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2015_Zither-Mag_1 - Außenansicht

"Um 10 Centimeter hat´s mi´verriss´n"

„Um 10 Centimeter hat's mi' verriss'n“ Der Universalkünstler Karl Valentin und seine Beziehung zur Zither von Andreas Koll K arl Valentin wurde am 4. Juni 1882 als Valentin Fey im Münch- ner Stadtteil Au geboren. Er was das vierte Kind des Möbelspediteur Valentin Fey, gebürtig in Darmstadt, und dessen Ehefrau Maria, gebürtig in Zwickau. Seine Schwester Elisabeth verstarb 1871 im Alter von knapp fünf Monaten, seine beiden Brüder Karl und Max im Jahr 1882 an Diphtherie. So ist Karl Valentin nicht als Einzelkind, son- dern als übrig gebliebenes Kind aufge- wachsen. Seine Eltern waren sehr dar- auf bedacht, dass ihm nichts passierte. Er durfte praktisch alles, erlebte eine wilde und sorgenfreie Kindheit. Thea- ter und Musik zogen ihn magisch an. Karl Valentin war ein außergewöhnli- ches musikalisches Talent. Er spielte Geige, Flöte, Fagott, Mandoline, Klari- nette, Akkordeon, Trompete, Posaune, Bombardon und so manches mehr. All das hat er sich angeblich selbst beige- bracht. Nur an einem Instrument er- hielt er regelmäßig Unterricht, an der Zither. „Auch eine Zither bekam ich und Unterricht bei meinem Lehrer Ignaz Heppner. Nach der Stunde pflegte er sich immer die frisch gestopfte Pfeife anzuzünden. Ich hatte ihn sehr gerne und auch das Zitherspielen machte mir viel Spaß. Aber dennoch konnte ich mir eines Tages nicht verkneifen, ihm ungefähr zehn abgebrochene Zünd- holzköpfchen in seinen Pfeifenkopf zu schmuggeln. Nichtsahnend entzündete er die Bombe und – Pfum!!! flog der Ta- bak aus dem Pfeifenkopf. Mein Attentat war gelungen.“ Doch durch den Zither- unterricht lernte Karl Valentin das Re- gelwerk der Musik kennen. Die Musik selbst sollte zu einer der tragenden Säulen seiner Kunst werden. Mit etwa 14 Jahren, 1896, durfte der Schreinerlehrling Karl Valentin zusam- men mit seinem Zitherlehrer zu einem Auftritt des Couplet-Sängers Karl Max- stadt ins Kolosseum gehen. Danach stand Valentins Entschluss fest: Er wird das Schreinerhandwerk an den Nagel hängen, um Un- terhaltungskünstler zu werden. Karl Maxstadt wurde sein gro- ßes Idol, und als dann später seine Partnerin Liesl Wella- no einen Künstlernamen 40 | AUSSENANSICHT

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