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2014_Zither-Mag_2 - Nachsatz

KlangGespinst schwarzes Licht leiser Lärm laute Stille weiße Dunkelheit filigraner Klang eines sperrigen Objekts sperrige Melodie eines zartbesaiteten Körpers .....oder so Resonanzkörper Orchester? tonale Girlanden werden verwebt zu einem Klangteppich – wie eifrige unermüdliche Musikspinnen muten die Musiker an und da ist sie! zunächst fast unmerklich schleicht sie sich heran, zart und fein sticht sich durchs Gespinst, der eifrig Takt-zählenden Vielen hinterlässt Spuren wie früher, wenn man als Kind in der „Mitspielecke” von Journalen einen Punkt mit dem anderen verbinden sollte, markiert durch Zahlen oder Buchstaben und dann taucht da etwas auf eine Figur ein Tier ein Gebäude ein Objekt ein Phantasiege- bilde ein Ding... ein Klangbild wie aus der Versenkung, zunächst nur erahnt, dann aber sehr da, sehr unumstößlich, wie ein Fossil aus längst vergangener Zeit brüchig und klagend, stolz und selbst verständlich zu unvermittelt? zu vage? nein gerade das unvermittelt vage ist ein schlüssiges Prinzip, wie ein Bild, das auftaucht, zunächst vermeintlich konkret, dann aber zum Glück nicht greifbar, nicht erkennbar, so kann man sich nicht ausruhen, man könnte neue Bilder für sich entstehen lassen, je nachdem welche Punkte man verbinden möchte, da ist ein freies Feld zum Spielen, man muss es nur betreten! plötzlich ein Sprung des Solisten von einer zur anderen Zither heftigster fast clownesker Körpereinsatz dann kehrt sofort wieder konzentrierteste Ruhe ein so fein so präsent man möchte Worte mit „z“ finden, um sie zu beschreiben, diese Zither zupfen zirpen zeigen zagen zaudern zögern zirren zurren Zug Zeug Zahl Zacken Zeichen Zeichnung zerrend zweifelnd zudringlich ZzzzzzzzZZz klirr schnarrrrrsssssssitttt zZZZ ssssssssss s schhhhhhht tt tz zzzzz Zit zzzzittttt hhhhh hhher zirrrrrr während das Orchester: webt und webt und webt und webt zählt und zählt und zählt webt und webt einen Klangteppich bereitend ohne Unterlass und sie, die Stolze, stickt das Muster oder vielmehr eine Ahnung davon, sie zitiert und konstruiert, Brüchiges wird brüchig gesetzt „ich bin, wie ich bin“ sagt die Zither zzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzssssssssssssssssss ssssssssssssssssssssss wie ein Gewirk feinsten Stoffes hänge ich mir das Klanggewe- be um die Schultern und spaziere durch die sommerwarme Nacht nach Hause. Ruth Geiersberger war im musica viva Konzert und hat sich Schwarzes Licht für Zither und großes Orchester von Klaus Lang (Uraufführung am 9. Juni 2014 im Herkulessaal München) angehört. Ruth Geiersberger, Jahrgang 1957, Performerin, Schauspielerin und Sprecherin, erkundet für ihre eigenen Arbeiten, die sie „Verrichtungen“ nennt, als „Feldforscherin“ u.a. den städtischen Außenraum; auf der Suche nach der „Heimat“ begibt sich die Künstlerin an ungewöhnliche Orte, die sich in einem sogenannten Wartezustand befinden. NACHSATZ |87

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