Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

2014_Zither-Mag_2 - Zither Szene

wer, wo, was - Nachrichten aus der Zitherszene

Im Trubel der Hauptstadt Jugendseminar in Berlin mit attraktiven Themen Ein Zitherseminar für junge Leute mitten in Berlin – das ist doch mal was! Begeistert von dieser Idee trafen sich vom 12. bis 15. April sech- zehn junge Zitherspielerin- nen und -spieler im Alter von neun bis 20 Jahren zu einem Jugendseminar, das vom Bundesverband parallel zu einem allgemeinen Ju- gendleitertreffen veranstal- tet wurde. Als Referenten standen Bun- desjugendleiterin Sabine Huber, verantwortlich für die reibungslose Organisati- on, die aus Bayern mit ange- reiste Zitherlehrerin Irmen- gard Auer, der Wahl-Berliner Andreas Spohn sowie Leo- pold Hurt aus Hamburg zur Verfügung. In einer histori- schen, charmant renovierten Villa (Jugendbildungsstätte Kaubstraße) nahe am Tru- bel der Großstadt fanden die Teilnehmer ein entspanntes Umfeld vor, in dem sie sich schnell wohlfühlten. Ebenso attraktiv wie der Seminarort war der Themenschwer- punkt: Filmmusik, Neue Musik-Improvisation sowie unkonventionelle Zitherar- rangements sollten neue Sichtweisen im Umgang mit dem Instrument eröffnen und den Horizont erweitern. Andreas Spohn konnte aus seinem großen Fundus selbst erstellter Bearbeitun- gen schöpfen und begeister- te die jungen Leute mit Ar- rangements von bekannten Klassikern der Filmmusik von „Miss Marple“ bis hin zu „Star Wars“. Innerhalb der zwei, nach Alter aufgeteil- ten Gruppen waren unter- schiedliche Spielfertigkei- ten vorhanden, wodurch die Referenten vor die Aufgabe gestellt waren, auch im kol- lektiven Musizieren auf den unterschiedlichen Stand des Könnens einzugehen. Das gelang erstaunlich gut. Bei Leopold Hurt ging es eher experimentell zu. An- hand von Improvisations- stücken wie „Letter Piece No. 5“ von Matthew Shlomo- witz waren die Teilnehmer gefordert, zu vorgegebenen rhythmischen Mustern ei- gene Sounds und Gesten auszusuchen, die in der großen Gruppe als gemein- sames Stück zusammenge- setzt wurden. So ungewohnt diese Art von Musik auch war, so schnell brachten die Spielerinnen und Spieler ihre besondere „Note“ ein und komponierten ein cha- rakteristisches Klangbild. Binnen eines Wochenendes war nicht zu erwarten, dass die Stücke konzertreif ein- studiert werden konnten. Doch die jungen Musike- rinnen und Musiker be- wiesen bei einem Vorspiel, wie spielfreudig, aber auch ernsthaft und kritisch sie an die unterschiedlichen Stile heranzugehen verstanden. Parallel zum Jugendsemi- nar traten sechs Jugendlei- ter aus den Landesverbän- den den Weg nach Berlin an, um sich zwei Tage lang in intensiven Gesprächs- runden über neue Wege und Möglichkeiten in der Ju- gendarbeit auszutauschen. Sabine Huber stellte Strate- gien zur Diskussion, wie das Interesse am Instrument vor allem bei Kindern im Grundschulalter zu wecken sei, bzw. wie man Schulen davon überzeugen könne, die Zither in den elemen- taren Musikunterricht oder Wahlunterricht zu integrie- ren. Darüber hinaus stellte sie neue Modelle von Lern- zithern vor, die Anfängern mit kleinen Händen ein leichtes, kraftsparendes und trotzdem erstaunlich klangvolles Spiel ermögli- chen. Ergänzend dazu fan- den sich Jugendleiter und fortgeschrittene Spieler zum spontanen gemeinsa- men Musizieren zusammen und probierten unter der Anleitung von Leopold Hurt anspruchsvolle Kompositi- onen wie die Jazzquartette von David Hawthorne oder „La Batalla“ von Peter Kies- wetter aus. Als besonderen „Blick über den Zaun“ ist der Besuch von Robert Taloo zu bezeichnen. Er hatte sich als „Schnup- per“-Kursler angemeldet. Ta- loo ist auf dem Balkan aufge- wachsen, lebt in Berlin und lernte in seiner Kindheit die ungarische Zither. Er erklär- te sich spontan bereit, die- ses Instrument vorzustellen und Fragen zu beantworten. Abwechslung brachten auch die freien Nachmittags- stunden: Unter der Füh- rung des in Berlin lebenden Andreas Spohn brach man zu ausgedehnten Sightse- eing-Touren durch Berlin auf. Die jungen Teilnehmer genossen es sichtlich, ein Seminar zu besuchen, das mitten in der Hauptstadt stattfand. Leopold Hurt / Foto: Hurt Wer, wo, was - Nachrichten aus der Zither Szene ZITHER SZENE |69

Seitenübersicht