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2015_Zither-Mag_1

mitGitarrenbegleitung.InvielenBerggebietenwieVilnöss,Sarn- tal, Passeier und Schnalstal konnte die alte Bordunspielweise von mehreren Volksmusikforschern bis in die Achtzigerjahre do- kumentiert werden. Der Musikwissenschaftler Dr. Alfred Quellmalz (1899–1979) und der Volksmusikforscher Karl Horak (1908–1992) dokumen- tierten in ihrer Volksmusik-Sammlung 1940 bis 42 während des Zweiten Weltkrieges in Südtirol viele Raffelespieler mit Instru- menten und Melodien in Ton, Bild und Noten. Auffallend ist an diesen Instrumenten, dass viele Raffelen zwei Griff- und drei bis vier Bordunsaiten hatten, zudem konnten Musikanten mit ihrer Bordunspielweise dokumentiert werden. Einige Spieler hatten bereits ein neueres, vereinfachtes, reines Griffbrett-Instrument mit zwei bis vier Saiten und ließen sich von einem Gitarristen begleiten. Bemerkenswert sind die Instrumentenvielfalt und die lebendige Musizierweise der Spieler in den verschiedenen Regi- onen in Südtirol. In einer eigenen Notenreihe macht das Referat Volksmusik am Bereich „Deutsche und ladinische Musikschulen“ in Bozen den Schatz an volksmusikalischer Überlieferung allen Musikanten zugänglich. Im Raffeleheft der Sammlung Quellmalz werden originale Tonaufnahmen von Raffele- und Zitherspielern aus Südtirol transkribiert und veröffentlicht. Von etwa 1900 an wurde das Raffele nicht mehr ausschließ- lich von den Spielern selbst gebaut. Professionelle Zitherbauer stellten die Raffelen nach den Wünschen der Musikanten her. Eine markante Neuerung war um 1900 der Versuch, die Griff- brettsaiten von zwei auf drei Saiten zu erweitern. Damit konnten dreistimmige Akkorde gegriffen werden und prägten somit die neue, moderne Spielweise. Mit der Zeit hat sich ein reines Griff- brettinstrument in der dreisaitigen Form in der Stimmung a‘ a‘ d‘ durchgesetzt, heute Standard des Raffeles. Einer der ersten und prägendsten Raffelehersteller war der Zither- und Gitar- Peter Paul Hornof, hier in Tracht und mit Zither, hat die erste systematisch angelegte Raffe- le-Schule geschrieben. Dafür erntete er viel Kritik. Foto: Stadtarchiv der Gemeinde Meran Verwendete Literatur Brandt, Hartmut: Zum Raffeln und Kratzen, Einführung und Musikstücke für das chro- matische Raffele. Band 1 und 2, 1993 bzw. 1997. Herausgegeben von der Arbeitsge- meinschaft Schwäbischer Volkstumsgruppen Bredl, Michael: Die Scherrzither, ein altes Allgäuer Volksinstrument. Ein Situations- bericht. In: Jahrbuch des Österreichischen Volksliedwerkes 31, Wien 1982, S. 49-58 Deutsch, Walter: Rezension zur Raffele-Schule von P. P. Hornof. Jahrbuch des Öster- reichischen Volksliedwerkes 14, Wien 1965, S. 184 Herrmann-Schneider, Hildegard: Die Zithern der Sammlung Walther Schwienbacher im Südtiroler Landesmuseum für Volkskunde, Teil 1 und 2, 2000 und 2005. Verlags- anstalt Athesia, Bozen Peter Paul Hornof, Volkstümliche Raffele-Schule (Urzither). Innsbruck 1963, zunächst im Selbstverlag, später im Musikverlag Josef Preissler, München. Kern, Martin: Max Schraudolf und die Scherrzither. 23 Volksmusikstücke für die Scherrzither, 2008. Beratungsstelle für Volksmusik, Bezirk Schwaben Michel, Andreas: Zithern. Musikinstrumente zwischen Volkskultur und Bürgerlichkeit Instrumentarium Lipsiense. Zithern. Musikinstrumenten-Museum der Universität Leipzig, Katalog). Leipzig 1995 Niederfriniger, Gernot: Das Raffele in Südtirol. Vom „Kratzen und Raffeln“ – früher und heute. In: G’sungen + g’spielt, Innsbruck-Bozen 1998, 23. Jg., Heft 80, S. 5-10 ders: Raffeleheft. Hrsg. Institut für Musikerziehung in deutscher und ladinischer Spra- che, Bozen 2001 ders.: Zitherheft. Hrsg. Institut für Musikerziehung in deutscher und ladinischer Spra- che, Bozen 2002 Stradner, Fritz: Vom Scheitholz zur Kratzzither. Ein Beitrag zur Entwicklungsgeschichte der Zither. In: Jahrbuch des Österreichischen Volksliedwerkes , Wien 1969, S. 66-80 Bemerkenswert sind die Instrumentenvielfalt und die lebendige Musizierweise VERWANDTSCHAFTEN |49

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