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2015_Zither-Mag_1

des Traditionellen konnten sich hier für neue Klänge begeistern und auf der anderen Seite lernten eingefleischte Avantgarde-Fans die Authentizität von Volksmusik zu schätzen. Dass es dabei im Publikum nicht immer einträchtig zuging, liegt auf der Hand. So mancher erwartete ein Zitherfestival – und bekam Kunst! Auch der ein oder andere Mitar- beiter des Festivals war irritiert ange- sichts solch heftiger Reaktionen. Viele mussten die Eindrücke erst verdauen – kalt gelassen hat es niemanden, und langweilig wurde es auch nie! Georg Glasl konnte nur selten etwas aus der Ruhe bringen. Immer wieder moti- vierte er die Teilnehmer zu Höchstleis- tungen, sprach nicht selten Mut zu und zweifelte ungern an der Durchführbar- keit auch noch so wagemutiger Ideen. Damals bekamen viele von uns Stu- denten auch erstmals eine Vorstellung davon, was es heißt, ein überregional orientiertes, unkonventionelles Event organisatorisch auf die Beine zu stellen, Konzepte zu entwickeln, künstlerische Inhalte mit einem roten Faden zu ver- binden, Texte für Programmhefte und Presse zu entwerfen und Öffentlichkeits- arbeit zu betreiben. Viele haben für ihren späteren Musikberuf von dieser Erfah- rung profitiert, und im Nachhinein ent- puppte sich die Arbeit im Festival-Team als praxisorientierte „Zusatzausbildung“ über den regulären Lehrbetrieb hinaus. Dass sich ein hohes künstlerisches Ziel mit Konsequenz und Überzeugung gegen viele Widerstände durchsetzen lässt, und dass man es dabei vielleicht nicht allen recht machen kann, war für mich und viele andere eine positive Erfahrung. Isolde Jordan und Harald Oberlechner, Zitherspieler und Hochschuldozenten aus Innsbruck, begleiten das Festival von der ersten Stunde an. Bereits bei Zither 1 beteiligten sie sich am Neue Musik-Konzert mit einer Uraufführung. Seither haben sie kein Festival in Mün- chen ausgelassen, und nahmen daran in verschiedenen Funktionen teil: Wir sind in der glücklichen Lage, das Münchner Zitherfestival über all die Jahre hinweg in verschiedenen Rollen erlebt zu haben: als mitwirkende Musi- ker, als Aussteller, als Begleiter unserer mitspielenden Studenten und – last but not least – als Zuhörer. Wir sind stolz da- rauf, dieses wichtige Event ein bisschen mitgetragen zu haben und Georg Glasl und seinem Team dankbar für alles, was wir dort kennenlernen durften. Eini- ge Schlagworte fallen uns spontan ein, wenn wir versuchen, die vergangenen 20 Jahre kurz zu umreißen: Professio- nalität, Innovation, Mut und Offenheit, junge Zitherszene. Professionell war das Festival von An- fang an. Wir erinnern uns, dass wir mit unserem Musikerkollegen Peter Lefor, damals einem der profiliertesten Vio- linisten Tirols, dabei sein durften und dass es uns nicht peinlich war, ihn um seine Mitwirkung zu fragen. Während der Festivals waren immer wieder her- vorragende professionelle Partner mit Isolde Jordan (oben links) und Harald Oberlechner waren bei jedem Festival dabei, sogar in ganz unterschiedlichen Rollen. Viele Jahre sehr beliebt war das Stammcafé, das Sonntags- nachmittagskonzert im Foyer, in dem bei Zither 7 das Salonorchester Karl Edelmann mit Sabine Huber an der Zither aufspielte. Fotos: privat, C. Bauer 36 ININNNEENNN NAN NSICHHT

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