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2014_Zither-Mag_2

Neuerscheinungen Twisted Strip für Zither Hannes Seidl Dauer: 17' Bestellnummer: EJK0423 Preis der Partitur: auf Anfrage Schwierigkeitsgrad 4 Verlag: Edition Juliane Klein Berlin Paradox verdreht Eine Zither-Partitur des Komponisten Hannes Seidl Das Stück Twisted Strip (auf Deutsch „Verdrehtes Band“ bzw. „Möbius-Band“) ist inspiriert von dem Film „Lost Highway“ von David Lynch. Ausgehend von der besonderen Struktur des Films, der von der Mitte an alle Handlungen in ihrem Sinnzusammenhang verdreht, entwickelt der Kom- ponist Hannes Seidl klanglich paradoxe Situationen, die in bestimmten Momenten in unvorhergesehene Ereignisse umschlagen. Diese Nahtstellen werden von jedem Hörer unterschiedlich wahrgenommen. Seidl bedient sich dabei zahlreicher erweiterter Spieltechniken, wie die Verwen- dung eines Ebows für künstlich stehende Klänge und eines Bottlenecks für genau ausnotierte Glissandobewegungen. Das Stück ist für Spieler wie Hörer gleichermaßen höchst anspruchsvoll und öffnet sich mitunter hin zu einem absur- den instrumentalen Theater, zum Beispiel wenn verlangt wird, in plötzlicher Bewegung den Arm einer Schaufenster- puppe zu Boden zu werfen. Von Twisted Strip liegt eine CD-Einspielung von Georg Glasl vor, für den das Stück auch geschrieben ist (erschienen bei stock11). Die Aufnahme erfolgte bei der Uraufführung des Stücks während des Verabschiedungskonzerts von Nikolaus A. Huber an der Folkwang Hochschule in Essen. Leopold Hurt Jazz und Pop auf der Zither Zusammengestellt von Frank Bluhm Ringbuch 194 Seiten Preis 49 Euro (zuzüglich Verpackung) Erschienen im Eigenverlag Frank Bluhm Am Henkelsee 25 c, 97346 Iphofen E-Mail: bluhm@zither-gitarre.de Das Spielen nach „Lead Sheets“ Ein Arbeitsbuch des Jazzers Frank Bluhm Frank Bluhm ist Zitherspieler und leidenschaftlicher Jazz- musiker. Er gehört zu den ersten Zitherspielern, die sich ernsthaft auf ihrem Instrument mit Jazz beschäftigt haben. Zusammen mit seiner Frau Iris (Gitarre), und anderen Jazz-Musikern spielt er vorwiegend Jazz- und Pop-Stan- dards. Jetzt hat er seine Erfahrung und sein Wissen in ein Arbeitsbuch, wie er es selbst nennt, eingebracht. Es han- delt sich nicht um eine Schule mit methodisch orientiertem Aufbau, sondern eher um ein Nachschlagewerk, das Anre- gungen liefert, sich die Harmonisierung im Jazz an Hand von Griffschemata zu erarbeiten. Bluhm thematisiert das Spielen von Musik, die in „Lead Sheets“ vorliegen, einer vereinfachten Notation, in der nur die Melodie und Akkord- bezeichnungen angegeben sind, was für Zitherspieler in der Regel ungewöhnlich ist und sie vor Probleme stellt. Im Arbeitsbuch behandelt er nicht nur die Akkordbildun- gen von den einfachen Dur- und Moll-Dreiklängen bis hin zu komplexen Mehrklängen, sondern auch die im Jazz übli- chen Akkordbezeichnungen und schließlich das Darstellen aller Akkorde in Form von Griffschemata. Letzteres umfasst allein schon 130 Seiten, ist also zweifelsfrei das zentrale Thema. Bluhm folgt hier in gewisser Weise der bei Gitarre häufig gebräuchlichen Darstellung von Akkorden anhand von Griffbildern. Dies soll dem Spieler das Erarbeiten von Fingersätzen ersparen, damit er leichter und schneller zum Musizieren kommt. Fraglos kann dieser Ansatz auch bei der Zither grundsätz- lich nutzbringend sein. Aber natürlich machen die zwei Spielbereiche, Griff- und Freisaiten, durch die sich daraus ergebenden Möglichkeiten der Varianten das Vorhaben viel komplexer. Bluhm packt dieses Thema umfassend an. Akri- bisch werden die wesentlichen Jazzharmonien abgearbei- tet. Was ein bisschen schade ist: Der Autor verzichtet bis auf eine Ausnahme – und diese ist ohne Griffbilder im klas- sischen Notensatz notiert - auf flankierende, praktische Musikbeispiele, um die schematische Griffnotation in der Praxis zu erläutern. Daher eignet sich der Band weniger als Arbeitsbuch denn als ein Nachschlagewerk für Zither- spieler, die sich hilfreiche Anregungen zum Musizieren mit „Lead Sheets“ holen können. Ein zweiter Band mit prakti- schen Beispielen ist aber bereits angekündigt. Georg Glasl Anzeige MAGAZIN |67

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