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2015_Zither-Mag_1

Weiterentwicklung der Spieltechnik (z.B. Wechselschlagring, freieres Spiel im Stehen), stilgerechtes Spiel von Mu- sik aus Renaissance und Barock sowie zeitgenössische Originalliteratur gaben den Zitherspielern Auftrieb. Die Ent- wicklung all dieser Dinge war im Laufe der Festivals mitzuerleben. Dass gerade jüngere Musiker sich ei- niges von dem Instrument mit seinen zwei Spielbereichen versprechen, zei- gen zum einen die steigenden Teilneh- merzahlen in den Wettbewerben und das Preisträgerkonzert beim jeweiligen Festival. Zum anderen machten bei- spielsweise Leopold Hurt und das Trio Greifer den Schritt zur elektronischen Musik, mit erstaunlichen Ergebnissen. Ernst Volkmann, der die Baßzither in Psalterform entwickelt hat, sagte mir oft auf unseren nächtlichen Heimfahrten vom Festival nach Ingolstadt, er verste- he zwar die moderne Musik nicht, wisse aber, dass sie ohne die Psalterform nicht möglich wäre. Ein Anfang sei gemacht, jetzt müssten andere Instrumentenbau- er für die Weiterentwicklung der Zither sorgen, damit sie nicht wieder in einer Nische verschwinde. Die bisherigen Festivals waren für mich auch eine Art „Klassentreffen“ mit Zitherspieler/-innen, die ich von Semina- ren her kannte. Für mich ist das Zither- festival bis jetzt ein sich entwickelnder Versuch, eine sehr lebendige Szene zu repräsentieren. Gleichzeitig besteht eine Autonomie gegenüber Trends und konservierenden Strömungen. Mir als Besucher wurden in den vergangenen Jahren Tradition und Innovation sowohl durch die Programme als auch durch die sich engagierenden Musiker geboten. Herzlichen Dank an alle, die zum Gelin- gen beigetragen haben. Mein Interesse, unbekannte oder unent- deckte Musik zu hören, wurde erfüllt, mein musikalischer Horizont erweitert. Stetes Verharren im bereits Bekannten wäre genauso unbefriedigend wie pau- senlose Konfrontation mit unbekannten Klängen, Melodieverläufen und Rhyth- men. So erboste Zuhörer wie 2001 beim Drite Mann-Projekt habe ich nicht mehr erlebt. Es scheint sich rumgesprochen zu haben, dass mit der Zither neue Wege beschritten werden. Auch der Blick über den Alpenraum hinaus zeigte, dass in der Türkei oder in China andere Musik mit der Zither gespielt wird. Was von den zeitgenössischen Kompositionen bleibt, wird die Zeit klären. Vor über einem Vierteljahrhundert wur- de begonnen, die Zither aus der „Schnul- zenecke“ zu holen. Durch die Bemühun- gen vor allem Georg Glasls ist sie längst im heutigen Konzertbetrieb als ernstzu- nehmendes Instrument angekommen. Und das in vielen Stilrichtungen. Wie es weitergeht? Ich bin neugierig auf Zither 10, hoffe auf weitere Festivals, auch we- gen der Ausstellung und der Gespräche über Musik mit anderen Besuchern und manchmal auch mit den Interpreten. Am Infostand herrscht immer Hochbetrieb, hier bewachen ihn gerade Brigitte Wallner und Irmengard Auer (Zither 7). Dass es mitunter in den Forumskonzerten mit Zitherstudierenden der verschiedenen Hochschulen ziemlich voll auf der Bühne werden kann, dokumentiert dieses Foto von Zither 8. Fotos: privat, Clemens Bauer INNN ENANSISICHCHTT 393939

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