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2014_Zither-Mag_2

Janja Brlec Frage 1: Gegen Lampenfieber helfe ich mir mit einer Atem- technik, die ich im Yoga kennengelernt habe. Bevor ich auf der Bühne trete, zähle ich beim Einatmen und Ausatmen. Zum Beispiel vier Sekunden einatmen und dann sechs Se- kunden ausatmen. Dann steigere ich die Zahl auf sechs Sekunden einatmen und acht Sekunden ausatmen. Oft versuche ich, mir etwas Positives, Motivierendes zu sagen, bevor ich auf die Bühne trete. Frage 2: Ich versuche die Musik wirklich zu fühlen. Wenn es mir gelingt, dass in dem Moment, wenn ich auf der Büh- ne zu spielen beginne, nur ich und Instrument existieren, ist das das Schönste, was passieren kann. Aber das hängt manchmal auch von Situation, Publikum und Programm ab. Michael Hecker Frage 1: Ich gehöre auf jeden Fall zu den 95 Prozent Musikern, die Lampenfieber haben. Mir kommt jedoch dieses Gefühl we- niger wie eine Angst vor einer negativen Beurteilung vor – viel- leicht ist es das ja unbewusst – bei mir ist es mehr das Bewusst- sein, dass ich vielleicht das, was ich kann, nicht im vollen Maße zeigen kann. Aber egal wie, aus beiden Fällen ergibt sich meine mentale Technik: Da die bevorstehende Situation des Auftritts, auf die es eben ankommt, im Kopf einige Male vorher abläuft, ist dies für mich schon eine bedeutende Schaltstelle. Ich kann die Situation gedanklich sowohl negativ als auch positiv ausfallen lassen. Letzteres bedeutet zu Beginn erst eine gewisse geistige Kraftanstrengung – besonders wenn die Stücke noch nicht so gut laufen – aber durch die vielen Wiederholungen, in denen sich die Situation im Kopf abspielt, gewöhnt man sich zunehmend daran und „lernt“ folglich diese Situation positiv zu Ende zu denken. Man mag darüber denken, was man will, ich bin jedenfalls über- zeugt, dass man für sich duch die Art, wie man Dinge denkt, Din- ge entscheiden oder wenigstens beeinflussen kann. Als Musiker ist mir das zu einer Art bewusstem Ritual geworden. Frage 2: Auf der Bühne ist die Aufgeregtheit in den ersten Au- genblicken besonders hoch. Zugleich habe ich in diesem Mo- ment aber keinen Nerv dafür, irgendeine Technik auszuprobie- ren, da ich dann auch das Gefühl hätte, zu sehr mit dem Kopf zu musizieren. Das Musizieren aus dem Herz und aus dem Ohr heraus ist mir sehr wichtig. Genau das ist aber auch meine Lösung oder „Rettung“ in der Situation: Ich versuche alles auszublenden und konzentriere mich ganz ausschließlich auf mein Vorhaben, eine authenti- sche, intensive Musik zu machen und jeden Zuhörer tief im Inneren zu erreichen. Je besser ich das schaffe, umso überzeugender bin ich dann, weil ich nicht mehrere verschiedene Dinge gleichzeitig denken kann, wenn ich richtig bei der Sache sein will. Störende Ne- bengedanken und Gefühle, Befürchtungen etc. haben keinen Platz mehr und verblassen immer mehr. Die leichte Anspan- nung, die dann immer noch da ist, kann das Bestreben, intensiv zu musizieren, ungehindert verstärken und in positive Energie umwandeln. Hans Krasser Frage 1: Optimale Vorbereitung ist ein Grundstein, um Lampen- fieber entgegen zu wirken. Eine ruhige Atemtechnik fördert die Entspannung vor dem Auftritt. Frage 2: Eine gesunde Anspannung ist vorteilhaft. Ich persönlich gehe vor einem Auftritt Gesprächen aus dem Weg, damit meine Konzentration und die damit verbundene Ruhe erhalten bleibt. 8 | ANDERS DENKEN

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