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2014_Zither-Mag_2

Tiefe Töne, tiefes Gefühl Sterling Zitherseminar mit abwechslungsreichem Programm Schon zum 43. Mal hat das Sterling Zitherseminar stattgefunden. Dem freien Zitherspiel am Freitagnach- mittag folgte der rituelle Thai- Schmaus am Abend. Am ande- ren Morgen ging es mit dem Boarischen Da Nussecken von Brigitte Buckel los – ein ener- gischer Auftakt für den Tag. Der Gasteiner Flascherl-Tanz ist trotz des langsamen Tem- pos doch ein Tanz. Wir wollten wissen,waseinFlascherl-Tanz eigentlich ist – oder war, und Anny Loibl aus Wien infor- mierte uns darüber: Er sei, so zitierte sie aus einem Ge- spräch mit Walter Deutsch, „ein sanfter Reigentanz, der bei Hochzeiten aufgeführt wurde“. Zu Ehren des Braut- paares tanzten junge Frauen einen Reigen und schwangen kleine Weinflascherl. Auch eine langsame Melodie, aber ganz anders in Stil und Herkunft ist das japanische Koujou no tsuki (Schloss- ruine bei Mondlicht) von Rentaro Taki, für Solo-Zither bearbeitet von Jane Curtis. Beschaulich, nicht eilig, mal sehnsüchtig verlangt es tie- fe Töne und tiefes Gefühl. Das Lied Smoke Gets in Your Eyes (Jerome Kern) ist ein Klassiker aus den Dreissiger- jahren. Ein inniges Lied, mit Stimmungswechsel von der Einleitung über die erste Stro- phe (heiter) zum traurigen Schluss. Zum Schluss: Her- mann Schmidts Gavotte Le- benslustig mit seiner eigenen zweiten Stimme dazu. Das ist keine zarte Salongavotte auf Zehenspitzen, sondern eine vollblütige Jagd – ein richti- ger Spass zu spielen. Jane Curtis Das nächste Sterling Zither ist für 10./11. Oktober 2014 geplant. Infos bei Jane Curtis, zitherlady@yahoo.com Vergnügte Teilnehmer: (v. li.) Don Tsusaki, Jim Vorosmarti, Karl Skowronek, Jane Curtis, John Snyder, Heidi Lugmayer, Kurt Maute, Maria Skowronek, Dave Kyger. Foto: Don Tsusaki Mutig und entspannt an der Zither Wertvolle Tipps im Seminar des LVs Baden-Württemberg „Seid locker, habt Mut, und spielt ohne Kraftaufwand“, hämmert Michal Müller, Dozent im Zitherseminar des Landesverbandes Ba- den-Württemberg seinen er- wachsenenSchülerinnenund Schülern ein. Die absoluten Anfänger üben laute Schläge auf den Griffsaiten, damit sie gar nicht erst anfangen, die Saiten mit dem Schlagring halblebig zu „zupfen“. Nach jedem Anschlag müssen sie die Finger entspannen, erst dann geht’s weiter. Und das rhythmisch. „Nehmt zu Hau- se das Metronom zur Hilfe, so eingestellt, wie ihr entspannt üben könnt“, empfiehlt der Dozent. Die Anfänger im Alter von 40 plus lernenmitGymnastik,wie wichtig entspanntes Sitzen an der Zither ist: „Fühlt euch wie eine Marionette, die an der Kopfmitte aufgehängt ist und deren Schultern und Arme lo- cker hängen, wenn die Finger auf der Zither spielen“, sagt Michal Müller. Nachdem er tatsächlich in dieser lässigen Haltung die Zither spielt, prägt sich das Bild schnell ein. Zum Seminar vom 21. bis 23. März in der Karlsruher Sportschu- le Schöneck waren diesmal nicht nur geübte Spielerinnen und Spieler aus Baden-Würt- temberg, Hessen und Bayern angereist, sondern auch eini- ge Einsteiger. Sie sind ange- tan über die Tipps und Hil- festellungen, die sie von den Dozenten und Teilnehmern bekommen. „So was habe ich nicht erwartet“, schwärmt eine Anfängerin. Auch die geübten Spielerin- nen und Spieler der insge- samt 27 Teilnehmer schätzen es sehr, mit den Dozenten Wolfram Breckle und Jörg Lanzinger über Spieltech- niken diskutieren zu kön- nen. Im Klassik-Workshop von Wolfram Breckle – auch diesmal wieder der Renner – wurden dicht gedrängt Musik- stücke einstudiert. Im zwei- ten Workshop des Dozenten standen Stücke aus den 20er Jahren auf dem Programm. Gefragt waren auch Jörg Lan- zingers Workshops zu Volks- musik und zu Pop/Rock. Die von ihm komponierten Volks- musikstücke und die moderne Popmusik hören sich auf der Zither wunderbar an. Dazu kommt noch Michal Müllers Workshop Slawische Musik. Das ausgewählte Stück ist für Violine und Harfe ge- schrieben, lässt sich aber gut mehrstimmig auf der Zither spielen. Am Samstagabend musizieren und singen die Teilnehmer freiwillig in der Wirtstube noch bis spät in die Nacht. „Es war ein sehr harmonisches Seminar“, freute sich Roswi- tha Blocher, die die Organisa- tion des Seminars übernom- men hatte. Brigitte Bertram Das nächste Zitherseminar vom Lan- desverband Baden-Württemberg findet vom 6. bis 8. März 2015 an der Bun- desakademie in Trossingen statt mit den Dozenten Birgit Fuchs, Wolfram Breckle, Michal Müller, Jörg Lanzinger. (Info: Roswitha Blocher Tel. 07428/2148) Klassische Musik mit Wolfram Breckle war wieder der Renner im Seminar. Foto: R. Blocher 70 | ZITHER SZENE

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