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2015_Zither-Mag_1

wirkenden hingegen bewerkstelligen in strategisch klug geplantem Mitein- ander den komplizierten Aufbau samt elektronischer Zuspielung in weniger als 15 Minuten. So bleibt noch Zeit, von jedem Stück ein paar Takte anzuspie- len. Vorher hatte niemand Gelegenheit, die Akustik des Raumes zu testen. Die Jury betritt zum zweiten Mal an diesem Tag den Saal, begrüßt das Orchester und seinen Dirigenten und schon geht es los. Auch das Landeszitherorchester Ba- den-Württemberg hat ein nicht alltäg- liches Programm ausgewählt, um sich stilistisch möglichst breit aufzustellen: zu Beginn die ersten beiden Sätze aus den Antiche Danze ed Arie von Ottorino Respighi in der Bearbeitung von Gernot Sauer, gefolgt von einer weiteren Urauf- führung, im turm, Hölderlins späte Jah- re für Zitherorchester und elektronische Zuspielung von Fredrik Schwenk und schließlich Gringo, ein jazziges Stück von Jay Chattaway in der Bearbeitung von Bernhard Hilbich. Im Augenblick höchster Konzentration ist jedes Lam- penfieber verschwunden. Nach knapp dreißig Minuten ist alles vorbei, das lan- ge Warten auf das Ergebnis beginnt. Viele Mitglieder der beiden Orchester verbringen den Tag in der Siegerland- halle und lauschen aufmerksam, was die Musikerinnen und Musiker aus ins- gesamt acht Kategorien, darunter Blas-, Lauten-, Mandolinen- und Akkordeonor- chester, Spielleutekorps, Posaunenchöre und Schalmeienensembles zum Besten geben. Andere erkunden das Stadtzent- rum von Siegen oder wärmen sich in der spätherbstlich nachmittäglichen Sonne, die ein Loch in den trüben Himmel ge- rissen hatte. Wieder andere holen etwas Schlaf nach, war doch die vergangene Nacht und auch die vor der mühsamen Anreise recht kurz gewesen. 19 Uhr: Als sich die beiden Zitherorches- ter im Leonard-Gläser-Saal einfinden, um dort das Ergebnis der Jury zu hören, bietet sich ein merkwürdiges Durchei- nander aus tanzenden, trinkenden, er- wartungsvoll den Ergebnissen entgegen fiebernden Musikerinnen und Musikern der teilnehmenden Orchester. Vom Podi- um dröhnt eine improvisiert zusammen gewürfelte Band und versucht mit Hilfe eines wohlmeinenden Animateurs die Menschen zum Mitmachen zu bewegen. Doch schließlich wird es ernst. Der Prä- sident der Bundesvereinigung Deutscher Orchesterverbände, der Staatssekretär a.D.ErnstBurgbacher,verkündetdieEr- gebnisse in der Kategorie Zupforchester: 85 Punkte und damit ein hervorragendes Ergebnis für das Auswahlzitherorchester Nord, das mit sehr gutem Erfolg einen zweiten Preis erringen konnte, und 95 Punkte für das Landeszitherorchester Baden-Württemberg, das mit dem her- ausragenden ersten Preis an das Ergeb- nis des letzten Wettbewerbs anknüpfen konnte. Jubel, Freude und gegenseitige Glückwünsche. Jetzt wird gefeiert. 9. November: Traditionsgemäß dürfen die Orchester mit der höchsten Punkt- wertung mit einem Stück ihrer Wahl beim Preisträgerkonzert auftreten. Das Landeszitherorchester Baden-Württem- berg entscheidet sich für das wohl jüngs- te Stück der Zithermusikgeschichte, das eigens für den Wettbewerbsauftritt komponierte Werk „im turm“. Nach dem Frühstück im Gästehaus – das Wasser kam an diesem Morgen erfreulicherwei- se heiß aus den Duschen – startet das bei allen Zitherspielern sehr beliebte und ständig wiederholte Ritual, alle Utensilien erst in die Autos ein- und kurze Zeit später am Auftrittsort wieder auszuladen. Nachdem Tische, Hocker, Notenpulte, Instrumente und sonstiges in der Garderobe gelandet sind, beginnt das Warten auf den Konzertauftritt. Die Musiker fiebern erwartungsvoll den Ergebnissen entgegen Impressionen eines Wettbewerbs: Das Auswahlorchester Nord, (kleines Foto links) hier vertreten durch Dirigent Hans Krasser mit Fabian Eicke (links), Komponist Ulf Nazarenka und Simon Linke (ganz rechts), freut sich über den zweiten Platz, den es sich höchst konzentriert(großesFotoganzrechts)erspielthat.VergnügteStimmungwährendder Proben–KarinKäserimDuomitDirkGebhardt (kleinesFotooben)–undgroßeErleichterungbeidenBaden-WürttembergernnachdemAuftritt. Fotos:BDO,KaiOsthoff,NikolaHammon 22 | REPORTAGE

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