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2015_Zither-Mag_1

Preis und Nachwuchsförderpreis). All das – und das bekommen wir direkt zu spüren, zu sehen und zu hören – bedeu- tet für die jungen Zitherspielenden eine starke Motivation zur verstärkten Aus- einandersetzung mit ihrem Instrument und anspruchsvoller Literatur. Wir konnten zwar bei jedem Festival da- bei sein, aber bei weitem nicht bei jeder Veranstaltung. Leider. Auch haben wir nicht jede Veranstaltung mit restloser Begeisterung verlassen, das ist völlig natürlich. Das Festival ist nicht dazu da, die gesamte Zithergemeinde von Anfang bis zum Ende in wohlwollende Zustim- mung zu versetzen. Es soll Grenzen aus- loten, Neues zulassen und den Jungen eine Plattform geben. Nur so bleibt die Zitherszene lebendig, nur so schaut auch ein ansonsten zitherfernes Publikum zu uns herein über den Zaun, der hoffent- lich bald nicht mehr da ist. Die Mitarbeiter des Teams wissen es genau: Ohne Blanca Gentner kann das Festival nicht gelingen. Die Ge- schäftsführerin des Bayerischen Volksbildungsverbands übernahm als Mitveranstalterin von Anfang an die Abwicklung aller geschäftlichen Belan- ge. Seit 20 Jahren wirkt sie meist still im Hintergrund, leistet unschätzbar wertvolle Vor- und Nacharbeit, küm- mert sich um Verträge, verwaltet Spon- sorengelder. Und gelegentlich setzt sich während der Veranstaltungen auch an den Infotisch, betreut die Besucher und plaudert mit den Ausstellern. Zwanzig Jahre konnte und durfte der Bayerische Volksbildungsverband e. V. das Zither-Festival unter der künstleri- schen Leitung von Georg Glasl als Veran- stalter ausrichten und begleiten – eine gute Zeit, die im Detail und in der Ge- samtsicht zu einem gelungenen Schau- und Klangbild der Zither wurde. Anfangs war die Skepsis groß. Immerhin sollte ein vergleichsweise zartes und zurück- haltendes Instrument dieses vielschich- tige Festival tragen. Außerdem mussten Sponsoren und Interpreten sowie Instru- mentenbauer und Notenverlage als Aus- steller gefunden werden. Doch die Konzeption Georg Glasls mit Konzerten, Ausstellung, Workshops und Wettbewerb erwies sich als gut und schlüssig. Immer klarer trat die Struktur des Festivals im Laufe der Jahre hervor: Feinsinnige und sinnliche Konzerte ver- deutlichten, dass die Zither viel mehr ist als nur ein Instrument der Volksmusik. Das unterstrichen auch Ausstellungen, Wettbewerbe und Workshops. Darüber bot das Festival ein Forum für Zither- spieler aus ganz Europa und legte gro- ßen Wert darauf, dass vor allem junge Spieler kamen, um ausgewählte Werke und Auftragskompositionen, zum Teil in Uraufführungen, zu interpretieren. Zu erleben waren dabei die Freude am Spiel und die Begeisterung für das Ins- trument, nicht nur im Kulturzentrum Gasteig, sondern auch an außergewöhn- lichen Orten, zum Beispiel in der Instru- mentensammlung des Deutschen Muse- ums oder des Münchner Stadtmuseums. Immer wieder glänzte dieses kleine Fest der Zither mit großem Einfallsreichtum und flirrender Festivalatmosphäre. Un- vergessen der Festivalauftakt mit Ross und Reiter bei Zither 7, nachhaltig der modische Auftritt von Rosalyn Sabo, beeindruckend das menschliche Zusam- menspiel, vor allem junger Interpreten aus Osteuropa. In all dem erwies sich Georg Glasl als ruhender Pol. Der Ide- engeber und Initiator führte das Festival mit Ausdauer und Hartnäckigkeit zum Erfolg. Nun gibt er mit Zither 10 ein letz- tes Mal den feinen Ton dieser Veranstal- tung an. Es wäre zu hoffen und zu wün- schen, dass sich Nachfolger finden. Denn die Musikwelt wäre ohne dieses Festival um einiges ärmer. Was aber wäre das Festival ohne seine Besucher? Zum Glück hat es bis heute nichts von seiner Attraktivität einge- büßt und zieht genügend Zuhörer an. Ein Stammgast ist Hans Reiss, Zither- spieler aus Ingolstadt. Er war auf je- dem Festival und hat tatsächlich so gut wie kein Konzert versäumt. „Mit einer Zither lässt sich mehr spielen als nur das Thema vom ‚Dritten Mann`“. So kündigte die Süddeutsche Zeitung vor zwanzig Jahren am 10. Februar 1995 das Festival Zither 1 an. Mit der Zulas- sung zum Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ hatte die Zither bereits eine Chance jenseits der Volks- und Unterhal- tungsmusik erhalten. Zeitgenössische Komponisten nahmen durch persönli- che Kontakte von Zitherspielern (Willi Meder, Toni Gößwein, Fritz Wilhelm und besonders Georg Glasl) das Instrument wahr und schrieben Musik dafür. Verbes- serungen im Instrumentenbau (Psalter- zither mit Klangfülle im Baßbereich), Zeit, um Zithern auszuprobieren. Gerade die Workshopteilnehmer – 47 werden es in diesem Jahr sein – genießen es, zwischendurch am Samstag ungestört die Instrumente in der Ausstellung zu testen. Foto: Clemens Bauer 333888 INININI NENEN NANANANSNSNSICICICHTHTHT

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