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2015_Zither-Mag_1 - Repertoire

Irrgartenlieder und Zaubersprüche

Dorothea Hofmann Irrgartenlieder und Zaubersprüche Den Zyklus „Irrgartenlieder und Zaubersprüche“ schrieb die Münchner Komponistin Dorothea Hofmann 2003 auf Anregung von Georg Glasl. Es handelt sich dabei um eine Sammlung von 15 Miniatu- ren für Zither solo, die speziell für junge Interpreten gedacht sind. Der Schwierigkeitsgrad ist niedrig (sehr leicht bis mittel) gehalten, dankbar besonders für Anfänger, die neugierig sind auf die Spielarten der zeitgenös- sischen Musik. Eventuell vorhandene Hemmschwellen gegenüber neuen Klängen können hier mit Leichtigkeit überwunden werden. | Lebendige Rhythmik | In kurzen Charakterstücken, die jeweils auf ein bis zwei Notenseiten Platz finden, entwirft Hofmann fantasievolle Situa- tionen, deren musikalische Gestalten sich im Rahmen einer behutsam erweiterten Tonalität be- wegen und dabei ein- bis höchstens zweistimmig gehalten sind. Ebenso sparsam wird mit erweiterten Spieltechniken, wie etwa dem Wischen über die Saiten, Glissando oder Clus- ter umgegangen. Dem klanglichen Minimalismus steht eine anspruchsvolle, lebendige Rhythmik mit häufigen Takt- wechseln gegenüber, die jedoch nicht abstrakt gesetzt ist, sondern stets dem natürlichen Duktus der Melodien und Harmoniewechsel folgt und somit auch für unerfahrene Spielerinnen und Spielern immer „körperlich“ nachvoll- ziehbar bleibt. | Wanderungen | Eine imaginär fortlaufende Erzählung ver- bindet die Stücke und beschreibt einen „Gang durch einen sommerlich blühenden Garten mit magischen Zeichen“ (Ge- org Glasl im Vorwort des Heftes). Begonnen wird mit einem „Spruch zum Aufwachen“, der sich im „frischen“ C-Dur zügig erhebt und die restlichen Spuren des Schlafs (einem ein- zelnen fis und cis) aus den beiden Augen reibt, bevor die kleine Wanderung durch die Natur beginnt. Es folgt ein „Springtanz der Eichhörnchen“, die neben ihren schnel- len Trippelschritten auch in der Lage sind, beachtliche Distanzen zu überwinden, wie uns die weiten Oktav- und Quartsprünge mit Nebennoten beweisen. Im strahlenden D-Dur-/G-Dur steht das „Sonnenblumenlied“, während die Melodie im „Lampionfest der grünen Raupen“ auf F basiert und sich in un- regelmäßiger Metrik geschickt nach vorne robbt. Die „Mohnblumenschau- kel“ gibt sich in ihrer einstimmigen a-Moll-Schönheit bescheiden und pendelt sich auf einem klaren Fünf- er-Metrum ein. | Geheimnisvoll | Etwas weniger harm- los wirkt da „Die verzauberte Blind- schleiche“, die sich über einem erdi- gen G-Bass in enger Chromatik um d2 herum windet, bevor man leise ein ge- heimnisvolles „Gewisper in der Brom- beerhecke“ vernimmt. Hier wird mit den Fingerkuppen entlang der tiefen Freisaiten gestrichen, die neben den dubios schwebenden Tritonus- und Quartklängen ein Flüstern und Rau- nen an der unteren Hörgrenze erzeu- gen. Auch der „Maulwurf“ scheint ein „Geheimnis“ zu haben, so verrät es zumindest der Titel der achten Nummer. Er dümpelt in der tiefen Lage vor sich hin und stimmt mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit einen chromatisch abwärts gleitenden Gesang an. | Zwitscherzauber | Der „Tanz der Walderdbeeren“ hellt die Stimmung wieder auf und spielt mit den rhythmischen Begleitmustern des bayerischen Zwiefachen, in dem sich Zweier- und Dreier-Metren teils überraschend abwechseln. Mit einem fröhlichen Lied wird die Wanderung fortgesetzt, wobei die „Zauberzeichen am Wegrand“ den Gesang immer wieder unterbrechen und für Überraschung und Aufregung sorgen. Eine rasch angeschlagene, kleine Terz als stilisierter Vogelruf eröffnet daraufhin den hellen „Zwitscherzauber in Rot“, während es im „Tanz der verrückten Regentonnen“ eher grotesk zugeht und die großen Wasserbehälter in der tiefen Region der Freisaiten holprig aneinandergeraten. In dersel- ben dunklen Lage mischt sich wenig später „Die Wetterhexe“ ein, die mit ihrem diabolisch treibenden 7/8-Takt nichts Gu- tes ahnen und es zwischendurch in Clustern heftig krachen lässt. In der „Beschwörung zu zweit“ kann man sich mittels der erworbenen musikalischen Zauberkräfte wieder Mut zu- sprechen. Zu guter Letzt endet der Zyklus mit einem Abge- sang in Form einen melancholischen Liedes „des vergessenen Springbrunnens“, das die Gemüter sanft beruhigt. Leopold Hurt Dorothea Hofmann Irrgartenlieder und Zaubersprüche für Zither Schwierigkeitsgrad: 1 - 2 Verlag: vierdreiunddreissig ISMN M-50098-936-3 Preis: 12,90 Euro 60 | REPERTOIRE

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