beigeschmack zu hinterlassen. Man kann den Jungs trotz oder gerade wegen ihres Mainstreams einfach nicht böse sein. Außerdem gibt es da noch das titelgebende outsait, eine fantastisch gelungene Nummer, die in der Fer- ne an die melancholische Harmonik des Tangokönigs Astor Piazolla und den Impro-Einlagen aus Gringo von Joe Chat- taway zu erinnern scheint. Kompositorisch hochwertig ragen auch die drei Stücke Silly Vally, Walkie Talkie und Mary Lou von Harald Oberlechner heraus, die in ihrer fein ausgehörten Jazzharmonik raffi- nierter klingen als etwa die Sudden Samba von Neil Lar- sen, wo das Schlagzeug eindeutig zu stark dominiert und die ohnehin dünne Struktur des Stückes zuzudecken droht. Der originelle Bucks Blues von Michael Langer hingegen überzeugt durch den Kontrast zwischen vertikal konven- tionellem Akkordschema und harmonisch verquerem Satz hinsichtlich der horizontalen Stimmführung. Man fragt sich, ob am Ende notwendigerweise Anton Karas’ unverwüstlicher Dauerbrenner Der dritte Mann in gelifte- ter Version stehen musste; dem spionageumwitterten Wie- ner Milieu entkommen, hat er den Geruch der Kanalisation mit reichlich Eau de Toilette übertüncht, den Trenchcoat durch den Lodenmantel ersetzt und logiert nun in einem feinen Salzburger Hotel. Extended, ja, aber . . . . Fredrik Schwenk Trilogie Collegium Concertante Zu beziehen über Gisela Müller-Kopp Ohkamp 48, 21614 Buxtehude E-Mail: gmk@collegiumconcertante.de Schwelgen in schönen Klängen Collegium Concertante konzentriert sich auf Originalwerke Trilogie heißt die neue CD, mit der das Collegium Concertante mit raren Originalwerken für Zither oder in einer entsprechen- denBearbeitungfürTrioaufsichaufmerksammacht.Zuhören sind Hans Krasser und Gisela Müller-Kopp, beide auf Diskant- zithern von Meinel, und Jörg Jahn, der zwischen einer Bass- zither von Althaus und einer Altzither von Meinel alternierend jeweils den Unterstimmenpart der Triobesetzung übernimmt. Ganz im Sinne ihres Namens konzentriert sich dieses Trio auf traditionelle konzertante Zithermusik. Eröffnet wird die CD mit Fanfare von Helmut Herold (1926- 2001) in der Bearbeitung von Hans Krasser, einem knapp drei- minütigem Werk, das zunächst Trompetensignale imitierend den Typus der klassischen Fanfare exponiert, ehe es in einem wohligen Abgesang herbstliche Wärme verströmt. Die kleine Suite in drei Sätzen von Hans Krasser (*1933) ist besonders im eröffnenden Largo eine charmante Hommage an die klas- sisch konzertante Zithermusik des späten 19. Jahrhunderts, während das Tempo di Menuetto entfernt an eines der Salz- burger Menuette erinnert. Im Trio dieses Satzes schlägt Kras- ser einen verhalteneren Ton an. Der letzte Satz, ein in der so genannten kleinen Liedform gehaltenes, gradtaktiges Allegro gewinnt durch wohlgeformte kleine Unregelmäßigkeiten der klassischen Periodik, die jeweils am Ende der Phrasen durch Verlängerungen der Nachsatzkadenz entstehen. Franz Schuberts Litanei in der Bearbeitung durch Helmut Krasser rückt, durch eine rhythmisch sehr frei geführte Ober- stimme in die Nähe einiger Nocturnes von Chopin. Die Trilogie von Hans Krasser, die der CD den Namen gab, besteht aus drei Sätzen, welche nach Art romantischer Charakterstücke mit Titeln versehen sind. Eine Melodie, das Eröffnungsstück, gibt sich in Tempo und Spielart rhapsodisch frei und schwelgt in archetypischer Zitherharmonik. Im zweiten Satz, ein schöner Tag, der durch das Knarren der Begleitstimmen etwas einge- trübt erscheint, erklingt ein klassisches dreiteiliges Konzert- stück mit inliegendem Trio. Das Abendlied, welches den Zyk- lus beschließt, ist dem Typus des wehmütig melancholischen Ländlers nachgebildet. Mit van Steens El Patio, einem Tango in der typischen Da- Capo-Form Minore-Maggiore-Minore in der Bearbeitung von Frédéric Jenniges und Krasser zeigt das Collegium Concer- tante, dass es auch stilübergreifend populäre Tanzstücke im Repertoire hat. Fredrik Schwenk 66 | MAGAZIN

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