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2014_Zither-Mag_2

Verband 136 Jahre Zitherspielkreis Berlin Zehn Mitglieder halten in der Hauptstadt das Zitherleben wach Zehn Mitglieder hat der Zitherspielkreis Berlin noch, acht aktive Musiker und zwei passive. Das jüngste Mitglied ist 49 Jahre alt, das älteste 77 Jahre. Alle zwei Wochen tref- fen sie sich zur Probe, konzer- tieren zusammen, aber auch solistisch in Berlin und Bran- denburg. Ihre Instrumente entsprechen der Besetzung des Zitherquartetts mit Quint- zither, abgerundet durch Gitarre und Hackbrett. Das Repertoire reicht von Barock, Klassik, Volksmusik bis Jazz undKlezmer, derregelmäßige Besuch von DZB-Seminaren gehört zum guten Ton. Diese Zehn setzen ein Stück Berliner Geschichte fort, das im Herbst 1878 mit der Grün- dung des Zitherclubs Harmo- nie seinen Anfang nahm. Das 1888 gefeierte zehnjährige Stiftungsfest wurde sogar im Hamburger „Centralblatt Deutscher Zithervereine“ er- wähnt; ein Beispiel, wie ver- breitet die Zither um die Jahr- hundertwende auch nördlich des „Weißwurst-Äquators“ war. Es gab kein Radio, kein Fernsehen, man machte sich seine Musik selbst. Die Zither war das Instrument des Handwerks und selbst im „Kohle-Revier“ gab und gibt es natürlich immer noch gute Zithermusik. 1925 kam der Zusammen- schluss des Zitherclubs Har- monie mit dem Club Erika 92 zum Zithermusikverein Harmonie-Erika 1878. Unter den Vorsitzenden Max Kolbe, später Erich Barthel und von 1955 an Herbert Friedrich wurden viele Zitherkonzer- te gespielt. Mit dem Bau der Mauer 1961 verloren alle Berliner Vereine Mitglieder. Von den vier West-Vereinen Schöneberger Zitherverein, Spandauer Zitherverein, Neu- köllner Zitherverein und Har- monie-Erikabliebnurnochdie letztgenannte Gruppe übrig. 1963 kam es zur Umbenen- nunginZitherspielkreisBerlin 1878 und dem Beitritt des Ver- eins in den Deutschen Zither- musik-Bund. In diesen Jahren kam das Ensemble, besonders nachdem Michael Kubik als Dirigent und Dozent gewon- nen worden war, musikalisch gut voran. 1978 wurde in einer dreitägigen Veranstaltung mit Gästen wie Wilhelm Meder, Lili Grünwald-Brandlmeier, Robert Popp und anderen das 100-jährige Bestehen gefei- ert. Aus diesem Anlass erhielt der Verein 1981 auch die Pro Musica Plakette verliehen. Am Vorabend der Verleihung veranstaltete das Ensemble ein Festkonzert mit interna- tionalen Gästen: aus Zürich Jenny Kosa mit Trio, aus Wien Waltraud Neugebauer mit Trio und aus Bayern der Kammer- musikkreis „Cum flaute et cor- dis“ mit den Spielern Günter Andrich, Toni Gößwein, Ro- bert Popp und Fritz Wilhelm. Die Gegenbesuche brachten wunderbare musikalische Erfahrungen mit sich, etwa 1983 bei der Teilnahme eines Quartetts beim Festkonzert zum 100-jährigen Bestehen des Zithervereins Zürich. 1989 übergab Michael Kubik die musikalische Leitung an Marianne Gräfe. Nach dem Tod von Herbert Friedrich 1992 übernahm Norbert Glomb für drei Jahre den Ver- ein, Karl-Heinz Gohlke die musikalische Leitung. Seit 2002 liegt die Verantwortung bei Ruth Gehrmann-Felser und Hella Poser. Für die Zukunft wünscht sich der Zitherspielkreis engagier- ten Nachwuchs und vielleicht auch hin und wieder etwas Kontakt zu den sonst in Berlin eher solistisch umherschwei- fendenZitheristen. GeroldMerbach Auf zehn Leute geschrumpft ist der Zitherspielkreis in Berlin: (v.li.) Ruth Gehrmann, Katrin Römer, Monika Porsch, Gitarre, Helmut Amberger, Hackbrett, Gerold Merbach, Hella Poser und Dietmar Geßner. Foto: Poser ZITHER SZENE |75

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